Herr Holzbach, Sie haben als neu gewählter Stadtrat die ersten Sitzungen des Gemeinderates Waldshut-Tiengen erlebt. Haben Sie sich die Arbeit im Gremium so vorgestellt?

Es gab viele neue Eindrücke und dadurch, dass es ein fortlaufender Prozess ist, wächst man mit jeder Sitzung besser in die Sachlage rein. Die ersten Sitzungen waren geprägt von Entscheidungen, die der vorangegangene Rat bereits entschieden hatte und die jetzt weiter bearbeitet werden. Die Arbeit im Gremium und in den Ausschüssen entspricht den Erwartungen.

Warum haben Sie sich als Kandidat aufstellen lassen? Haben sich Ihre Erwartungen bisher erfüllt?

Seit 2001 wohnen wir in der schönen Stadt am Hochrhein und betreiben dort eine Konditorei in der Kaiserstraße. Fast genau solange engagiere ich mich ehrenamtlich im Werbe- und Förderungskreis Waldshut in verschiedenen Positionen und nehme so am Stadtleben regen Anteil. Mir war und ist es wichtig nicht nur zu fordern, sondern durch Einsatz und persönliches Engagement etwas dazu beizutragen, dass sich Stadt und Standort weiterentwickeln. Es bereitet mir Freude, und ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist sich einzubringen. Die Mitarbeit und das Engagement des Vereins „Pro Freibad“ war dann letztlich das Zünglein an der Waage, um mich um ein Mandat zu bewerben.

Was war bisher für Sie als Stadtrat die größte Herausforderung?

Herausfordernd war, dass ich mich am Anfang in relativ komplexe Entscheidungsprozesse einfinden musste. Hier war viel Hintergrundwissen notwendig, in das man sich einlesen musste. Dadurch, dass wir 16 Neue sind, hat hier der Entscheidungsprozess etwas länger gedauert und war mit mehr Rückfragen verbunden, was aber legitim ist, denke ich.

Welche Themen waren für Sie bisher besonders spannend und warum?

Jedes ist auf seine Art spannend und immer steckt hinter jedem Thema ein Anliegen eines Bürgers, einer Gruppe oder Interessengemeinschaft oder es besteht ein sachlicher Grund, der seine Berechtigung hat. Herausheben kann man vielleicht die Entscheidung um den Bau des Klettgau-Karreès, der uns besonders beschäftigt hat.

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Welches Thema/Projekt liegt Ihnen für die Zukunft am Herzen?

Jede Gemeinderätin, jeder Gemeinderat, hat durch die verschiedensten Hintergründe seine Präferenzen und Schwerpunkte. Das kommt ja auch in den Diskussionen zum Tragen und ist gut so. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit, interessiere ich mich besonders für die Punkte Infrastruktur, Erreichbarkeit und die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit unserer Innenstädte in Tiengen und in Waldshut. Auch die Nachhaltigkeit von Entscheidungen und die Transparenz unserer Arbeit in der Bevölkerung sind mir wichtig.

Welche Herausforderungen kommen nach Ihrer Sicht noch auf den Gemeinderat zu?

Die Stadt steht vor großen Herausforderungen in den Bereichen Erreichbarkeit (Verkehr, Mobilität), Wohnungsbau (privater Wohnraum, Unterhalt städtischer Immobilien), Schaffung von Kindergartenplätzen und Schulen. Es gibt noch einige andere Punkte, aber alle haben eins gemeinsam, sie müssen in einem Haushalt umgesetzt werden der in den kommenden Jahren wahrscheinlich nicht mit großen Überschüssen gesegnet sein wird. Deshalb werden Haushaltsdiziplin und Visionen wichtig sein.

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Wie hoch ist der Zeitaufwand, um sich für die Sitzungen vorzubereiten?

Das hängt ein wenig von den Sitzungsvorlagen ab, die wir bekommen. Die Durchsicht derer und die vorbereitende Fraktionssitzung nehmen schon ein paar Stunden in Anspruch.

Könnten Sie sich schon jetzt vorstellen, in vier Jahren erneut als Stadtrat zu kandidieren?

Warum nicht. Es macht nicht nur Arbeit, sondern auch Spaß und solange der überwiegt und die Wähler/Bürger es so wollen, ja.

Die neuen Waldshut-Tiengener Gemeinderäte im Interview

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