In Indlekofen läuten die Alarmglocken. Das lang gestreckte Straßendorf mit seinen Gefällstrecken leidet unter dem zunehmenden Verkehr. „Das geht zu Lasten der Lebensqualität und der Gesundheit“, klagten die Bürger in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.

Aber auch Oberbürgermeister Philipp Frank und Jürgen Wiener vom städtischen Ordnungsamt konnten nur wenig Hoffnung machen, dass sich an der Situation in nächster Zeit was ändern werde. „Uns fehlt eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung“, so der OB. „Die Engpässe in Waldshut führen dazu, dass sich der Verkehr verlagert“. Auf die Forderung, mehr Kontrollen durch städtische Beamte durchzuführen, sagte er: „Wir können unsere Leute nicht zu jeder gewünschten Zeit einsetzen. Wir haben an jeder Ecke ein Verkehrsproblem, unsere Beamten sind ständig im Einsatz“. Jürgen Wiener wies auf die Situation in Gurtweil hin, wo das Verkehrsaufkommen nochmals deutlich höher liege.

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Zwar werde der Verkehr in den neu eingerichteten Tempo-30-Zonen abgebremst, doch dann werde wieder aufs Gas gedrückt mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Anwohner. „Wir haben aktuell so viel Verkehrsdruck, dass wir die Strecke brauchen“, stellte Wiener fest. „Solange die Verkehrsprobleme in Waldshut nicht gelöst sind, kann man es den Leuten auch nicht verübeln, wenn sie auf andere Strecken ausweichen“, sagte Ortsvorsteher Hanspeter Schäuble. Bauliche Maßnahmen, wie Straßenverschwenkungen an den Ortseingängen, seien nur in Verbindung mit einem Straßenneubau möglich, so Wiener. „Und die werden die Autofahrer nicht daran hindern, anschließend wieder zu beschleunigen.“

Wiener: Ich stehe hinter den Bürgern, versuche die Probleme anzugehen, aber einfache Lösungen gibt es nicht.“ Jedenfalls sei es nicht möglich, aufgrund des Verkehrsaufkommens eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde einzuführen. „Auch Smilies verlieren schnell ihre Wirkung. Und wenn wir eine stationäre Blitzanlage aufstellen, dann kommen alle andern und wollen das auch haben“, sagte er.

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„Wir haben über achtzig Messstellen und dazu gehört auch Indlekofen.“ Im letzten Jahr seien hier vier oder fünf Kontrollen durchgeführt worden. Seitens der anwesenden Bürger wurde gefordert, die Radarkontrollen zu verdichten: „Wer einmal einen Strafzettel bekommen hat, fährt das nächste Mal langsamer.“ Stelle man seinen Tempomat auf 50 Stundenkilometer ein, so wurde berichtet, dann habe man schnell eine Schlange hinter sich und es werde sogar gehupt.

Morgens, von 7 bis 9 Uhr, da sei es am schlimmsten. „Da kann man nicht im Bereich der Straße arbeiten, sonst wird man über den Haufen gekarrt.“ Zwar gäbe es einen durchgehenden Gehweg, aber da sei es zu der Zeit nicht möglich, die Strecke mit Kindern zu laufen. Gefordert wurde, das Thema nicht auf die lange Bank zu schieben oder an den Finanzen scheitern zu lassen. Hier sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen.“ Jürgen Wiener verwies auf die nächste Verkehrsschau, die noch in diesem Jahr stattfinden soll, „danach werden wir versuchen, die Probleme abzuarbeiten“.