„Pracht und Macht“ ist das Thema des bundesweiten Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September. In Tiengen ist die Kirche Mariä Himmelfahrt wie gemacht für das Motto, Mühlen und ein Hotzenhaus sind imposante Beispiele für altes Handwerk und Leben in früheren Jahrhunderten. An insgesamt vier Orten im Landkreis Waldshut gibt es die Gelegenheit, solche Kleinode näher kennen zu lernen.

  • Die katholische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tiengen gilt als das bedeutendste Bauwerk des Spätbarock am Hochrhein: Erbaut wurde das architektonische Kunstwerk von dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb, der unter anderem auch die Wallfahrtskirche Birnau am Bodensee erschuf. Innerhalb von nur zwei Jahren war das Bauwerk fertig. Neben der architektonischen Kunst sorgt dafür auch die reiche barocke Stuckverzierung von Meister Johann Georg Gigl aus der Wessobrunner Schule und das Decken- und Chorbogenfresko vom damals 27 Lenze jungen Barockmaler Eustachius Gabriel. Zum „Tag des offenen Denkmals“ bietet die Stadt Waldshut-Tiengen eine kostenlose Führung durch dieses Tiengener Juwel an. Stadtführer Ulrich Stather zeigt den Gästen dabei auch Räume der Kirche, die ansonsten nicht öffentlich zugänglich sind. Die Führung beginnt um 15 Uhr, Treffpunkt ist der Platz vor der Kirche.
  • Die Museumsmühle im Weiler in Stühlingen-Blumegg stammt aus dem 18. Jahrhundert, die Entstehungsgeschichte reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. 1946 wurde der Betrieb aufgegeben.
    In den 1990er-Jahren wurde die Mühl originalgetreu rekonstruiert, sie ist seit 2000 Museum. Es gibt drei oberschlächtige Mühlräder, die fünf fünf Mahl- und Stampfwerke an. in Betrieb als Frucht-, Öl-, Getreide-, Gipsstampf- und Knochenmühle. Adresse: Stühlingen-Blumegg, Zur alten Mühle 1; Führungen 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr (sonst unregelmäßig geöffnet). Infos: www.landkreis-waldshut.de (kultur).
    <strong>Museumsmühle:</strong> Im Mai 2000 wurde die Museumsmühle im Weiler bei Stühlingen-Blumegg nach aufwendiger Sanierung zugänglich gemacht. Die Mühle ist eine der ältesten, in großen Teilen noch vollständig erhaltenen Gipsmühlen Deutschlands. Mit ihren drei Mühlrädern und fünf Mahl- und Stampfwerken ist die Mühle eine Rarität. Ehrenamtliche Mitarbeiter bieten regelmäßig Führungen an. <em>Bild: Landratsamt/K. Hansen</em>
    Museumsmühle: Im Mai 2000 wurde die Museumsmühle im Weiler bei Stühlingen-Blumegg nach aufwendiger Sanierung zugänglich gemacht. Die Mühle ist eine der ältesten, in großen Teilen noch vollständig erhaltenen Gipsmühlen Deutschlands. Mit ihren drei Mühlrädern und fünf Mahl- und Stampfwerken ist die Mühle eine Rarität. Ehrenamtliche Mitarbeiter bieten regelmäßig Führungen an. Bild: Landratsamt/K. Hansen
  • Mühlenmuseum in Bonndorf-Boll: Um 1700 erbaut, war die Mühle mit ehemals oberschlächtigemWasserad bis 1970 in Betrieb, heute ist sie Museumsmühle. Auf drei Stockwerken wird alte Technik wie Maschinen, Geräte und Werkzeuge gezeigt. Der Ablauf des Mahlvorgangs wird auf Schautafeln und mit einfachen Texten dargestellt. Adresse: Bonndorf-Boll, Wutachstraße 2; 14 bis 17 Uhr, sonst nicht geöffnet. Führungen nach Bedarf durch Ernst Albert; Kontakt: Tourist-Information Bonndorf, 07703 7607, Email: (touristinfo@bonndorf.de).
  • Zechenwihler Hotzenhaus in Niederhof: Das ist ein Eindachhof mit Wohn- und Ökonomiegebäude unter einem Dach. Der Kernbau des Bauernhausesvon 1748 wurde als Ständerbohlenbau mit Strohdach errichtet und später mit Mauerwerk im Bereich der Traufe ummantelt. Nach der Restaurierung soll das Gebäude als Begegnungszentrum und Kulturstätte dienen. Adresse: Murg-Niederhof, Hotzenwaldstraße 87; Führungen 10.30 bis 17 Uhr, sonst ist am letzten Sonntag im Monat und auf Anfrage geöffnet. Führungen nach Bedarf durch Vereinsmitglieder mit Vorführung alten Handwerks. http://www.zechenwihler-hotzenhaus.de
Weitere Informationen im Internet:www.tag-des-offenen-denkmals.de

