Dass der kräftige und farbenreiche Klang der Marc-Garnier Orgel auch beim diesjährigen Orgelkonzert zum neuen Jahr in der evangelischen Versöhnungskirche in Waldshut voll zu Geltung kam, lag sicherlich an Bezirkskantor Matthias Flierl, der immer wieder eins mit dem Instrument zu sein schien und alles aus der Orgel herausholte. Die Einnahmen aus der Kollekte für das Konzert kommen dem Neubau der Orgel der Kirche Mariä Himmelfahrt in Tiengen zugute. „Vielleicht können wir hiermit einen kleinen Beitrag leisten, um den kleinen ökumenischen Graben zwischen den Katholiken und Protestanten zu überspringen“, ermunterte Bezirkskantor Matthias Flierl die zahlreichen Zuhörer.

Auf eine „Reise durch Raum und Zeit“ wolle er die Zuhörer entführen, kündigte Flierl das Konzert an. Es gehe quer durch Europa, vom späten 16. Jahrhundert bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Dass Orgel nicht nur Kirchenmusik kann, stellte sich beim ersten Stück, einer verspielten Toccata von Johann Caspar von Kerli heraus. Vogelgezwitscher als Spezialeffekt gab es bei Johann Pachelbels „Aria quinta“. Nach Italien ging es mit „Capriccio del Soggetto“ von Girolamo Frescobaldi.

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Spanisch wurde es bei Pablo Bruna mit „Tiento de 1er tono“, einem Werk in d-Moll. „Hier haben wir zwei Oberstimmen, die reich verziert sind“, führte Flierl in das Musikstück ein. Auf nach Frankreich hieß es mit Louis-Nicolas Clérambault und der „Suite de deuxième ton“. Trompetenklänge wechselten sich mit Flötenklängen ab. Fast ohne Einsatz der Fußpedale kam die Reise durch Südeuropa aus. „In diesen Ländern ist der Einsatz des Pedals nicht so üblich“, erklärte Flierl.

Vollen Körpereinsatz gab es bei John Stanleys „Voluntary opus 79“. Holland ließ grüßen mit Pieter Cornets „Fantasia ottavi toni“. „Für Präludien wie das von Dieterich Buxtehude ist diese Orgel konzipiert“, freute sich Flierl dann und spielte virtuos und konzentriert das Präludium, Fuge und Ciacona in C-Dur. „Johann Sebastian Bach hat eigentlich die ganze Barockzeit zusammengefasst“, führte Flierl in die Passacaglia und Fuge in c-Moll ein. Begeisterte „Bravo“-Rufe aus dem Publikum begleiteten das vorletzte Stück. Mit lang anhaltendem Beifall bedankten sich die Zuhörer. Mit einer Zugabe des eher ruhigen „Vom Himmel hoch“ von Johann Gottfried Walter verabschiedete sich Matthias Flierl vom Publikum.