Zum Theater hatte der Radsportverein Indlekofen eingeladen. Auf dem Programm der Theatergruppe „Übers Tal“, mit Spielern von diesseits und jenseits des Haselbachtales, stand das Stück „Petri Heil und Waidmanns Dank“, ein „turbulenter und hochtouriger“ Dreiakter von Bernd Gomold. 

Und auch diesmal war das Stück wieder ein echter Kracher mit einer Fülle von Szenen, die an Komik kaum zu überbieten waren. Von Anfang an gab es klare Fronten: Auf der einen Seite die gestresste Hausfrau und Mutter (Sylvia Feil), die nur bei ihrer Freundin (Sandra Isele-Hoffmann) Verständnis findet, auf der anderen Seite der Rest der Familie, Männer und erwachsene Kinder, die vor allem ihr eigenes Wohlergehen im Auge haben.

Heimischer Stress am Muttertag

Da steht sie nun am Bügelbrett und singt ironisch: „Das bisschen Haushalt.“ Und sogleich ertönt im Publikum der Refrain: „sagt mein Mann.“ Aber der Berg Wäsche nimmt nicht ab und auch sonst wäre noch viel zu tun. Ob sie wohl heute, am Muttertag, auch ein paar Geschenke bekommt? Für alle Fälle stellt sie schon mal eine große Vase für die Blumen bereit. Da kommt die Tochter (Sophia Stadler). Sie hält tatsächlich einen Blumenstrauß in der Hand – aber nicht für die Mama.

„Warum arbeitest du eigentlich heute?“ fragt sie. „Eigentlich solltest Du doch noch im Bett liegen und warten, bis dir der Papa das Frühstück bringt.“ Sie hat ein Paket Wäsche dabei. „Kannst du das für mich richten? Aber lass dir Zeit, ich brauche die Sachen erst bis zum Abend“. Und auch der Sohn (Alexander Ritter) bringt seine Trikots zum Waschen vorbei. Der Papa (Helmut Böhler) kommt vom Angeln heim: „Ist das Essen bald fertig? Beeil dich, gleich kommen meine Angelfreunde!“

Auch der Schwager (Daniel Gampp), der von der Jagd kommt, stellt seine Ansprüche. Dann taucht doch noch ein Geschenk auf: ein Schnellkochtopf. Jetzt platzt der Mutter der Kragen. „Ihr könnt mir alle den Buckel runterrutschen!“ – und schon ist sie verschwunden. Im Haus geht es fortan drunter und drüber. An allen Ecken und Enden fehlt die Hausfrau.

Was sollen wir bloß tun? Plötzlich stehen die Männer vor einem Berg Arbeit (von links): Daniel Gampp und Helmut Böhler.
Was sollen wir bloß tun? Plötzlich stehen die Männer vor einem Berg Arbeit (von links): Daniel Gampp und Helmut Böhler. | Bild: Manfred Dinort

Für zusätzlichen Stress sorgt die Schwiegermutter (Astrid Stempel) und der Freund der Tochter (Martin Dörflinger), ein Öko-Freak und Buddha-Anhänger. Irgendwann aber gewinnt im Haus die Erkenntnis die Oberhand: „Wir können es schaffen, aber nur zusammen mit unserer Mutter.“ Und dann renkt sich, sehr mühsam zwar und über Umwege, alles wieder ein. Eine Geschichte, die auch nachdenklich stimmen könnte.

Infos: Regie führte die RSV-Vorsitzende Anja Hilpert, hinter den Kulissen wirkten mit: Gerda Hilpert (Souffleuse), Bernhard Hilpert (Technik) und Carmen Ritter (Masken).