Mit einem Sektempfang begann die Hauptversammlung der DLRG-Ortsgruppe Waldshut-Tiengen, die im Tiengener Gerätehaus der Feuerwehr stattfand. Der Anlass: Vor 20 Jahren fusionierten die beiden Ortsverbände Waldshut und Tiengen. Daneben gab es einen weiteren Grund zum Feiern: Seit der Wiedereröffnung des Waldshuter Hallenbades steigen die Mitgliederzahlen, die nach der Schließung stark geschrumpft waren, wieder kräftig an.

„Wir sind am Explodieren“, stellte die Vorsitzende Sabine Schumann fest, „ich denke, dass wir im Sommer wieder den alten Stand erreichen werden.“ Zur Fusion der beiden Ortsgruppen sagte sie: „Beide Gruppen haben sich personell und ausrüstungstechnisch hervorragend ergänzt.“

Positive Perspektiven zeigte auch ihr Stellvertreter Ernst Lehr auf: „Wir haben die Chance, im ehemaligen Lonza-Areal an der Kupferschmidstraße ein Grundstück zu erwerben und uns dort was Eigenes aufzubauen, eine neue Zentrale, von wo aus wir unsere Einsätze einheitlich starten können.“ Unterstützung signalisierte Oberbürgermeister Philipp Frank, der versprach, die Ortsgruppe in Sachen Grundstückskauf zu unterstützen und Fördergelder zu generieren.

Allerdings gab es auch einen Wermutstropfen: In der Versammlung wurde einstimmig die Erhöhung des Jahresbeitrages beschlossen. „Um den ständig steigenden Anforderungen gerecht werden zu können, bleibt uns keine andere Wahl“, so die Vorsitzende. In der Versammlung fand auch ein Wechsel in der Jugendabteilung statt: Jugendleiter Max Lehr gab seinen Posten an Sarah Nußbaumer ab, die einstimmig als Nachfolgerin gewählt wurde. Die weiteren Vorstandsmitglieder der Jugendabteilung: Lisa Wyrwoll (Stellvertreterin), Ann-Kathrin Böhm (Kassiererin) und Saskia Schumann (Schriftführerin).

Wechsel in der Leitung der DLRG-Jugendabteilung: Sarah Nußbaumer löst Max Lehr ab.
Wechsel in der Leitung der DLRG-Jugendabteilung: Sarah Nußbaumer löst Max Lehr ab. | Bild: Manfred Dinort

In seinem Jahresrückblick erinnerte Max Lehr an die geselligen Aktivitäten, an die Teilnahme an Rettungswettkämpfen, Bezirks- und Landesmeisterschaften. Einzige Teilnehmerin an den Bundesmeisterschaften war Rieke-Marie Nitsch. Großes Lob für die Jugendabteilung hatte die Vorsitzende Sabine Schumann: „Was würden wir ohne Euch machen? Wir sind stolz darauf, eine so engagierte Jugendgruppe zu haben.“

Auch sie erinnerte an die vielen Events des letzten Jahres, an das Fahrsicherheitstraining, an das wieder angelaufene Hallenbadtraining, ein Neustart, der vielen Arbeitssitzungen verbunden war. Als technischer Leiter berichtete David Lehr über die geleisteten Einsätze.

Ehrungen: Seit 40 Jahren sind Hermann Belgardt und Tochter Simone (von links) aktive Mitglieder bei der DLRG-Ortsgrppe. Rechts die Vorsitzende Sabine Schumann.
Ehrungen: Seit 40 Jahren sind Hermann Belgardt und Tochter Simone (von links) aktive Mitglieder bei der DLRG-Ortsgrppe. Rechts die Vorsitzende Sabine Schumann. | Bild: Manfred Dinort

Herausragend war der Fluteinsatz im Raum St. Blasien im Januar letzten Jahres, im Zusammenhang mit der Schneeschmelze. Lehr sprach aber auch die andere Seite an: „Mit dem Unterhalt der Fahrzeuge und der Ausrüstung sind auch hohe Kosten verbunden, die unsere Kasse belasten“. Ein Problem sei auch die räumliche Enge, „unsere Garagen und Lager sind voll bis zum Rand.“ Abhilfe sei nur über einen Neubau zu schaffen. Mit einer besonderen Auszeichnung endete der Abend: Ann-Kathrin Böhm wurde mit dem bronzenen Verdienstabzeichen des Bezirks ausgezeichnet.

"Rund ein Drittel unserer Mitglieder sind Frauen"

Sabine Schumann, die seit 1978 Mitglied bei der DLRG ist und seit 2008 als Vorsitzende des Orsverbands Waldshut-TIengen amtiert, gibt Einblicke in die Arbeit der Rettungsgruppe.

Frau Schumann, welches sind die traditionellen Einsatzgebiete der Rettungsgruppe?

Die liegen im Ausbildungsbereich, bei Schwimmlehrgängen, in der Badeaufsicht in Freibädern und Freigewässern, im Rettungsdienst, speziell in der Ausbildung der Bootsführer, Taucher, Strömungsretter, Kfz-Führer, Funker und der Jugendarbeit.

Und das Einsatzgebiet?

Das reicht von Jestetten bis Laufenburg und Obersäckingen und nördlich bis an den Schluchsee.

Welche Ausbildung wird vorausgesetzt?

Erforderlich ist die Ausbildung zum Wasserrettungshelfer mit Schnorcheltauchabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Silber, Sanitätsausbildung und Revierkunde.

Sind weibliche Mitglieder eher die Ausnahmen?

Nein, rund ein Drittel unserer Mitglieder sind Frauen.

Sind die Einsätze ehrenamtlich?

Ja, alle aktiven Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und ohne Vergütungen. Die einzige Ausnahme gibt es bei Einsätzen im Katastrophenfall, da werden die Lohnausfälle vom Land übernommen.

Sind die Anforderungen im Laufe der Zeit gestiegen?

Ja, die Vorschriften, die Auflagen und Ansprüche wachsen ständig.

Manfred Dinort