Waldshut – Die Versorgung von Frauen, die an Brustkrebs erkranken, wird immer besser. Trotzdem sterben in Deutschland täglich etwa 48 Betroffene. Mit einer Kerzenzeremonie, der sogenannten Lucia-Aktion, gedenkt die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) in vielen Städten am 1. Oktober der Verstorbenen. Auch die FSH-Gruppen Waldshut und Oberes Wutachtal beteiligen sich und werden am Samstag um 18 Uhr in der alten Spitalkapelle in der Rheinstraße in Waldshut 48 Kerzen entzünden. Damit wird zugleich den "Brustkrebsmonat" Oktober eingeleuchtet, der in Deutschland bereits seit 30 Jahren begangen wird, schreiben die Gruppen in einer Pressemitteilung.

„Durch Fortschritte in der Therapie haben sich die Überlebenschancen für Frauen mit Brustkrebs deutlich verbessert“, erläutert Veronika Limberger, Leiterin der Gruppe Oberes Wutachtal. „Doch in der Behandlung der Betroffenen gibt es noch immer Defizite, auf die wir mit unserer Aktion auch aufmerksam machen möchten“.

Die FSH fordert zum Beispiel, den Übergang von der stationären zur ambulanten Behandlung besser zu gestalten und insbesondere den Langzeitüberlebenden mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Brustkrebs ist eine chronische Erkrankung“, so Renate Hug. „Doch Art, Umfang und Zeitpunkt von notwendigen Nachsorgemaßnahmen sind nach wie vor noch viel zu wenig erforscht.“

Für eine Verbesserung der Versorgungsqualität bei Brustkrebs setzt sich die FSH in verschiedenen gesundheitspolitischen und medizinischen Gremien ein. „Hier vor Ort geht es uns aber darum, Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten, sie aufzufangen und zu begleiten durch ein Leben mit und nach Krebs“, sagt Renate Hug.

Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass eine Brustkrebserkrankung sich auf alle Lebensbereiche gravierend auswirkt: „Da reichen die gewohnten Bewältigungsstrategien meist nicht aus, um mit der neuen Situation klarzukommen.“ Betroffene Frauen sind daher eingeladen, zu einem der nächsten Treffen zu kommen. Die Gruppe Waldshut trifft sich am zweiten Mittwoch des Monats um 16.30 Uhr im Schützenhaus Waldshut. Die Gruppe Oberes Wutachtal trifft sich am ersten Dienstag des Monats um 14 Uhr im Pfarrsaal Eggingen. Erkrankte und deren Angehörige sind jederzeit willkommen.

Die Organisation

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) ist eine der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeorganisation in Deutschland. Sie verfügt bundesweit über ein dichtes Netz an regionalen Gruppen. Die Gruppentreffen stehen allen Menschen offen, die an Krebs erkrankt sind, und auch deren Angehörigen. Die Teilnahme ist unverbindlich und ohne Mitgliedsbeitrag. Ansprechpartnerin ist für die Gruppe Waldshut Renate Hug, Telefon 07741/10 06, für die Gruppe OberesWutachtal Veronika Limberger, Telefon 07746/16 36. Infos im Internet (www.frauenselbsthilfe.de).