Souverän bewältigte der neue Ortsvorsteher Claudio Helling die Leitung seiner ersten Bürgerversammlung in Gurtweil. In der Gemeindehalle lauschten knapp 200 Bürger den Berichten, bestätigten mit Beifall die Leistungen der Verantwortlichen, genossen das Rehessen und waren mit Fragen oder Kritik äußerst zurückhaltend.

Die Einwohnerstatistik

Nach dem Sektempfang zu Beginn der etwa dreistündigen Versammlung wünschte der Ortsvorsteher den 1697 Gurtweilern „insbesondere Gesundheit, Zuversicht und Frieden“. Dann nannte er Zahlen, Daten und Fakten aus dem Jahr 2019. Demnach wurden in Gurtweil 13 Kinder geboren, 18 Bürger starben und bedingt durch Zu- und Wegzüge nahm die Bevölkerung um 17 Einwohner ab. Angesichts der zwei Neubaugebiete ‚Bodenacker‚ und ‚Höllstein‚ wird Gurtweil „schon kurzfristig wieder wachsen“, so Helling.

Die 35 Aktiven der Gurtweiler Feuerwehrabteilung mussten im vergangenen Jahr zu 44 Einsätzen ausrücken (acht Brände, 15 technische Hilfeleistungen, 20 Alarme durch Brandmeldeanlagen, einschließlich Fehlalarme). Die Nachwuchssorgen wollen die Feuerwehrleute in diesem Jahr mit einer Werbeaktion und der Einrichtung einer Kinderfeuerwehr angehen.

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Helling erinnerte an den wahlbedingten Wechsel im Ortschaftsrat und an das Ausscheiden seiner Amtsvorgängerin Marina Schlosser. Stellvertretend für den Ortschaftsrat und die Gurtweiler Vereine überreichte Helling ein „luftiges Geschenk“, um „Dein Gurtweil einmal von oben zu erkunden“, wie er sagte. Helling wies auch darauf hin, dass mit dem Neubau der Rohrbrücke die Verbindung zwischen Dorf und Vereinszentrum wieder hergestellt sei. Für die drei ausgeschiedenen Wegewarte wurde Tim Granacher gewonnen, der einen Großteil der Aufgaben übernehmen wird, sagte Helling.

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Das Aufstellen des Jugendbauwagens, Neuerungen in der Verwaltung, die vorübergehende Nutzung des Sitzungssaals als Klassenzimmer, der Einbau eines Rolltors im Feuerwehrgerätehaus, der Kauf eines Veranstaltungszelts für die Vereine, der Kauf neuer Hallenstühle, die Verlegung der Umspannwerke auf den Hungerberg und andere Themen beschäftigten den Ortschaftsrat.

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Als Oberbürgermeister Philipp Frank Gurtweil etwas süffisant als den „schönsten Ortsteil“ bezeichnete, konterte ein Bürger damit, dass es „der verkehrsreichste Ortsteil“ sei. Das Rehessen hat wieder die Caritas-Küche zubereitet und Mitglieder des Sportvereins sowie ein Serviceteam servierten es. Davor stellte Manfred Schrenk, Geschäftsführer der Caritaswerkstätten Hochrhein, die seit 1980 im Gurtweiler Schloss untergebrachte Einrichtung vor. Sie ermöglichen 600 Menschen mit Behinderung die Teilhabe am öffentlichen Leben und bieten für 200 Bewohner unterschiedliche Wohnformen. Schrenk appellierte an die Bürger, bei Besuchen in der Gartenanlage auf dem Privatgelände die vom Behindertenbeirat aufgestellten Aufenthaltsregeln zu respektieren.

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