Hundehaufen auf Gehwegen, Wiesen und Grünflächen sorgen immer wieder für Ärgern bei Passanten, Anwohnern und Landwirten. Besonders dramatisch ist es aber für die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei, die tagtäglich die Grünflächen pflegen, weiß Bernd Kramm, Leiter der Stadtgärtnerei. Gärtnerin Corinna Marder: „Nicht immer sind die Hinterlassenschaften sichtbar für uns, beispielsweise wenn das Gras zu hoch ist. Wenn wir uns hinknien, kommt es immer wieder vor, dass da ein Haufen liegt.“ Noch schlimmer wird es im Sommer, wenn bei Mäharbeiten mit der Motorsense Hundekot aufgeschleudert wird. Der landet nicht nur auf der Kleidung der Mitarbeiter, sondern sogar im Gesicht. „Das ist nicht nur eklig, sondern auch gesundheitsgefährdend“, ärgert sich Corinna Marder.

Brennpunkte in der Stadt

Brennpunkte in der Stadt sind laut Bernd Kramm die Innenstädte in Waldshut und Tiengen aber auch der Kornhausplatz in Waldshut sowie die Wutach und das Schulzentrum in Tiengen. Jürgen Wiener, Leiter der städtischen Ortspolizei: „Wir werden ab sofort mit zivilen Kontrolleuren verstärkt gegen die Hundehalter, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, vorgehen. Wird ein Hundehalter dabei erwischt, dass er die Hinterlassenschaften nicht entsorgt, wird beim Erstverstoß ein Bußgeld in Höhe von bis zu 75 Euro fällig“, informiert Wiener. Handelt es sich um einen Wiederholungstäter, könne das Bußgeld auch doppelt so hoch ausfallen.

Auch Melanie Kaysi, die beim Schulzentrum in Tiengen wohnt, ärgert sich täglich über Hundehaufen, die dort auf den Wiesen liegen. „Meine Söhne treten regelmäßig hinein.“ Hinzu kommt ein weiteres Problem für die 36-Jährige: „Wenn ich im Sommer bei großer Hitze das Fenster öffnen will, strömt mir der Duft der Hinterlassenschaften sofort entgegen.“

Melanie Kaysi hat kein Verständnis dafür, dass einige Hundebesitzer sich der Verantwortung entziehen, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entfernen. „Ich gehe selbst öfter mit meiner Schwägerin und ihrem Hund spazieren. Sie hat aber immer Tüten dabei, um alles aufzusammeln. Und selbst wenn der Hund Durchfall hat, nimmt sie eine Flasche Wasser mit, um damit alles zu säubern.“ Schon öfter haben sie Hundehalter darauf hingewiesen, dass sie in der Pflicht sind, die Hundehaufen zu entsorgen. „Aber den meisten ist das völlig egal.“ Diese Erfahrung macht auch Gärtnerin Corinna Marder: „Entweder ist es ihnen gleichgültig oder sie reagieren wirklich unverschämt.“

Kritik übt Melanie Kasyi aber auch an der Stadt. „Es gibt viel zu wenige Mülleimer, sogenannte Robby-Dogs. Die Stadt erhöht erst die Hundesteuer, investiert dann aber nicht“, sagt Kaysi. Dazu Jürgen Wiener: „Wir haben 30 Robby-Dogs im Stadtgebiet verteilt. Wenn an einer Stelle ein Weiterer dringend benötigt wird, prüft das Tiefbauamt den Standort.“ Er rät den Hundebesitzern, immer eine Tüte beim Spazieren gehen mit dem Hund dabei zu haben. „Entsorgt werden kann die Tüte samt Inhalt in jedem Mülleimer“, informiert er. Die Unterhaltungskosten für einen Robby-Dog liegen laut Wiener bei 1000 Euro jährlich.

Im Kampf gegen den Hundekot wäre laut Jürgen Wiener auch eine weitere Lösung denkbar: Eine DNA-Datenbank für Hunde. Dafür müssten zunächst alle 700 städtischen Hunde registriert werden. Entdecken dann beispielsweise die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei einen Hundehaufen, könnte sie davon eine Probe entnehmen. „Ist der Hund registriert, kann das Bußgeld verhängt werden.“ Der Ortspolizeileiter lässt derzeit überprüfen, ob diese Lösung überhaupt umzusetzen ist und wie hoch die Kosten dafür sind.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €