Elmo schaut frech in die Kamera und kuschelt gleich seinen Kopf an seine Besitzerin. Er ist der Holländer von Nicole Huber, die mit 23 Jahren vor wenigen Monaten zur jüngsten Vorsitzenden in der Geschichte des Reitervereins Tiengen gewählt worden ist. Sie muss mit ihrem Vorstandsteam gleich eine große Herausforderung meistern. Mit den Arbeiten um ein großes Turnier vertraut, trägt sie nun zum ersten Mal beim dreitägigen Pfingstreitturnier vom kommenden Samstag bis Montag die Verantwortung.

Leidenschaft für Pferde in die Wiege gelegt

Die 23-jährige Studentin des Steuer- und Prüfungswesens stammt aus einer Reiterfamilie. „Ich bin vom Virus angesteckt worden“, sagt sie. Seit Kindesbeinen hat sie mit Pferden zu tun, mit 13 ist sie bei den ersten kleinen Prüfungen bei einem Jugendturnier geritten. Pferde gehören schon lange zur Familie Huber. Nicole hat ihre Eltern Susan und Jürgen immer begleitet und hat früh kleine Aufgaben beim Pfingstreitturnier übernommen.

Ein bisschen nervös, aber keine Angst

Selbst an der Spitze zu stehen, ist schon eine andere Dimension. Ein bisschen nervös scheint sie zu sein, doch sie hat keine Angst und freut sich auf das Wochenende. „Es gehört schon einiges dazu, was man nicht so sieht“, sagt sie. Ins kalte Wasser fühlt sie sich nicht geworfen. So ein Turnier sei ein weiterer Lernprozess für die Jungen. „Ich habe ein bisschen Bammel, aber alle beruhigen mich und sagen: es läuft schon“, erzählt die 23-Jährige.

Beschauliche Ruhe vor dem Turnier: Nicole Huber mit ihrem Holländer Elmo. Casper (links) schaut neugierig zu.
Beschauliche Ruhe vor dem Turnier: Nicole Huber mit ihrem Holländer Elmo. Casper (links) schaut neugierig zu. | Bild: Michael Neubert

Auf das Team ist Verlass

Sie weiß ein gutes Team mit erfahrenen Leuten hinter sich und erklärt: „Wenn alles läuft, weiß jeder, wo sein Platz ist und was er tu tun hat.“ Das sind Parcourschef Embert Lüber, Anne und Klaus Laniado als Dressurexperten, Rudi Etspüler, natürlich ihre Eltern, der Vorstand und die mehr als 40 Helfer, die über drei Tage permanent im Einsatz sein werden. Dazu kommen Richter und die Leute im Wettkampfbüro. Sie wissen, wie es läuft.

Turniergelände wird eingerichtet

Noch ist es ruhig auf der Anlage an der Wutach. Nach und nach wird alles eingerichtet: Richterturm, Zäune, Festzelt, Stallzelt, Blumenschmuck und Hindernisse müssen aufgebaut werden. Bis Freitagabend wird dann alles an seinem Platz stehen, am Samstagmorgen kann es schließlich losgehen. Der Verein steht wieder vor einer Mammutaufgabe. 31 Prüfungen mit 1100 Nennungen stehen auf dem Programm, 320 Reiter mit 565 Pferden sind bisher gemeldet. Das sind mehr als im vergangenen Jahr. Auch Nicole Huber und Elmo gehen in den Parcours.

8800 Euro an Preisgeldern

Insgesamt 8800 Euro an Preisgeldern plus Ehrenpreise werden beim Pfingstreitturnier vergeben. Nicole Huber erklärt dazu: „Das ist nur mit Sponsoren möglich.“ Die Stadt Waldshut-Tien­gen unterstützt den Verein. Vor allem haben die städtischen Mitarbeiter den Parcours wieder perfekt hergerichtet. Es kann also losgehen.

Der Zeitplan

  • Springen:Das Turnier beginnt am Samstag, 8.30 Uhr, mit der A-Stilspringprüfung. Es folgen A- und L-Springpferdeprüfungen um 10.30 Uhr und 12 Uhr, L-Springen um 13.30 Uhr und 15 Uhr und eine M-Zwei-Phasenspringprüfung. Am Sonntag geht es dann um 7.30 Uhr los mit zwei A-Springen, gefolgt von zwei L-Springen (12.30 Uhr und 14 Uhr), einem M-Punktespringen (15.45 Uhr) und dem S-Springen (17.45 Uhr). Der Montag beginnt mit einem L-Springen um 8 Uhr, weiter geht es mit der L-Springpferdeprüfung (9.15 Uhr), dem Springreiterwettbewerb (10.30 Uhr), dem M-Springen (11.15 Uhr), dem Stilspringwettbewerb (13.15 Uhr), dem Führzügelwettbewerb (14 Uhr) und dem Großen Preis von Waldshut-Tiengen, dem S-Springen mit Siegerrunde (15 Uhr).
  • Dressur: Auf dem Dressurplatz stehen folgende Prüfungen auf dem Plan: A-Dressur (8.30 Uhr und 10.45 Uhr), A-Dressurpferdeprüfung (14 Uhr), Reitpferdeprüfung (16.30 Uhr) am Samstag; L-Trensendressur (7.30 Uhr), Dressurreiterwettbewerb (10.30 Uhr), Reiterwettbewerb (12 Uhr), L-Trensendressur (13 Uhr), M- Dressur (16 Uhr) am Sonntag; L-Kandare-Dressur (9.30 Uhr), L-Dressurpferdeprüfung (13 Uhr), M-Dressur (14.30 Uhr) am Montag.