Das Programm des Denkmaltags in Laufenburg

Im schweizerischen Laufenburg werden am Denkmaltag, 10. September, folgende Führungen angeboten:

 

  • Schloss Laufenburg: Hier nimmt Edith Hunziker die Besucher mit in eine Zeit, als die Grafen von Habsburg-Laufenburg noch das Sagen über die Stadt hatten und die Burg als repräsentative Residenz ausbauten. Sie legt auch dar, was der Anfang vom Ende dieser Burganlage war. Treffpunkt für die einstündige Führung ist um 10 Uhr am Burgturm. Kinder nur in Begleitung Erwachsener.
  • Stadtkirche St. Johann: Einige prachtvolle liturgische Gefäße im Kirchenschatz sind Schenkungen – wer steckt dahinter und woher wissen wir das? Und wieso tragen etliche Bau- und Ausstattungsteile das Wappen der Stadt Laufenburg? Dies verrät Edith Hunziker bei drei Führungen um 12, 14 und 15 Uhr. Treffpunkt am Haupteingang der Stadtkirche. Anmeldung ab 10 Uhr am Informationsstand am Laufenplatz möglich.
  • Gerichtsgebäude: Das 1525 als Rathaus erbaute heutige Gerichtsgebäude wurde 1771 barockisiert. Der in Laufenburg ansässige Vorarlberger Lucius Gambs stattete es mit prachtvollen Stuckaturen aus. Susanne Ritter-Lutz und Benno Kalt führen um 10 und 16 Uhr jeweils eine Stunde lang durch das Gebäude. Anmeldung ab 9 Uhr beim Informationsstand am Laufenplatz. Kinder nur in Begleitung Erwachsener.

Zeughaus: Susanne Ritter-Lutz verrät hier mehr zum Arbeitsalltag einer Inventarisatorin. Wie lernt sie ein Gebäude und seine Geschichte näher kennen? Bauanalyse, Archivstudien und Holzaltersbestimmung helfen beim Erforschen der Baugeschichte. Einstündige Führungen um 12 und 15 Uhr. Anmeldung ab 10 Uhr beim Informationsstand am Laufenplatz. Kinder nur in Begleitung Erwachsener.

  • Museum Schiff: Laufenburg zählte früher dank seiner Stromschnellen zu den bedeutendsten Salmfangplätzen Europas. Hannes Burger, der Präsident des Museumsvereins Laufenburg, berichtet um 14 Uhr im Museum Schiff über die Salmfänger von Laufenburg. Anschließend gibt es ein frisches Stück gebratenen Salm vom Feuer. Anmeldung ab 10 Uhr beim Informationsstand am Laufenplatz.
  • Altes Gundbuchamt: Das Gebäude Hinterer Wasen 58 wurde 1830 als Armenwohnhaus erstellt und noch im 19. Jahrhundert als Schulhaus genutzt, danach diente es als Grundbuchamt, Kindergarten und Werkstatt der Mundharmonika-Fabrik Fahrni. Zur Zeit erhält das historische Gebäude einen Anbau. Die Architekten Stump und Schibli und Denkmalpfleger Philipp Schneider führen um 13, 14 und 16 Uhr durch das Gebäude. Anmeldung ab 10 Uhr beim Informationsstand am Laufenplatz.
  • Laufenplatz: Kinder und Jugendliche können 10 bis 17 Uhr am Informationsstand der Denkmalpflegeist am Laufenplatz zur Bilder-Schatzsuche aufbrechen. Wer alle Zeichen, Zahlen und Bauteile findet, erhält eine kleine Belohnung.
  • Laufenplatz: Handwerker aus der Region demonstrieren von 10 bis 18 Uhr an einer Musterwand auf dem Laufenplatz historische Techniken.

Kraftwerk: Beim Bau des Wasserkraftwerks Laufenburg wurden 1909–1914 Maschinenhaus und Stauwehr zum ersten Mal quer zum Fluss angeordnet. Denkmalpfleger Melchior Fischli und Richard Obrist vom Energiedienst geben um 13 und 15 Uhr bei Rundgängen Einblick in die Gestaltung technischer Großbauten um die historischen Debatten um den Landschaftsschutz. Anmeldung nicht mehr möglich.