Der Vitibuck-Turm ist einer der beliebtesten Naherholungsorte in Tiengen. Von seiner Plattform aus überblickt man Tiengen, Lauchringen und die weitere Umgebung. Doch die exponierte Lage des Aussichtspunkts hat auch ihren Preis: Vier Jahrzehnte Wind und Wetter auf dem Gipfel des Tiengener Hausbergs hatten der Substanz des Bauwerks zugesetzt.

Armin Müller vom Stadtplanungsamt Waldshut-Tiengen ist mit dem Ergebnis der Sanierung zufrieden.
Armin Müller vom Stadtplanungsamt Waldshut-Tiengen ist mit dem Ergebnis der Sanierung zufrieden. | Bild: Peter Rosa

Während der vergangenen Wochen wurde der Turm im Auftrag der Stadt in zwei Schritten für die kommenden Jahrzehnte fit gemacht. Zunächst wurde die Aussichtsplattform auf 25 Metern Höhe komplett zerlegt. Das morsche Holz, insgesamt zwölf Kubikmeter, war nicht mehr zu retten. Anschließend wurde eine neue Plattform angefertigt. Das Material wurde Stück für Stück zur Turmspitze verfrachtet und dort in luftiger Höhe zusammengebaut. Das Besondere: Der Boden ist hier nun nach außen hin leicht abschüssig. So kann Regenwasser besser abfließen.

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Die Dielen des Fußbodens sind zudem einzeln verschraubt, damit sie im Bedarfsfall ohne großen Aufwand ausgetauscht werden können. Was durch ihre Ritzen gelangt, fließt auf der darunterliegenden, ebenfalls abschüssigen Blechabdeckung des Unterdachs zum Plattformrand ab, statt sich wie bisher ins Innere des Turms zu ergießen. Diese Konstruktionsidee ist auch der Grund, warum der Vitibuck-Turm nun 132 Stufen hat, eine mehr als zuvor. Der Treppenaufgang endet nun an der mittig leicht erhöhten Stelle der Plattform.

Durch die leichte Abschüssigkeit wurde in der Mitte der Aussichtsplattform eine zusätzliche Stufe notwendig – die 132.
Durch die leichte Abschüssigkeit wurde in der Mitte der Aussichtsplattform eine zusätzliche Stufe notwendig – die 132. | Bild: Peter Rosa

Apropos Blech: Auch der drei Hauptstützen des Turms hat man sich angenommen. Diese wurden mit Fichten- und Tannenholz und zusätzlich mit Blech verkleidet. Auch hier ist das Ziel, die ursprüngliche Substanz des 1979 errichteten Turms durch abdeckende „Verschleißteile“ zu schützen, die leicht und günstig austauschbar sind.

Die Hauptstützen des Vitibuck-Turms wurden zum Schutz mit Fichten- und Tannenholz verkleidet. Dieses wiederum ist ebenfalls durch eine Blechabdeckung geschützt.
Die Hauptstützen des Vitibuck-Turms wurden zum Schutz mit Fichten- und Tannenholz verkleidet. Dieses wiederum ist ebenfalls durch eine Blechabdeckung geschützt. | Bild: Peter Rosa

„Die Zusammenarbeit bei der Sanierung hat hervorragend funktioniert und das Ergebnis ist sehr gut gelungen“, freut sich Armin Müller, der beim Stadtplanungs- und Baurechtsamt die Erholungseinrichtungen verantwortet. Das Konzept für die Verbesserungen wurde in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Hans Peter Flößer ausgearbeitet. Die Oberalpfener Zimmerei Denz und die Waldshuter Blechnerei Schneider + Sohn haben die Arbeiten ausgeführt. Und das ganz ohne Baugerüst.

 

Zuvor hatte eine Spezialfirma an verschiedenen Stellen Probebohrungen im Holz durchgeführt und die sanierungsbedürftigen Stellen identifiziert. Insgesamt hatte die Sanierung 125 000 Euro gekostet. 82 000 Euro fielen für die Zimmerer- und 43 000 Euro für die Blechnerarbeiten an.

Unter der Sitzbank ist deutlich zu erkennen, wie der neue Fußboden zu den Seiten hin leicht abschüssig gestaltet wurde, um Regenwasser besser abfließen zu lassen. Ebenfalls erkennt man hier Teile des mit Blech verkleideten Unterdachs.
Unter der Sitzbank ist deutlich zu erkennen, wie der neue Fußboden zu den Seiten hin leicht abschüssig gestaltet wurde, um Regenwasser besser abfließen zu lassen. Ebenfalls erkennt man hier Teile des mit Blech verkleideten Unterdachs. | Bild: Peter Rosa

Durch das frische, Helle Holz und die schimmernden Kupferbleche ist der Vitibuck-Turm nun nicht nur technisch für die kommenden Jahrzehnte gerüstet. Als Schmuckstück des Tiengener Hausbergs erstrahlt er auch optisch schon von weitem entsprechend aufpoliert. Im Innern der Plattform erinnern die drei dort unverkleideten Stützen an die lebendige Geschichte des Turms als Ausflugsort.

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Inmitten der noch makellosen Dielen sind darauf die Verzierungen unzähliger Taschenmesser aus den vergangenen vier Jahrzehnten erhalten geblieben. Zwar werden auch das neue Holz und das Kupfer mit der Zeit dunkler werden und ihre typische Wind- und Wetter-Patina annehmen. Auch wird die eine oder andere Diele im Inneren des vielbestiegenen Turms zum Austausch anstehen – der Turm wird regelmäßig auf Schäden kontrolliert. Seine Standfestigkeit ist nun aber auch für die kommenden Jahrzehnte gesichert.

Am 19. November wird der Turm bei einem Besuch des Gemeinderats offiziell von Oberbürgermeister Philipp Frank wiedereröffnet.

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