„Wer gibt, wird beschenkt. Menschen Bildung schenken zu können, ist am Ende etwas ganz Großes für einen selbst“, so Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter im Staatsministerium, der beim Sommerfest dem Romaprojekt an der Christlichen Schule Hochrhein (CSH) in Waldshut einen Preis, dotiert mit 1500 Euro, überreichte. Dieser Zuschuss und 17 Menschen, die fünf Jahre lang eine Bildungspatenschaft für Roma-Kinder in Kroatien übernehmen, lassen ein Hilfsprojekt erfolgreich weiterlaufen. Dies schreibt die Schule in einer Pressemiteilung.

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Michael Blume erwähnte, wie in seiner eigenen Biografie Bildung von zentraler Bedeutung gewesen sei. Sie habe alles verändert und Türen geöffnet. So habe sich bei ihm die Überzeugung herausgebildet. dass jedes Kind lesen und schreiben lernen sollte. Auch Jesus sei Schüler gewesen, der schon früh in der Synagoge mit Erwachsenen auf Augenhöhe debattiert habe. Diese Art der Auseinandersetzung zeige sich jetzt analog in den „Fridays for Future.“

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Jeder Mensch sei als Ebenbild Gottes geschaffen. „Jeden von uns hat er einzigartig und wieder anders gemacht.“ Darin zeige sich Gottes Liebe zur Vielfalt. Es habe in Deutschland aber eine sehr „böse Zeit“ gegeben, so der Antisemitismusbeauftragte. Er wandte sich damit mit ernsten Worten an die anwesenden Schüler, „In dieser bösen Zeit hat man diese Vielfalt nicht gewollt.“ Leider hätten die Christen nicht viel dagegen getan. Der schlimmste Satz, den er zurzeit oft höre sei der, dass man eh nichts machen könne. Der stimme nicht. Man könne etwas tun.

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Um so mehr wolle er die CSH loben: „Sie bilden junge Menschen aus, damit diese Herzen Europas sicher lernen können.“ Der Reformator Martin Luther, so in einem kirchengeschichtlichen Exkurs, habe als erster dafür gesorgt, dass Mädchen gebildet wurden.

Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg erwähnte, dass es in Europa, auch In Kroatien, lebensgefährlich sei, sich als Sinti oder Roma zu bekennen. „Das ist in Baden-Württemberg noch anders.“ Als neulich ein Wohnwagen einer Romafamilie aus rassstischen Gründen in Brand gesetzt wurde, gab es Konsequenzen für die Täter. Fünf davon säßen in U-Haft. Auch er erinnerte an christliche Werte und zitierte aus dem Jakobusbrief, indem beschrieben wird, dass Glaube ohne Taten sei tot. Auch Strauß fand würdigende Worte für die Initiative. Sie setze eine Maßnahme gegen Stigmatisierung und setze für Gleichberechtigung ein. Diese sei im Grundgesetz verankert.

Neuer Pavillon

Beschenkt wurde die CSH auch mit der Hilfe eines ehrenamtlich engagierten Schüleropas. Baptist Futterer hat in 50 Überstunden dafür gesorgt, dass ein Verkaufspavillon entstand und während des Sommerfestes eingeweiht werden konnte. Er hat technische Zeichnungen und Entwürfe beigesteuert, sodass die Schüler viel lernen konnten.

Schüler des Faches Technik haben innerhalb eines halben Jahres 25 Schulstunden an Extra-Terminen hinzugegeben. Lehrer Tobias Schellhaase hat mit dem Projekt bei einem Wettbewerb der Stiftung Fürth mitgemacht und 1000 Euro gewonnen. Mit diesem Betrag können zur Hälfte die Gesamtkosten gedeckt werden. „Viele haben gegeben und sind eine Extrameile gegangen. Alle haben gewonnen.“