Bis dahin heißt es für die Bundestagskandidaten hier im Landkreis Waldshut: Wahlkampf, Wahlkampf, Wahlkampf. Dazu fahren die Parteien große Geschütze auf. Hoch im Kurs scheinen Besuche von Ministern zu sein. So lud die SPD Bundesaußenminister Sigmar Gabriel ein, die CDU Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und die Grünen Landesumweltminister Franz Untersteller. Es folgen unter anderem noch CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble und EU-Kommissar Günther Oettinger. Die Bundestagskandidaten des Wahlkreises Waldshut sind aber auch ohne Polit-Prominenz seit Wochen überall präsent wie bei Vereinen, sozialen Einrichtungen, in Städten und Gemeinden. Fast unübersehbar auch die Plakatwerbung der hiesigen Bundestagskandidaten – kaum jemand kann sich der Wahlwerbung entziehen. Wer beispielsweise von Tiengen nach Waldshut fährt, dem begegnen auf der B 34 zahlreiche Plakatpolitiker, die den Entgegenkommenden anlächeln.

Aber nicht nur auf den Straßen in der Stadt wird man angelächelt, sondern jetzt auch beim Bäcker. Gemeint ist nicht etwa die freundliche Verkäuferin, sondern CDU-Bundestagskandidat Felix Schreiner. Abgebildet ist er auf den kleinen Tüten einer einheimischen Bäckerei, in die die Verkäuferin Brötchen, Bretzeln und Co. verstaut.

Wo sonst Eigenwerbung abgebildet ist, sieht man jetzt Felix Schreiner mit einer Brezel, durch die er mit einem Auge hindurchspäht, darunter der Wahlspruch "Politik mit Weitblick". Schreiner: "Ich möchte in meinem Wahlkampf von altbackenen Konzepten wegkommen und setze daher auf Frischgebackenes." Schreiner wollte die Leute dort abholen, wo sie sind – eben auch in der Bäckerei. Was ihm wohl als nächstes einfällt? Vielleicht ein Laugengebäck mit seinen Umrissen? Dann wäre Wahlkampf wortwörtlich doch irgendwie in aller Munde.