Was am Freitagabend in der Waldshuter Stadthalle geboten wurde, war eine echte Premiere und fast auch eine kleine Sensation: Die beiden Waldshut-Tiengener Stadtmusiken richteten erstmals in ihrer Geschichte ein gemeinsames Konzert aus. Der Vorschlag kam aus Tiengen, als offizieller Anlass wurde die Fertigstellung der Stadthalle Waldshut nach den jahrelangen Umbauarbeiten genannt.

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Andererseits sind beide Musiken auch regelmäßig im anderen Stadtteil unterwegs: Beim Waldshuter Chilbi-Umzug marschiert traditionell die Stadtmusik Tiengen mit und beim Umzug am Tiengener Schwyzertag ist die Waldshuter Stadtmusik mit von der Partie. Und wenn es nötig ist, hilft man sich auch mal gegenseitig mit Musikern aus.

Spannung liegt in der Luft

Trotzdem lag am Konzertabend eine besondere Spannung in der Luft. Auch die Erwartungen in musikalischer Hinsicht waren groß, denn in der Ankündigung hieß es: Die Besucher werden eine abwechslungsreiche symphonische Blasmusik mit großer emotionaler Ausdruckskraft zu hören bekommen. Gespannt war das Publikum auch auf das gemeinsame Finale mit rund 100 Musikern.

Doppelkonzert in der Waldshuter Stadthalle: Erst war die Stadtmusik Tiengen mit ihrem Dirigenten Matthias Beno am Zug ...
Doppelkonzert in der Waldshuter Stadthalle: Erst war die Stadtmusik Tiengen mit ihrem Dirigenten Matthias Beno am Zug ... | Bild: Manfred Dinort

Das Ergebnis vorweg: Das Konzert bot viel Rasse und Klasse und von Anfang an wurden beide Vereine den hohen Erwartungen gerecht. Die Begeisterung des Publikums war riesig und der Schlussapplaus wollte kein Ende nehmen.

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Weitere Akzente setzte Thomas Dörflinger, der den Abend moderierte. Namentlich begrüßte er Oberbürgermeister Philipp Frank und Bürgermeister Joachim Baumert mit ihren Ehefrauen, den Ehrendirigenten Rudolf Wolpensinger, die Ehrenvorsitzenden Werner Hofmeier und Peter Kaiser aus Waldshut und den Ehrenvorsitzenden Wilhelm Meier aus Tiengen. Bestuhlt war die Halle für 400 Besucher, anwesend waren rund 300. Dazu meinte Dörflinger: Erfreulich viele Besucher für einen Freitag, "ein Tag, der eigentlich nicht optimal ist für ein Konzert dieser Qualität".

... dann folgte der ebenso brillante und gefeierte Auftritt der Stadtmusik Waldshut mit ihrem Dirigenten Daniel Frank.
... dann folgte der ebenso brillante und gefeierte Auftritt der Stadtmusik Waldshut mit ihrem Dirigenten Daniel Frank. | Bild: Manfred Dinort

Beide Orchester setzten spannende, teils dramatische Akzente, die das Publikum forderten. Den Anfang machte die Stadtmusik Tiengen unter der Leitung von Matthias Beno, die nach ihrem Auftritt stürmischen Beifall erntete. Nach der Pause waren die Waldshuter Musiker unter der Leitung von Daniel Frank am Zug. "Jetzt bin ich gespannt, was die daraus machen", scherzte Thomas Dörflinger. Und auch hier verstanden es die Akteure auf der Bühne, tolle Akzente zu setzen und das begeisterte Publikum per Musik in ganz andere Welten zu entführen. Wohltuend harmonisch war dann der finale Titel, die Filmmusik "Der mit dem Wolf tanzt".

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"Es hat sich wieder bestätigt: Musik verbindet"

Für die Dirigenten Matthias Beno (Tiengen) und Daniel Frank (Waldshut) war das erste Doppelkonzert ein gelungener Auftritt, den nach einer Wiederholung schreit.

Herr Beno, war das für Sie ein Konzert wie jedes andere?

Jedes Konzert ist eine Herausforderung, weil es darum geht, hohe technische Anforderungen zu meistern. Insofern ist für mich ein Konzert wie jedes andere.

Sicher haben beide Orchester ihre Stärken. Was haben die Waldshuter besser gemacht?

Beide Orchester haben auf hohem Niveau gespielt und ihr Bestes gegeben. Daher war ich froh, dass kein Wettbewerb daraus gemacht wurde.

Wie entstand die Idee zu diesem Doppelkonzert? Hatten Sie auch neue Stücke im Programm?

Die Idee kam vor etwa einem Jahr auf und wurde von beiden Seiten angeregt. Schließlich wurde der Neubau der Waldshuter Halle zum Aufhänger. Wir hatten zwei neue Stücke im Programm.

Wie lautet Ihr Fazit?

Beide haben eine tolle Musik gemacht und beide haben eine gemeinsame Sache daraus gemacht.

Herr Frank, wie ist das Konzert aus Ihrer Sicht gelaufen?

Hervorragend! Es war ein wundervolles gemeinsames Konzert mit schönen Harmonien und Klängen und ich hoffe, dass es bald eine Neuauflage gibt.

War Ihr Orchester optimal vorbereitet? Waren neue Stücke dabei?

Ja, wir waren bestens vorbereitet und alle Stücke waren neu. Ich möchte daher beiden Orchestern für ihre tolle Leistung ein großes Lob aussprechen.

Haben Sie die Auswahl der Stücke alleine bestimmt?

Ja, komplett alles. Aber wenn die Musiker zu mir gesagt hätten, das geht gar nicht, hätte ich entsprechend reagiert. Doch das war nicht der Fall.

Welches war Ihr Lieblingstitel?

Der mit dem Wolf tanzt, denn ich bin ein großer Fan der Filmmusik.

Gibt oder gab es zwischen den beiden Vereinen Rivalitäten?

Zum Glück nicht! Die ganzen Proben liefen unheimlich harmonisch ab. Es hat sich wieder bestätigt: Musik verbindet.

Fragen: Manfred Dinort