Bereits zum fünften Mal fand die alljährliche Hochzeitsmesse "Waldshuter Hochzeitstag" statt – dieses Jahr trotz des Namens in der Tiengener Stadthalle. Zukünftige Brautpaare und interessierte Besucher konnten hierbei fein gedeckte Tische und kostbaren Schmuck bewundern und sich über eine kirchliche oder freie Trauung informieren. Zahlreiche Anbieter nutzten die Gelegenheit, um mögliche Kunden für sich zu begeistern. Schließlich gibt es so einiges, was an einer klassischen Hochzeit nicht fehlen darf.

Hochzeitskleidung

Im weißen Kleid den Bund fürs Leben schließen – für viele Bräute nach wie vor ein Muss. Doch reinweiß sollte das Brautkleid heutzutage nicht mehr sein: "Abgedunkelte Töne wie Sand, Rosé oder Elfenbein sind viel beliebter", weiß Martina Gaßmann, Inhaberin der Hochzeits-Galerie in Murg. Ob klassisch mit enger Korsage und weitem Rock oder pompös mit viel Tüll spiele hierbei keine Rolle, das hänge vom Geschmack der Braut und der Gestaltung der Hochzeit ab. Besonders beliebt seien aktuell jedoch Kleider im Vintage-Stil, die mit fließenden Stoffen eher schlicht gehalten werden.
Aber: Egal, wie schnörkellos die Hochzeit auch ist, auf einen Schleier wollen viele nicht verzichten. "Das ist das letzte I-Tüpfelchen", so Gaßmann.

Das Paar Sarah Höhner und Marcus Weiß aus Murg informiert sich auf dem fünften Waldshuter Hochzeitstag am Messestand der Hochzeits-Galerie von Martina Gaßmann über den aktuellen Barutkleidertrend. Links ein Kleid im angesagten Vintage-Stil.
Das Paar Sarah Höhner und Marcus Weiß aus Murg informiert sich auf dem fünften Waldshuter Hochzeitstag am Messestand der Hochzeits-Galerie von Martina Gaßmann über den aktuellen Barutkleidertrend. Links ein Kleid im angesagten Vintage-Stil. | Bild: Marinovic, Laura

Bei den Männern geht es mittlerweile recht unkonventionell zu. Obwohl der altbekannte schwarze Anzug mit Krawatte sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut, stehen derzeit vor allem ausgefallenere Modelle hoch im Kurs: kräftige Blautöne in Kombination mit Hosenträgern und für den lässigen Bräutigam auch mal gewöhnliche Straßenschuhe anstatt Lack und Leder. "Männer trauen sich mehr und legen genauso viel Wert auf ihr Aussehen wie die Frau", sagt Maurice Krause vom Modegeschäft May in Waldshut. Von Januar bis etwa Juni gäbe es hier aufgrund der hohen Nachfrage eine größere Auswahl an Hochzeitsanzügen, je nach Jahreszeit ändere sich der Stil. Während im Winter das Jackett problemlos anbehalten werden könne, würden Männer im Sommer eher Modelle mit Weste bevorzugen, um bei heißen Temperaturen auf einen wärmenden Sakko zu verzichten.

Im Vergleich zu Brautkleidern sind die Anzüge dabei noch recht günstig. Der Preis für einen gut sitzenden Anzug beginnt laut Maurice Krause bei etwa 300 Euro – für ein Brautkleid müsse man schnell mit mindestens 1000 Euro rechnen, so Martina Gaßmann.

Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Das Modehaus May präsentiert am Waldshuter Hochzeitstag Anzüge in unterschiedlichen Stilrichtungen.
Für jeden Geschmack ist etwas dabei: Das Modehaus May präsentiert am Waldshuter Hochzeitstag Anzüge in unterschiedlichen Stilrichtungen. | Bild: Marinovic, Laura

Eheringe

Er steht als Sinnbild für Treue und Verbundenheit: der Ehering. Man kennt ihn ganz klassisch in schlichtem Gold und runder Form, mit Gravur und Edelsteinbesatz. In dieser Form werde er auch in Zukunft immer wieder gekauft, meint Felix Ihringer, Geschäftsführer von Juwelier Ihringer aus Rheinfelden. Derzeit besonders beliebt seien jedoch Ringe aus einer Kombination von Weiß- und Rotgold oder Platin.

Sandra Ihringer zeigt am Waldshuter Hochzeitstag die Eheringkollektion des Juweliers Ihringer – von schlicht bis extravagant ist hier alles dabei.
Sandra Ihringer zeigt am Waldshuter Hochzeitstag die Eheringkollektion des Juweliers Ihringer – von schlicht bis extravagant ist hier alles dabei. | Bild: Marinovic, Laura

Zudem darf der Ehering in nächster Zeit durchaus etwas kreativer ausfallen: Ob in eckiger Form, mit geflochtenem Muster oder Gravur in der eigenen Handschrift – es sind kaum Grenzen gesetzt. "Früher diente der Ehering vor allem als Symbol, heute ist er auch Ausdruck von Design", erklärt Felix Ihringer. Je nach Material und Aufwand gibt es ihn bereits ab wenigen hundert Euro bis hin zu sehr viel höheren Preisklassen zu kaufen.

Übrigens: Historisch wird der Ehering zwar links getragen, da man früher davon ausging, dass hier eine so genannte Liebesader direkt zum Herzen führt. In deutschsprachigen Ländern trägt man ihn heutzutage allerdings vor allem am rechten Ringfinger.

