In „Anerkennung einer erfolgreichen Unternehmungsgründung“ verlieh der Arbeitskreis Existenzgründungs-Initiative den Gründerpreis 2018 an Timo Weber, Inhaber der Firma Visco Jet Rührsysteme GmbH in Waldshut-Tiengen. Überreicht wurde die Auszeichnung von Dietmar Kühne, Sprecher der Initiative. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird von der Volksbank Hochrhein, der Sparkasse Hochrhein und der Badenova gestiftet.

Die feierliche Preisübergabe fand im Foyer der Volksbank Hochrhein in Waldshut mit vielen prominenten Gästen statt.
Die feierliche Preisübergabe fand im Foyer der Volksbank Hochrhein in Waldshut mit vielen prominenten Gästen statt. | Bild: Manfred Dinort

Die Verleihung fand im Foyer der Volksbank Hochrhein in Waldshut statt. Der Hausherr, Vorstandsvorsitzender Joachim Mei, freute sich, viele prominente Gäste begrüßen zu können. Unter ihnen waren Landrat Martin Kistler, der Waldshut-Tiengener Oberbürgermeister Philipp Frank und als Vertreter des Landes Peter Schäfer, Leiter des Referats Existenzgründung und Unternehmensnachfolge am Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau.

Vortrag über lebendige Gründungskultur

Für musikalische Einlagen sorgte Frank Pohl mit dem Saxophonquartett der Musikschule Südschwarzwald. Den Festvortrag hielt Peter Schäfer zum Thema „Gründungskultur in Baden-Württemberg“. Um eine lebendige Gründungskultur in Gang zu halten, seien immer neue Lösungsansätze und auch der Einsatz finanzieller Hilfen erforderlich, erklärte er. So wurden von der Landesbank neue Programme entwickelt, um den Jungunternehmern unter die Arme zu greifen. Trotzdem seien die Gründerzahlen rückläufig, eine Entwicklung, die man nicht einfach hinnehmen dürfe.

Frauen mit großem Potenzial

Daher seien regionale Initiativen und Veranstaltungen wie diese wichtig, um jungen Menschen Mut zu machen, ihre unternehmerischen Visionen in die Tat umzusetzen. Viel Potenzial lasse sich bei Frauen erschließen. „Vielleicht kann man ja hier mit einem speziellen Gründerpreis für Frauen nachlegen“, meinte Schäfer.

Sieger aus zwölf Unternehmen

Bei der Preisübergabe wies Dietmar Kühne auf die intensiven Vorberatungen hin. Die Existenzgründungsinitiative habe zwölf Unternehmen in die engere Wahl gezogen, aber sich dann einstimmig für die Visco Jet GmbH entschieden. Dann ging er auf den Werdegang des jungen Unternehmens ein, das Rührsysteme entwickelt und produziert und dabei eine eigene Firmenphilosophie entwickelt hat. Landrat Martin Kistler bezeichnete das Unternehmen als „typisches Kind der Region“, flexibel, innovativ und energieeffizient, wobei er sich nicht scheute, einen Vergleich mit dem Silicon-Valley zu ziehen.

Standortprobleme zwingen zum Umzug

Er wies aber auch auf die nachteiligen Standortbedingungen hin, Verkehrsprobleme und Fachkräftemangel. Auch Oberbürgermeister Philipp Frank sprach die aktuelle Verkehrsproblematik an. Er bedauerte, dass das Unternehmen Visco Jet zum Ende des Jahres nach Küssaberg wechselt, „aber wir hatten leider nicht die entsprechenden Flächen, um die Abwanderung des jungen Unternehmens zu verhindern“. Zur Verkehrssituation sagte er: „Uns fehlt eine durchgängige Ost-West-Verbindung, der Leidensdruck ist inzwischen unerträglich geworden.“

Das Unternehmen

2013 übernahm Timo Weber das Unternehmen Visco Jet Rührsysteme GmbH mit all seinen Patenten von seinem Vater. Heute zählt der Betrieb 29 Mitarbeiter und ist in 48 Ländern mit 30 klassifizierten Vertriebspartnern unterwegs. Angeboten werden hochqualifizierte Rührwerklösungen für die Lebensmittel-, Pharma-, Papier-, Getränke-, Keramik-, Chemie- und Kosmetikindustrie. Neben dem Standardprogramm werden auch individuelle Lösungen entwickelt, um die bestmögliche Effizienz bei den Rührvorgängen zu gewährleisten. Zum Ende des Jahres ist der Umzug ins Gewerbegebiet Küssaberg geplant.