Die spektakuläre Bergung eines 50 Meter in die Tiefe gerutschten Lastwagens hat bei schwierigen winterlichen Verhältnissen am Samstagnachmittag in Bürglen stattgefunden. Am Donnerstag gegen 17.30 Uhr hatte ein 34 Jahre alter Lastwagenfahrer eines Paketdienstes nach Polizeiangaben den Gemeindeverbindungsweg von Bürglen in Richtung Schmitzingen befahren. Dabei blieb er auf der schneebedeckten Straße stecken und rutschte leicht von der Fahrbahn ab. Da er von selbst nicht mehr wegkam, machte sich der Fahrer zu Fuß auf den Weg ins nahegelegene Dorf, um Hilfe zu holen.

50 Meter tief über eine Böschung gerutscht war ein Lastwagen (Firmenaufschrift unkenntlich gemacht), der am Samstagnachmittag bei Bürglen geborgen wurde.
50 Meter tief über eine Böschung gerutscht war ein Lastwagen (Firmenaufschrift unkenntlich gemacht), der am Samstagnachmittag bei Bürglen geborgen wurde. | Bild: Peter Umstetter

Bauern versuchten mit zwei Traktoren, den Lastwagen flott zu machen. Dabei riss die Verbindung zwischen einem Traktor und dem Lastwagen, der sich daraufhin selbstständig machte und führerlos rückwärts eine steile Böschung hinunterstürzte. Nach mehr als 50 Metern wurde das sechs Tonnen schwere Fahrzeug von Bäumen gebremst und blieb liegen. Eine Bergung war aufgrund der winterlichen Verhältnisse am Abend nicht mehr möglich.

Aufwendige Prozedur

Da es am Hochrhein laut Firmeninhaber Johannes Strittmater nur ein Abschleppunternehmen gibt, das Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht bergen kann, konnte der Lastwagen erst am Samstagnachmittag nach oben geholt werden. Strittmatter sagt: „Vier Stunden wurden benötigt, um das abgestürzte Fahrzeug wieder auf den asphaltierten Gemeindeverbindungsweg zu bekommen, der vor Bergungsbeginn erst mal schneefrei gemacht werden musste, um einen guten Grip mit den Bergungsfahrzeugen zu haben.“

Mit zwei Seilwinden und insgesamt 41 Tonnen Zugkraft wurde der abgestürzte Lastwagen am Samstagnachmittag geborgen.
Mit zwei Seilwinden und insgesamt 41 Tonnen Zugkraft wurde der abgestürzte Lastwagen am Samstagnachmittag geborgen. | Bild: Peter Umstetter

Die Bergung verlief nicht ohne Komplikationen: „Da der Lastwagen zwischen den Bäumen verkantet war und er über eine steile Kante hochgezogen werden musste, war der Abrieb so stark, dass eines der beiden Stahlseile, welches bis zu zwölf Tonnen Gewicht zugelassen ist, gerissen ist“, so Strittmatter.

Baum steht im Weg

Nach kurzer Überprüfung wurde dann festgestellt, dass ein Baum gefällt werden musste, um das Fahrzeug bergen zu können. Daraufhin wurde Michael Duttlinger, Spezialist für Forst- und Gartentechnik, an den Unfallort bestellt, um den Baum zu entfernen. Gegen 16 Uhr stand der Lastwagen dann wieder auf festem Untergrund und der Einsatz war bald beendet.