Mit der kindgerecht adaptierten Version von Charles Dickens Weihnachtsgeschichte „Die Geister sind los“ hatten die beiden Schauspieler Sandra Jankowski und Frank Klaffke vom Theater „Sturmvogel“ aus Reutlingen viele Kinderaugen zum Leuchten gebracht und viel Applaus geerntet.

Mit einer minimalistischen Kulisse, Weihnachtsbaum, Stuhl und immer wieder neuen Kostümen aus der Zeit von Charles Dickens gelang es ihnen, jung und alt zu verzaubern. Geladen hatte das Kulturamt Waldshut, das sich über einen vollbesetzten Saal im Ali-Theater in Tiengen freuen durfte.

Und so geht die Geschichte: Onkel Scrooge (Frank Klaffke) will wieder einmal nichts von Weihnachten wissen. „Rechnen ist das Wichtigste im Leben“, glaubt er. So findet auch das Angebot seiner Nichte Mary (Sandra Jankowski), ihn zum Weihnachtsessen einzuladen, kein Gehör. Auch als Mary Maronen kaufen will („die kosten nur zwei Cent“), stößt sie bei ihrem Onkel auf taube Ohren. „Was, so teuer? Wir haben kein Geld!“

Als Mary die Kinder fragt, wie sie ihren Onkel finden, sind sich alle einig, „geizig und schlecht ist er“. Nicht einmal für die armen Kinder im Kinderkrankenhaus hat er etwas übrig. Mary warnt ihn: „Wenn man an Heiligabend so gemein und geizig ist, kommen die Weihnachtsgeister.“ Aber Scrooge glaubt nicht an Geister.

Bald schon taucht mit wildem Kettenrasseln und Gekicher das Gespenst auf, es will Scrooge noch einmal warnen und ihm eine zweite Chance geben: Heute nacht werden drei Geister ihm Fragen stellen und ihn prüfen. Natürlich kann er schon die Frage des ersten Geistes nicht beantworten. „Was ist wichtig an Weihnachten?“ Die Kinder helfen ihm „Ein Tannenbaum, Familie, Geschenke; Nett sein“, rufen sie ihm zu. Aber Scrooge ist unbelehrbar“ „Geld regiert die Welt“, findet er. Auch der zweite Geist, der einen Weihnachtsbaum mit ihm schmücken will, kann ihn nicht überzeugen. So müssen wieder die Kinder einspringen und den Baum schmücken. Erst der dritte und letzte Geist bringt ihn zur Vernunft. „Der Alte ist tot, und es ist nicht schade um ihn“, hört man da. "Was, so spricht man über mich, was soll ich machen, was habe ich von meinem ganzen Geld, wenn niemand mich mag?“, fragt Scrooge die Kinder. „Teilen“ rufen die kleinen Zuschauer.

Schließlich folgt er ihrem Rat und spendet reichlich Geld an das Kinderkrankenhaus. Endlich hat er es verstanden: „Das Wichtigste ist, dass man sich liebhat.“ „Wie macht ihr das mit den verschiedenen Stimmen, hat Scrooge eine Perücke auf, ist er wirklich dein Onkel?“, wollten die Kleinen dann noch von den Schauspielern wissen.