Ein kleiner Schritt mehr auf dem langen Weg zur Finanzierung der Sanierung der katholischen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt wurde am Sonntagnachmittag gemacht. Am Tag des offenen Denkmals hatte das Gemeindeteam der Pfarrgemeinde, zusammen mit der Stadt und etlichen Vereinen, einen Aktionstag auf die Beine gestellt. Ziel war es, zu informieren, zu unterhalten und etwas Geld einzunehmen, um den Spendentopf für die millionenschwere Sanierung der Stadtpfarrkirche etwas voller zu machen.

Im Wetterpech: Blick auf die Tiengener Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die am Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt steht, auf dem Kirchplatz wird bewirtet, leider bleiben die Besucher dort nur unter dem Zeltdach trocken.
Im Wetterpech: Blick auf die Tiengener Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die am Tag des offenen Denkmals im Mittelpunkt steht, auf dem Kirchplatz wird bewirtet, leider bleiben die Besucher dort nur unter dem Zeltdach trocken. | Bild: Ursula Freudig
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Der Kostenanteil, den die Kirchengemeinde tragen muss, ist groß. Trotz Dauerregens und frischer Temperaturen hatte der Aktionstag viele Besucher angezogen. Die Pfarrkirche und der Kirchplatz, auf dem bewirtet wurde und auf dem Tiengener Stadtmusiker aufspielten, standen im Mittelpunkt.

Gesellige Runde: Nach dem Gottesdienst zum Auftakt des Aktionstags verweilen Pfarrer Ulrich Sickinger (von links), Klaus-Dieter Ritz, Annette Ritz, Bürgermeister Joachim Baumert und Sabine Baumert noch an einem der Tische auf dem Kirchplatz.
Gesellige Runde: Nach dem Gottesdienst zum Auftakt des Aktionstags verweilen Pfarrer Ulrich Sickinger (von links), Klaus-Dieter Ritz, Annette Ritz, Bürgermeister Joachim Baumert und Sabine Baumert noch an einem der Tische auf dem Kirchplatz. | Bild: Ursula Freudig

Aber auch der Storchenturm (Führungen) und das Schloss, das Heimatmuseum mit Jüdischem Zimmer, die Schwarzenbergsäle und die Zimmer, die dem Tiengener Komponisten Heinrich Kaminski gewidmet sind, hatten geöffnet und auch regen Zulauf. Ebenso auf Interesse stießen Führungen durch das einstige jüdische Tiengen.

Storchenturm: Am Aktionstag gab es auch Führungen durch den Storchenturm, hier hört Familie Fox aus Bannholz zum Abschluss ein Lied von Hubert Baumgartner.
Storchenturm: Am Aktionstag gab es auch Führungen durch den Storchenturm, hier hört Familie Fox aus Bannholz zum Abschluss ein Lied von Hubert Baumgartner. | Bild: Ursula Freudig

Besonders beeindruckend waren die Einblicke in die von Peter Tumb (1681 bis 1766) erbaute Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, weil bei Führungen Räume betreten wurden, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Wie die untere Sakristei und die obere mit ihren Renaissance-Wandmalereien.

Schloss: Das Heimatmuseum mit seinem Jüdischen Zimmer verzeichnete beim Aktionstag einen Besucherrekord, unter den Besuchern war Familie Sattler aus Lörrach.
Schloss: Das Heimatmuseum mit seinem Jüdischen Zimmer verzeichnete beim Aktionstag einen Besucherrekord, unter den Besuchern war Familie Sattler aus Lörrach. | Bild: Ursula Freudig

Fast ein wenig abenteuerlich war die Besteigung des Turms, der derzeit saniert wird. Bis zum Glockenstuhl hinauf, also etwa auf halbe Höhe des rund 60 Meter hohen Turms, führte Architekt Axel Völkle die Besucher. Glockenstuhl, Glocken und Uhr werden ebenfalls überholt und bekommen eine neue Steuerungstechnik. „Damit der Pfarrer vom Handy aus die Glocken läuten und die Uhr stellen kann“, so Völkle.

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Spende: Pfarrer Ulrich Sickinger freut sich über 600 Euro Zuwendung vom Frauenverein Tiengen, überreicht von der Vorsitzenden Cornelia Maier.
Spende: Pfarrer Ulrich Sickinger freut sich über 600 Euro Zuwendung vom Frauenverein Tiengen, überreicht von der Vorsitzenden Cornelia Maier. | Bild: Ursula Freudig

Freude gemacht hat auch das Kirchenpuzzle. Für einen Euro konnten die Besucher eines von 551 Puzzleteilen erwerben und eine Luftaufnahme von Tiengen immer mehr vervollständigen. Am Aktionstag fand auch eine Spendenübergabe zugunsten der Sanierung statt: 600 Euro aus dem Erlös eines Standes des Frauenvereins Tiengen beim Handwerkermarkt übergab die Vorsitzende Cornelia Maier an Pfarrer Ulrich Sickinger.

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Puzzle-Spaß: Lidija (von links) und Raffaela Bachmann, ihr Vater und Roswitha Klotz-Birk in der Pfarrkirche am Tisch von Stephanie Landwehr, wo es für ein Euro ein Puzzlestück zu kaufen gibt, das fertige Bild zeigt eine Luftaufnahme von Tiengen.
Puzzle-Spaß: Lidija (von links) und Raffaela Bachmann, ihr Vater und Roswitha Klotz-Birk in der Pfarrkirche am Tisch von Stephanie Landwehr, wo es für ein Euro ein Puzzlestück zu kaufen gibt, das fertige Bild zeigt eine Luftaufnahme von Tiengen. | Bild: Ursula Freudig

Die Aktion und die Sanierung

  • Der „Tag des offenen Denkmals“ wird durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert und findet bundesweit jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. Ziel ist Geschichte zum Anfassen, indem vor Ort besondere Bauten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Pforten öffnen.
  • Mitwirkende in Tiengen: die katholische Pfarrgemeinde (Gemeindeteam), der Kirchenchor, die Stadtmusik, die Tourist-Info Waldshut, die Aktionsgemeinschaft, die Bürgerzunft, der Freundeskreis Jüdisches Leben in Tiengen, die Freunde Schloss Tiengen und die Heinrich Kaminski Gesellschaft. Schirmherr war Oberbürgermeister Philipp Frank.
  • Die Sanierung der Tiengener Stadt-pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die als bedeutendstes Bauwerk des Spät-barock am Hochrhein gilt, erfolgte in Etappen. Erster Bauabschnitt: Turmsanierung innen und außen, Kosten 1,1 Millionen Euro, komplett finanziert durch die Erzdiözese (67 Prozent), Zuschüsse Stiftung Denkmalschutz und Landesdenkmalamt, Bauförderverein für Kapellen und Kirchen Tiengen (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Einnah-men durch Aktionen) sowie Eigenmittel und Rücklagen. Voraussichtlicher Abschluss Ende 2019. Zweiter Bauab-schnitt: Sanierung Gebäudehülle und statische Sanierung des Dachstuhls, die Kosten von rund 1,4 Millionen Euro sind bis auf 200 000 Euro gedeckt, wird die Finanzierungslücke rechtzeitig geschlossen, geht die Sanierung nahtlos in den zweiten Bauabschnitt über, Dauer rund ein Jahr. Dritter Bauabschnitt: Innensanierung, Kosten rund 2,5 bis 2,8 Millionen Euro, Finanzierung und Beginn unklar. Abschluss: Anschaffung einer neuen Orgel, Kosten rund 650 000 Euro, Erneuerung der bisherigen ist nicht möglich. Finanzierung und Zeitpunkt unklar.