Was ist eigentlich das THW? Sind das engagierte Helden? Oder steht die Abürzung für „Total hilflose Weicheier“? Die Katastrophenschutzorganisation Technisches Hilfswerk, die in und außerhalb Deutschlands aktiv ist, ist alles andere als hilflos. Das THW gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat. Das Besondere am Technischen Hilfswerk ist nicht etwa nur die technische Ausstattung oder die deutschlandweite Vernetzung, sondern vielmehr, dass 90 Prozent der Mitarbeiter Ehrenamtliche sind. Etwa 80 000 Helfer bilden die freiwillige Basis, die sich für Menschen in Notsituationen einsetzt.

Auch am Hochrhein ist das Technische Hilfswerk seit 1952 vertreten: Der Ortsverband Waldshut-Tiengen ist ein eigenständiger Verein, der logistisch und organisatorisch von der Bundesanstalt des THWs mitversorgt wird. Insgesamt setzen sich 65 Helfer für andere Menschen in Waldshut-Tiengen ein. Die Jugendgruppe zählt 21 Jugendliche, mit denen Zeltlager, Olympiaden und verschiedene Freizeitaktivitäten veranstaltet werden. Auch der Ausbildungsbetrieb im Ortsverein spielt eine wichtige Rolle. „Das THW fördert unseren Ausbildungsbetrieb finanziell“, erklärt Alexander Maus, der Jugendbeauftragte in Waldshut-Tiengen. Einsätze gibt es für die Jugendlichen jedoch nur selten.
Als spezielle Fachrichtungen für Wasserschäden verfügt der Ortsverband über leistungsstarke Pumpen und eine umfangreiche Ausrüstung für dieses Gebiet. Die vielen Helfer und die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr ermöglichen es, lokal schnell aktiv zu werden und Gefahrenherde zu bekämpfen. „Der letzte Einsatz war in Stühlingen„, erzählt Alexander Maus. Dort hatte ein Spänesilo gebrannt und die Feuerwehr zog den Baufachberater sowie die Bergungsgruppe des THW Waldshut-Tiengen hinzu. Bisher helfe der Ortsverband nicht bei Wassertransporten oder ähnlichem aufgrund der momentanen Hitze.
In den letzten Jahren seien mehr Freiwillige zum THW-Ortsverband dazu gekommen. „Und das ist gut so“, sagt Alexander Maus begeistert. „Wir möchten trotzdem gerne noch mehr werden.“

Der Präsident des Technischen Hilfwerks, Albrecht Broemme, schätzt dieses Engagement sehr. Er besuchte die 63. Young Leaders Akademie in Berlin, bei der er mit mehr als 100 Jugendlichen über die Arbeit des THW, die Entstehen der Katastrophenschutzorganisation und die Gründe für Einsätzen im Ausland diskutierte. Die Young Leaders GmbH ist eine Organisation, die Bildungsveranstaltungen für engagierte Jugendliche anbietet. Das große Interesse der Jugendlichen, von denen einige in Ortsverbänden des THW engagiert sind, veranlasste viele, mit dem Präsidenten des THW persönlich zu sprechen und ihm einige Fragen zur bundesweiten Organisation und Auslandseinsätzen zu stellen.

Im Kampf gegen große Wassermassen spielt das THW Waldshut-Tiengen seine Stärken mit leistungsstarken Pumpen – seinem Spezialgebiet – aus. Hier bei einer Übung an der Schlücht in Gurtweil im Landkreis Waldshut.
Im Kampf gegen große Wassermassen spielt das THW Waldshut-Tiengen seine Stärken mit leistungsstarken Pumpen – seinem Spezialgebiet – aus. Hier bei einer Übung an der Schlücht in Gurtweil im Landkreis Waldshut. | Bild: Peter Rosa

Warum aber das THW und nicht Fußball, DLRG oder freiwillige Feuerwehr? Einige Jugendliche des Ortsverbandes Waldshut-Tiengen haben sich dazu geäußert:

Sarah B. (10): „Weil das THW immer bereit ist in Aktion zu treten, egal wo und wann. Auch in ganz Deutschland.“

Tim Travica(14): „Weil das THW zu besonderen Einsätzen geht. Das ist etwas anderes und außergewöhnliches. Und weil es mir Spaß macht, Menschen zu helfen.“

Robin S. (17): „Ich fand das THW einfach interessant und ich wollte helfen.“

Aaron Wunderle (16): „Ich bin dem THW beigetreten, um neue Erfahrungen zu sammeln, zu lernen und allgemein Menschen zu helfen. Das THW habe ich der freiwilligen Feuerwehr gegenüber bevorzugt, weil diese mir zu alltäglich war.“

Der charakteristische Helm des THW.
Der charakteristische Helm des THW. | Bild: Peter Rosa



Offenbar trifft das THW den Tenor der Jugendlichen und kann durch die Verbindung zwischen aufregenden Einsätzen, umfassender technischer Ausstattung und dem Bedürfnis Menschen zu helfen, ihr Engagement für sich gewinnen.

Die Autorin Chikondano Daza (17) ist Schülerin des Klettgau-Gymnasiums Tiengen. Mit diesem Artikel, der auch in der Lokalausgabe Waldshut von SÜDKURIER und Alb-Bote erscheint, nimmt sie an einem Journalisten-Wettbewerb der Young Leaders Academy in Berlin teil.