Nach einer Bauzeit von ungefähr zwölf Monaten wurde die sanierte westliche Wallstraße am vergangenen Freitag von Oberbürgermeister Philipp Frank in Anwesenheit von Anwohnern und Geschäftsinhabern eingeweiht. Ziel der Maßnahme war neben der Instandhaltung der sanierungsbedürftigen Straße sowie der Gehwege auch die äußerliche Anpassung an den östlichen, bereits seit 2014 sanierten Teil der Wallstraße vor dem Hintergrund eines einheitlichen Erscheinungsbildes der Waldshuter Altstadt.

Im Zuge dieser Baumaßnahme ist der Asphaltbelag in der westlichen Wallstraße verschwunden. Jetzt wurden Porphyr-Platten für die Gehwege und Porphyr-Pflaster als Straßenbelag verlegt, was bei den Anwohnern und den dort ansässigen Geschäftsinhabern auf positive Resonanz stößt.

Im Zuge der Arbeiten wurden auch die vorhandenen Gas- und Wasserleitungen ausgetauscht und für den Breitbandausbau die Leerrohre verlegt. Außerdem wurden Erdkabel für die Straßenbeleuchtung verlegt, sodass die alte Straßenbeleuchtung in den nächsten Wochen durch neue Altstadtleuchten ersetzt werden kann.

Die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme belaufen sich auf rund 800 000 Euro. Die Stadt erhielt Fördermittel in Höhe von rund 150 000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm für die städtebauliche Förderung. Im Zuge dessen bedankte sich Oberbürgermeister Philipp Frank beim CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner, der als Ansprechpartner bei der Antragstellung für den Förderanteil geholfen hatte. Vorerst geklärt ist die Verkehrsführung im neu sanierten Abschnitt der Wallstraße. Anders als der östliche Teil, der bereits 2008 zur Fußgängerzone erklärt worden ist, war bereits 2017 klar, dass dies für den westlichen Teil derzeit nicht in Frage kommen würde. Wie aus einem Brief der Stadt an die Anwohner, welcher dieser Zeitung vorliegt, nun hervorgeht, ergibt sich folgende Verkehrsregelung: Es besteht ein generelles Durchfahrtsverbot für alle Kraftfahrzeuge.

Davon ausgenommen sind der Lieferverkehr sowie Anlieger. Zu den Anliegern gehören neben den Anwohnern der Wallstraße auch Besucher von Anwohnern oder Hotelgäste sowie Kunden von Geschäften. Zukünftig wird die westliche Wallstraße eine eingeschränkte Halteverbotszone sein, sprich: man darf nicht länger als drei Minuten halten, ausgenommen zum Aussteigen oder Be- und Entladen. Parken wäre verboten. Dadurch ergibt sich der Vorteil von ausreichenden Aufstellflächen für die Drehleiter bei möglichen Feuerwehreinsätzen.

Wie die endgültige Parkregelung aussieht, muss laut Oberbürgermeister Frank noch entschieden werden: „Man sucht nach Lösungen, die allen Interessen gerecht wird.“

Die Erneuerungsmaßnahme „Waldshut-Innenstadt“

  • Die Sanierungder westlichen Wallstraße ist Teil der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Waldshut-Innenstadt“. Diese umfasst die Sanierung und den Umbau der Rhein- und der westlichen Wallstraße; außerdem die Sanierung des Kornhauses sowie die Neugestaltung des Vorplatzes der Stadthalle. Dabei liegen die Schwerpunkte besonders auf Erneuerungs- und Verschönerungsmaßnahmen, das Programm läuft bis zum 30. April 2025. Als Nächstes soll der Entwurf für die Rheinstraße vorgelegt werden.
  • Östliche Wallstraße: Der östliche Teil der Wallstraße wurde bereits 2014, also noch vor der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Waldshut-Innenstadt“, saniert. Seit 2008 ist der östliche Teil der Wallstraße nach dem Vorbild der Kaiserstraße eine Fußgängerzone.
  • Westliche Wallstraße: Die westliche Wallstraße wurde im Zuge der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme „Waldshut-Innenstadt“ saniert. Dabei sollte die Straße vor allem optisch dem östlichen Teil sowie der Kaiserstraße angepasst werden. Anders als der bereits sanierte östliche Teil wird es keine Fußgängerzone im neu sanierten Abschnitt geben. Kostenpunkt der Sanierung waren 800 000 Euro bei einem Förderanteil von rund 150 000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm für die städtebauliche Förderung. Im Zuge dessen wurde auch das Schmidgässle, die Verbindung zwischen Kaiser- und Wallstraße, saniert. Die Kosten betrugen rund 36 000 Euro.
  • Rheinstraße: Als nächstes Projekt von „Waldshut Innenstadt“ wird die Sanierung der Rheinstraße angegangen. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Philipp Frank und dem Leiter des Tiefbauamts, Theo März, soll ein Entwurf noch in diesem Jahr vorgestellt werden.
  • Rückblick Sanierung Altstadt Nord: Im Jahr 1985 beschloss der Gemeinderat für Waldshut das Sanierungsprogramm Altstadt Nord. Dadurch veränderte sich das Waldshuter Zentrum stark, unter anderem durch den neuen Viehmarktplatz samt Tiefgarage und die neue Wallgrabenstraße samt Tiefgarage. Wichtigste Neuerung war die Einrichtung der Fußgängerzone in der Kaiserstraße.

„Der Straßenbelag ist schön geworden. Die Verkehrsführung gibt der Straße einen neuen Flair.“

Gabriele Klaas,Inhaberin Naturkost Klaas

„Es ist schön geworden, aber die Stadt könnte noch ein paar Schilder für die Geschäfte aufstellen.“

Junaid Saeed,Inhaber Celine Moden

„Ich finde es ganz toll. Es hat etwas Nostalgisches, ist aber durch die Geschäfte ganz modern.“

Hans-Joachim Gundelach,Anwohner der Wallstraße

„Endlich kommt dieselbe Beleuchtung wie in der Kaiserstraße, dann hat das Altstadtcharakter.“

Alfred Bornhauser,Inhaberfamilie Haus Bornhauser