Den kirchlichen Segen hat sie schon, jetzt wartet das Prachtstück auf seine Auftritte bei der Chilbi. Die neue Fahne der Schützen, die Mitte Juli feierlich von Pfarrer Ulrich Sickinger geweiht wurde, wird an der Chilbi erstmals bei der Totenehrung zu sehen sein. Tags darauf wird Fähnrich Michael Hoffmann sie beim Umzug tragen. Dies nicht nur mit großem Stolz. Im Vergleich zum Vorjahresträger dürfte er auch weniger ins Schwitzen kommen: Die neue Fahne wiegt samt Fahnenstange zwar noch immer etliche Kilogramm, ist aber geschätzt ein Drittel leichter als die alte Fahne, deren Stange extrem massiv ist.

<strong>Edel: </strong>Schützenmeister Karl-Heinz Vonau (links) und Oberschützenmeister Christoph Wassmer zeigen voller Stolz die neue Fahne der Schützengesellschaft 1468 Waldshut.
Edel: Schützenmeister Karl-Heinz Vonau (links) und Oberschützenmeister Christoph Wassmer zeigen voller Stolz die neue Fahne der Schützengesellschaft 1468 Waldshut. | Bild: Ursula Freudig

Das große Gewicht, verbunden mit dem schlechten Zustand der alten Fahne – 50 Jahre war sie in Gebrauch – hat die Schützengesellschaft 1468 Waldshut bewogen, zur 550. Chilbi eine neue anfertigen zu lassen. „Es war uns wichtig, dass sie hier bei uns in alter Manier gemacht wird“, sagt Oberschützenmeister Christoph Wassmer. Mit der Firma Kreisel wurde der passende Partner gefunden. Die Karlsruher Firma genießt einen ausgezeichneten Ruf, ist seit fünf Generationen in Familienhand und erledigt sämtliche Arbeiten im eigenen Haus. Der Kreisel-Seniorchef reiste extra nach Waldshut, um in einem rund vierstündigen Gespräch mit dem Vorstand alle Einzelheiten der Anfertigung zu besprechen.

<strong>Die andere Seite: </strong>Helle Seide mit aufgesticktem Waldshuter Männle.
Die andere Seite: Helle Seide mit aufgesticktem Waldshuter Männle. | Bild: Ursula Freudig

Eine 1:1 Skizze wurde angefertigt, nach der die Stickerinnen ans Werk gingen. Rund drei Monate dauerte es, bis die Fahne fertig war. „Entstanden ist eine einzigartige, handgearbeitete Fahne in einer Qualität, die ihres Gleichen sucht und die mit Stolz gezeigt werden kann“, sagt Oberschützenmeister Wassmer. Die neue Fahne ist 1,20 mal 1,20 Meter groß und dreilagig.

Kosten im vierstelligen Bereich

Die Samtseite ist in sattem Grün, der Farbe der Schützen. Die helle Seite ist aus Seide. Dazwischen ist ein stabilisierendes Gewebe. Neben den Schriftzügen mit eingewirkten Goldfäden, sind auf den beiden Seiten verschiedene Insignien der Schützen aufgestickt: Gewehre, Zielscheibe, das Wappen, Eichenlaub, Lorbeer und als Symbol für den Schwarzwald, Tannenreisig mit Tannenzapfen. Mitgeliefert wurde auch ein Schlechtwetterschutz: Wenn es bei Einsätzen der Fahne regnet, wird sie in eine schützende, transparente „Tasche“ gesteckt. Dass das handgefertigte Prachtstück nicht nur viel Arbeit gemacht hat, sondern auch viel gekostet hat, liegt nahe. Im vierstelligen Bereich bewegen sich die Kosten.