Der Winter ist da und damit auch der erste Schnee am Hochrhein. Doch während die weiße Pracht für viele rasante Skifahrten oder ausgelassene Schneeballschlachten bedeutet, hat sie auch unschöne Seiten – so verpflichtet sie etwa zum Schneeschippen und Salzstreuen vor der Haustür.

  • Womit darf gestreut werden? Laut der 2001 in Waldshut-Tiengen in Kraft getretenen Streupflicht-Satzung darf im Stadtgebiet und in den Ortsteilen Sand, Kies und Salz gestreut werden. In offen zugänglichen Kisten wird das Salz kostenlos zur Verfügung gestellt, Split wird jedoch nicht verteilt, da er kostenaufwendig wieder gesammelt und entsorgt werden muss. Der Baubetriebshof Waldshut-Tiengen streut dagegen nur mit Salz.
Der Winter ist da: Schnee auf den Dächern der Waldshuter Innenstadt.
Der Winter ist da: Schnee auf den Dächern der Waldshuter Innenstadt. | Bild: Schlichter, Juliane
  • Wie viel Salz verbraucht der Baubetriebshof? Im Durchschnitt kommen in Waldshut-Tiengen und den Ortsteilen pro Jahr rund 650 Tonnen Salz zum Einsatz. Davon sind derzeit 400 Tonnen beim Baubetriebshof eingelagert. Geht der Vorrat aus, muss nachbestellt werden.
  • Wie viele Arbeiter sind beim Winterdienst im Einsatz? Rund 45 Mitarbeiter des Baubetriebshofs sind dafür zuständig, die Straßen und Wege in Waldshut-Tiengen bei Schneefall begeh- und befahrbar zu machen. Etwa 30 von ihnen sind hierbei nicht mit einem der acht Räumfahrzeuge unterwegs, sondern befreien unter anderem Treppen zu Fuß vom Schnee. In den Ortsteilen sind rund 20 Landwirte mit zehn Fahrzeugen im Einsatz.
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  • Wann räumt der Baubetriebshof die Straßen? Im Winter sichtet ein Bereitschaftsdienst gegen zwei Uhr nachts die Wetterlage in Waldshut-Tiengen, bevor entschieden wird, ob und in welchem Umfang ein Räumungseinsatz stattfinden muss. Hat es viel geschneit, rücken die Mitarbeiter des Baubetriebshofs um etwa vier Uhr aus. Werden sie bei ihrem Einsatz durch parkende Autos oder überdurchschnittlich viel Schnee behindert, kann dies die Räumzeit bis weit in den Tag verlängern.
  • Welche Flächen müssen geräumt werden? Gemeinden sind verpflichtet, Fahrbahnen und öffentliche Wege zu räumen. Priorität haben hierbei Straßen, auf denen Linienbusse verkehren, Hauptstraßen, Feuerwehrzufahrten und Steilhänge. Anwohner (Besitzer, Mieter oder Pächter), deren Grundstücke an einer Straße liegen oder an ihr einen Zugang haben, sind dagegen für die davor liegenden Gehwege oder die Zugänge zwischen der Straße und ihrem Grundstück zuständig. Sie müssen diese in einer Breite von mindestens einem Meter vom Schnee befreien und dafür sorgen, dass sie sicher begehbar sind. Sind auf beiden Seiten der Straße keine Gehwege vorhanden, muss eine 1,20 Meter breite Fläche am Straßenrand freigeräumt werden. Bewohner eines Mehrfamilienhauses müssen untereinander kommunizieren, wer gegebenenfalls für den Winterdienst zuständig ist.
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  • In welchem Zeitraum muss geräumt werden? Privatpersonen müssen die Flächen, für die sie zuständig sind, werktags bis sieben Uhr morgens und Sonn- und Feiertags bis acht Uhr morgens freigeräumt haben. Fällt danach auch weiterhin Schnee oder Glätte tritt auf, muss so schnell wie möglich erneut Schnee geschippt oder gestreut werden. Wer nicht Zuhause ist oder selbst nicht räumen kann, muss sich um eine Vertretung kümmern.
  • Was passiert, wenn die Streupflicht nicht erfüllt wird? Kommen Bürger der Pflicht nicht nach, droht ihnen ein Bußgeld. Zudem haften sie für mögliche Schäden: Stürzt beispielweise ein Fußgänger, weil er auf Schnee oder Eis ausgerutscht ist, kann dieser Schadensersatzansprüche erheben – etwa, weil Kleidung zerrissen wurde oder er aufgrund des Sturzes seinen Beruf nicht ausüben konnte.