Mit der Aufführung des „Requiem op. 89“ von Antonín Dvorák hat die Kantorei Hochrhein den rund 600 Zuhörern in der Waldshuter Versöhnungskirche ein musikalisches Großereignis geboten. Bezirkskantor Matthias Flierl hatte zur Aufführung dieses großen romantischen Oratoriums neben dem rund 70 köpfigen Kantorei-Chor das renommierte Barockorchester L‘arpa festante aus München als volles Streichorchester mit ungewöhnlich vielen verschiedenen Blasinstrumenten verpflichtet.

Die Solisten (von links): Manfred Bittner (Bass), Thomas Volle (Tenor), Eva-Maria Hofheinz (Alt) und Annelie-Sophie Müller (Sopran).
Die Solisten (von links): Manfred Bittner (Bass), Thomas Volle (Tenor), Eva-Maria Hofheinz (Alt) und Annelie-Sophie Müller (Sopran). | Bild: Herbert Schnäbele

Die Vokalsolisten Eva-Maria Hofheinz (Sopran), Annelie-Sophie Müller (Alt), Thomas Volle (Tenor) und Manfred Bittner (Bass) setzten in ihrer hochromantischen Harmonik dem Werk besondere Glanzlichter auf. Gefühlvoll und ausdruckstark gestaltete das Orchester der Auftakt im „Requiem aeternum“, bei dem sich der ebenso zart und in tiefer Lage einsetzende Chor gegen Ende dieses ersten Satzes beim „Et lux perpetua...“ erstmals zu einer eindrucksvollen Klangfülle steigerte. Von der tragenden Solostimme der Sopranistin gekennzeichnet war das anschließende „Graduale“, dem sich wuchtig und mit fast marschmäßig kraftvollen Chor- und Orchesterpassagen das „Dies Ire“ anschloss.

Die vorläufig gewaltigste und größte Klangfülle von Chor und Orchester erlebten die Zuhörer im „Tuba mirum“, eingerahmt von einem markant klingenden Altsolo zu Beginn des Satzes und einem kraftvollen Bass-Solo gegen Ende dieses Abschnitts. In einem innigen Gebet des „Recordare“ kamen die Vokalsolisten mit ihren brillanten Stimmen zur Geltung. Viele unterschiedliche Klangbilder, auch in vielen Wechseln zwischen strahlenden Dur- und mystisch wirkenden Molltonarten kennzeichneten die weiteren Sätze des Oratoriums, die oftmals in gewaltigen Schlussakkorden bei größtmöglicher Klangfülle endeten.

Das „Agnus Dei“ fasste quasi alle Klangpassagen der dargebotenen Sätze in ihrer deutlichen Verschiedenheit, von den sensiblen und doch dominanten Solopassagen bis zu den wuchtigen Gesamtdarbietungen von Solisten, Chor und Orchester zusammen. Es endete in abschwellenden und gefühlvoll dargebotenen Klarinetten- und Flötentönen des Orchesters. Die Kantorei Hochrhein unter der Leitung von Matthias Flierl hat die Herausforderungen eines Musikereignisses einmal mehr mit Bravour gemeistert. Das wurde mit lang anhaltendem Beifall und großer Begeisterung der Zuhörer quittiert.