Sie „retten, bergen, löschen und schützen“. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Waldshut-Tiengen können aber auch feiern. Kommandant Peter Wolf hat zur Hauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus Kaitle fast die komplette Mannschaft begrüßt, um Rückblick zu halten.

26 Mitglieder der Feuerwehr wurden für 15 oder 25 Jahre aktiven Einsatz geehrt. Die Ehrungen nahmen Kommandant Peter Wolf, Oberbürgermeister Philipp Frank und Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger vor.
26 Mitglieder der Feuerwehr wurden für 15 oder 25 Jahre aktiven Einsatz geehrt. Die Ehrungen nahmen Kommandant Peter Wolf, Oberbürgermeister Philipp Frank und Kreisbrandmeister Dominik Rotzinger vor. | Bild: Rolf Sprenger

Ralf Rieple, Abteilungskommandant von Gurtweil, kommentierte die Einsätze von 2019. Bei den 239 Einsätzen war demnach oft auch die Improvisationskunst gefragt. So wurde etwa ein fünfjähriger Junge mit der Drehleiter aus einer Baumkrone gerettet, ein verirrter und gestrandeter Linienbus wieder flott gemacht und eine fast einen Meter lange Schlange eingefangen.

Zu einer schlagkräftigen Einsatzabteilung gehört auch das entsprechende Material. Ralf Rieple betonte, dass der digitale Mobilfunk und das Leitsystem „Columbus“ sich hervorragend bewährt hätten. „Columbus hat uns bei den Einsätzen außerorts punktgenau zu den Unfallorten geführt“, berichtete Ralf Rieple. Dass der Dienst der ehrenamtlichen Helfer auch seine Schattenseiten hat, davon zeugen die sechs Toten, die trotz des schnellen Eingreifens nicht zu retten waren. Insbesondere der tödliche Verkehrsunfall eines 18-jährigen belastete die Kameraden stark.

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Neben den rund 20 Einsätzen pro Monat nimmt die Weiterbildung einen hohen Stellenwert ein. Kurse für das Atemschutznotfalltraining, die Ausbildung zum Höhenretter oder das Training in einem brennenden Tunnel, das in diesem Jahr in der Schweiz stattfand, verlangen den Mitgliedern der Feuerwehr nicht nur körperlich und mental einiges ab. Die dafür aufgewendete Zeit geht oft zulasten der Lebenspartner und der Arbeitgeber.

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Der neueste Stand der Technik und die gut ausgebildeten Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Waldshut-Tiengen bringen es mit sich, dass sie oft von anderen Wehren zu Hilfe gerufen werden. Die weitesten Einsätze führten sie nach Wehr und Tiefenhäusern. Kommandant Peter Wolf hob hervor, dass für ihn die Jugendausbildung ein wichtiger Baustein zum Erhalt der Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr sei. „Zwar haben wir weiterhin steigende Mitgliederzahlen in der Jugendfeuerwehr, aber sie sind noch nicht auf dem benötigten Stand“, führte der Kommandant aus. Mit dem Start einer Kindergruppe wolle man dies beheben.

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