Der Schweizer Künstler Tobias Mattern aus Trasadingen (61) zeigt jetzt in den Schwarzenbergsälen im Tiengener Schloss Skulpturen und Malerei. Er ist in der Region kein Unbekannter und hat etwa am Symposium „Skulptour Tiengen„ (2008) oder dem Bildhauersymposium (2010) teilgenommen.

Erstmalig präsentiert der gelernte Steinbildhauer nun auch die andere Seite seines Schaffens – die Malerei. Kurator Bernd Salfner freute sich bei der Begrüßung über die vielen Schweizer Gäste: „Solche Kontakte zwischen dem Kanton und unserm Landkreis wünschen wir uns natürlich von Herzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Da sind zum einen knapp 20 unterschiedlich große und farbige Skulpturen aus Basalt, Kalkstein, Basaltlava und vor allem die elegant gewellten Buchseiten aus Rotem Granit. Sylvia Vetter vom Verein Freunde Schloss Tiengen, die in die Ausstellung einführte: „Diese Seiten sind aus dem Steinblock heraus geschnitten. Bücher haben hier quasi ein Denkmal bekommen.“

Diese Skulpturen sind glatt und formschön bearbeitet und teilweise beweglich. Erstaunlich dann zwei oval geformte „Skulpturpakete“ aus Holz und Wachs, die am Boden liegen. Sie wirken wie verpackt und geschnürt: „Sie sind innen hohl, und die Öffnungen mit Draht geschützt, bevor ich sie mit Wachs bedeckt habe,“ so der Künstler.

Das könnte Sie auch interessieren

Kontrastreich daneben die teils großformatigen Ölbilder. Hier überwiegt die Farbe Grün in unzähligen Nuancen. Die Bilder scheinen zu flirren und voller Bewegung: „Sie wecken unwillkürlich Erinnerungen an Natur“, so Sylvia Vetter. Ist es ein Teich? Ein Vogel- oder Insektenschwarm? Auf den Mond hinter Wolken? Oder ein Wald? Hier kann der Betrachter viel Fantasie entwickeln.

Spannung zwischen Skulpturen und Ölbildern

Nur einmal hat so ein wunderbar verinnerlichtes Bild einen konkreten Titel: „Waldrand in Erzingen„ nennt es der Künstler. Dieses dreiteilige Bild ist eine Farborgie in Grüntönen, wunderbar impressionistisch mit flirrend eingefangenem Licht. Die Farbe ist hier für Tobias Mattern wichtiger als das Motiv. Die Spannung zwischen den streng geformten Skulpturen und den farbvibrierenden Ölbildern machen den Reiz dieser Ausstellung aus.

Das könnte Sie auch interessieren