Die Zukunft des akut sanierungsbedürftigen Pater-Jordan-Hauses bleibt weiter ungewiss. Kurz vor der Entscheidung für oder gegen den Erhalt des Gebäudes hat die Erzdiözese Freiburg alle Entscheidungen zu Gebäuden und Immobilien diözesenweit auf Eis gelegt. Hintergrund ist das Projekt „Pastoral 2030“, in dem bis zum Jahr 2030 neue Kirchenstrukturen entwickelt und die Seelsorgeeinheiten zu Großpfarreien zusammengelegt werden sollen.

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Bis diese Strukturen feststehen, werden weitreichende Entscheidungen zu Gebäuden sowie weitere finanzielle Verpflichtungen zurückgehalten, heißt es in einer Erklärung seitens der Seelsorgeeinheit Maria Bronnen. Die Handreichung für die Erstellung von Gebäudekonzepten sei damit vom Tisch. Lediglich die Gebäudesubstanzerfassung werde weitergeführt.

Machtwort aus Freiburg

Das Machtwort aus Freiburg ist für Gurtweil und die Seelsorgeeinheit Maria Bronnen besonders schmerzvoll. Das Gebäudekonzept war bereits entwickelt worden und auch die Gurtweiler selbst hatten bis zuletzt für einen Erhalt des Pater-Jordan-Hauses gekämpft. Wie – und vor allem wann – es weitergeht, ist derzeit völlig unklar. „Der Pfarrgemeinderat empfindet die Nachricht aus Freiburg einerseits als nachvollziehbar, andererseits aber als belastend und enttäuschend, nachdem er sich mit großem Engagement an der Sicherstellung von Pastoralen Gebäudeflächen in Gurtweil eingesetzt hat“, so die Stellungnahme. Man habe die Sorge, dass die Pfarrgemeinde Gurtweil zukünftig ohne eigene Gebäude dastehen wird.

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„Es ist enttäuschend, dass wir mit dieser Entscheidung keine Perspektiven für Gurtweil schaffen können, aber es ist richtig, dass man vorausschaut“, sagt Pfarrer Herrmann Josef Zoche. Zwar habe man mit einer schnelleren Entscheidung für das Pater-Jordan-Haus oder die Pfarrscheune eine Chance auf eigene Gebäude in der Seelsorgeeinheit selbst gehabt, nicht aber auf lange Sicht innerhalb der künftigen Großpfarrei. „Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass Gurtweil in einer solchen Großpfarrei eine zentrale Rolle mit eigenen Gebäuden haben wird – aber es ist alles offen“, so Zoche.

IG sieht nun bessere Chancen

Die Interessensgemeinschaft Pater-Jordan-Haus zeigt sich derweil angesichts der neuen Situation zuversichtlich. „Wir sind froh, dass keine Entscheidung gegen das Pater-Jordan-Haus getroffen wurde“, sagt Dieter Hauser, Sprecher der IG. Man bedaure, dass die Gemeinde bei dem Prozess erst spät ins Boot geholt wurde und dadurch viel Zeit verloren gegangen ist. „Ich glaube, dass das Pater-Jordan-Haus nun bessere Chancen hat. Wenn Kirche eine Zukunft haben will, muss sie sich um die Menschen kümmern, nicht um denkmalgeschützte Gebäude“, so Hauser, der von einer Neubegutachtung der Gurtweiler Situation ausgeht. Die IG lehnt die denkmalgeschützte Pfarrscheune als pastorales Gebäude, wie sie seitens der Kirche vorgeschlagen wurde, ab. „Wir haben immer noch die Hoffnung, dass es am Ende eine gute Lösung gibt“, sagt Hauser.

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Dass sich an der jetzigen Situation auf absehbare Zeit nichts ändern wird, sehen beide Seiten mit Sorge, denn die Mängel am Pater-Jordan-Haus sind akut. Mit jedem Regenschauer dringt mehr Wasser in die Bausubstanz und mit ihm steigen die Kosten für eine mögliche Sanierung. Ob und wann das Gebäude saniert werden kann, ist derzeit unklar.