In Jestetten und im Ortsteil Altenburg gibt es jetzt eine Mitnahmebank, ausgewiesen durch das blaue Schild über den Köpfen derer, die hier Platz nehmen. Das ist kein Kreditinstitut, bei dem man sich anstellen kann, um Scheine to go zu erhalten und auch keine Aufforderung, sich zu bedienen, falls im eigenen Garten die Sitzgelegenheiten nicht ausreichen. Es ist tatsächlich eine bürgerschaftliche Idee, gedacht für diejenigen Bürger, die nicht mehr so mobil sind und vom Kernort in den Ortsteil pendeln wollen und umgekehrt.

Als Chauffeure sollen sich freundliche Autofahrer zur Verfügung stellen, die noch ein Plätzchen frei haben. Und die Mitfahrer brauchen nicht einmal selber den Daumen rauszuhalten oder lange zu bitten. Wer unter dem Schild sitzt, will mitgenommen werden. Ob auch schon Menschen, die nur kurz verschnauften, in guter Absicht zum Mitfahren genötigt wurden, ist bisher nicht bekannt. Ist es gar nicht recht, kann man sie ja auf kurzem Weg zurückbringen. Die Mitnahmebank ist eine gute Idee, vorausgesetzt, es halten genügend Autofahrer an. Sonst sitzt man womöglich da und wartet und wartet...

Beim Waldshuter Bergfriedhof hat sich ohne äußeres Zutun ein ähnlicher Service entwickelt. Ältere Menschen nehmen gern den „Friedhofsbus“ hinauf auf den Aarberg und müssten je nach Fahrplan zu Fuß den recht steilen und kurvigen Weg zurück in die Stadt gehen. Da ist es schön, dass viele nette Menschen Friedhofsbesuchern anbieten, sie mitzunehmen, samt Korb, Schäufelchen und ein paar Krümeln Pflanzerde. Aber auch in den umliegenden Dörfern würden sich sicher viele Menschen über eine Mitnahmebank freuen. Vielleicht beim Brunnen, irgendwo im Schatten. Da könnte man einsteigen, ohne Fahrplan und Fahrkarte, einfach so, und unterwegs sogar noch ein Schwätzchen halten.