Video: Marinovic, Laura

Hochzeitstorte

Auch sie ist oft ein fester Bestandteil einer Hochzeitsfeier: die Torte. So schön sie aussehen sollte, so gut muss sie auch schmecken – schließlich ist sie dazu gemacht, Brautpaar und Gästen den Tag im wahrsten Sinne des Wortes zu versüßen.

Klassisch wird die Torte in Fondant (weiche Zuckermasse, die ausgerollt wird und zur Dekoration dient) eingeschlagen. Laut Constanze Waßner, die in der Konditorei des Hofladens von Familie Keller in Außer-Ay arbeitet, erfreut sich jedoch vor allem eine Torten-Variante aktuell großer Beliebtheit: der Naked-Cake (Deutsch: nackter Kuchen). Hierbei wird auf Fondant verzichtet und die Torte außen nur minimal mit Buttercreme eingestrichen, sodass die Teigschichten gut zu sehen sind – die Torte ist sozusagen "nackt".

Große Auswahl für Sarah Höhner und Marcus Weiß: Obwohl die Torten nicht aus Teig bestehen, sondern lediglich Styropor-Dummies dekoriert wurden, sehen sie täuschend echt aus.
Große Auswahl für Sarah Höhner und Marcus Weiß: Obwohl die Torten nicht aus Teig bestehen, sondern lediglich Styropor-Dummies dekoriert wurden, sehen sie täuschend echt aus. | Bild: Marinovic, Laura

"Naked-Cake ist gerade sehr beliebt, weil er sehr variabel ist", erklärt Waßner. Man könne die Torten mit Früchten oder echten Blumen leicht und individuell schmücken, das gefalle den Kunden. Um die Buttercreme-Füllung besonders schmackhaft zuzubereiten, greife man derzeit auf ausgefallene Kombinationen zurück, die etwa nach Kinderschokolade oder Toffifee schmecken. Pro Person rechne man mit 4,50 Euro pro Stück, das summiert sich bei einer Torte für 100 Personen auf 450 Euro. Es gilt jedoch: Je aufwendiger die Herstellung, desto höher der Preis.

Video: Marinovic, Laura

Dekoration

Dekorationen verleihen jeder Feier eine besondere Note. Sie geben leeren Räumen eine stimmungsvolle Atmosphäre und laden damit zum Aufenthalt ein. Petra Bartram, Geschäftsführerin der Firma Ivent, unterstützt Brautpaare seit zwölf Jahren bei der Hochzeitsplanung und weiß daher, was aktuell im Trend ist. So sei neben dem Kleidungsstil auch bei der Dekoration derzeit das Thema Vintage in Kombination mit fröhlichen Farben wie Apricot oder Rosa ebenso beliebt wie glitzernde Deko oder klassische Kerzenleuchter.

Petra Bartram (links) kennt sich aus: Seit zwölf Jahren hilft sie Brautpaaren bei der Organisation und Ausrichtung der Hochzeiten.
Petra Bartram (links) kennt sich aus: Seit zwölf Jahren hilft sie Brautpaaren bei der Organisation und Ausrichtung der Hochzeiten. | Bild: Marinovic, Laura

Damit das Brautpaar seinen großen Tag stressfrei genießen kann, bieten Eventplaner wie Petra Bartram professionelle Hilfe an. "Die Brautpaare sind froh, wenn sie einen Teil der Arbeit abgeben können", meint die Expertin. Wer durch Familie oder Beruf stark eingebunden sei, der genieße es, sich nicht alleine der großen Planungsaufgabe stellen zu müssen. Jedes Jahr nehme die Zahl ihrer Kunden zu, die entweder nur Teile der Vorbereitung oder die Ausrichtung der ganzen Hochzeit in ihre Hände legen möchten.

Rosa, Weiß und Apricot – Die Hochzeitsdekoration wird derzeit zwar fröhlich, aber eher in natürlichen Farben gestaltet.
Rosa, Weiß und Apricot – Die Hochzeitsdekoration wird derzeit zwar fröhlich, aber eher in natürlichen Farben gestaltet. | Bild: Marinovic, Laura

Brautstrauß

Erst wird er stolz getragen, dann sogar geworfen – der Brautstrauß. Ganz klassisch besteht er aus roten und weißen Rosen, und auch heute ist die Blume der Liebe laut Lothar Schmidt von der Gärtnerei Knobloch für viele an der Hochzeit nicht wegzudenken. "Es gibt kaum eine Braut, die keine Rosen möchte", sagt er.

Proben für die eigene Hochzeit: Peter Ebner und Michelle Waldvogel nehmen am Waldshuter Hochzeitstag schon einmal einen Brautstrauß in die Hand.
Proben für die eigene Hochzeit: Peter Ebner und Michelle Waldvogel nehmen am Waldshuter Hochzeitstag schon einmal einen Brautstrauß in die Hand. | Bild: Marinovic, Laura

Beliebt seien momentan aber auch Wiesenblumen und gemischte Sträuße, deren Stiele nicht gekürzt, sondern lang gelassen werden – es solle natürlich wirken, als seien die Blumen gerade erst gepflückt worden, so Schmidt. Farblich müsse der Strauß zwar auf das Brautkleid abgestimmt sein, Pastelltöne wie Rosa lägen gerade jedoch sehr im Trend.

Von allen Ausstattungselementen ist der Brautstrauß auf jeden Fall das günstigste: Laut Petra Bartram, die die Gärtnerei neben ihrer Firma Ivent führt, liegt der Preis etwa bei 80 Euro, je nach Blumenauswahl könne er jedoch auch höher oder niedriger ausfallen.

Video: Marinovic, Laura