Für reichlich Diskussionen sorgte bei der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gurtweiler Ortschaftsrats die Verlegung der Umspannanlage des Netzbetreibers Amprion zwischen Tiengen und Gurtweil. Der Projektplan von Amprion sieht vor, dass die bestehende 220-Kilovolt-Umspannanlage, in unmittelbarer Nähe zum dortigen Wohngebiet, bis zum Jahr 2025 abgebaut werden soll.

Auf dem firmeneigenen Gelände soll nach Norden hin in Richtung Gurtweil zeitgleich eine leistungsstärkere 380-Kilovolt-Anlage entstehen. Betroffen von der Verlegung sind der Bike-Park und die Anlage des Tennisclubs Gurtweil. Für den TC Gurtweil will Amprion ein neues Sportgelände in der Nähe der alten Umspannanlage bauen. Der Pachtvertrag mit dem Bike-Park wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst.

In Gurtweil wird nun befürchtet, dass in Folge des Standortwechsels mit erhöhter Kapazität auch die derzeit bestehenden 240-Kilovolt-Leitungen durch 380-Kilovolt-Leitungen ersetzt werden sollen. Dadurch wären mit Sicherheit höhere Masten nötig, was sich schon optisch negativ auf den Ortsteil Gurtweil auswirken dürfte. Außerdem sei zu befürchten, dass starker Elektrosmog und, bei ungünstiger Witterung, unangenehmes Knistern die Anwohner extrem stören könnte.

Engelbert Maier, ein engagierter Gurtweiler Bürger, der sich schon seit längerer Zeit mit dem Problem beschäftigt, schlug vor, die Umspannanlage aus dem Tal heraus auf den Hungerberg zwischen Gurtweil und Indlekofen zu verlegen. Als positiver Nebeneffekt könnte Gurtweil von den zahlreichen Starkstromleitungen, die aktuell den Ort überspannen, befreit werden.

Gemeinde- und Ortschaftsrat Alfred Scheuble wagte es nicht, abzuschätzen, ob das Vorhaben noch zu stoppen ist. "Wenn wir überhaupt etwas erreichen wollen, müssen wir jetzt politischen Druck ausüben. Der Ortschaftsrat muss dem Stadtrat dringend und nachdrücklich signalisieren, dass man mit der momentanen Lösung nicht einverstanden ist. Das Problem muss auch der Bevölkerung bewusst gemacht werden, damit notfalls durch Unterschriften gegen das Vorhaben protestiert werden kann." Mahnend gibt Scheuble zu bedenken, das jeder Tag, der tatenlos verstreicht, ein Tag zu viel sei. Engelbert Maier wird demnächst nach Dortmund fahren, um dort mit Vertretern des Netzbetreibers Amprion zu sprechen.

Zum Sachstand im Falle der Sanierung der Gemeindehalle in Gurtweil konnte die Ortschaftsratsvorsitzende Marina Schlosser lediglich mitteilen, dass die Staatsanwaltschaft die Halle nach dem Brand Ende Januar bisher noch nicht für weitere Arbeiten freigegeben hat. Völlig unklar sei derzeit, wann die Halle wieder zur Verfügung stehen wird. Roland Hess, ehemaliger Schulleiter der Grund- und Hauptschule in Gurtweil, bemängelte in diesem Zusammenhang, dass der Sport für Kinder teilweise ausfalle und sie in die Halle nach Aichen gefahren werden müssen. Da auch die Halle in Aichen in einer Woche geschlossen werde, verschlechtere sich die Situation im Schulsport erheblich.

Zur Erneuerung der Rohrbrücke über die Schlücht beim Sportplatz berichtete die Ortschaftsratsvorsitzende, dass die neue Brücke bestellt sei und in absehbarer Zeit angeliefert werden könne. Geklärt werden muss noch, wie das Abwasser aus Weilheim, das über die Rohrbrücke angeleitet wird, während der Baumaßnahmen umgeleitet wird. Mit der Fertigstellung der neuen Rohrbrücke ist laut Marina Schlosser am 27. April zu rechnen.

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