Herr Basler, wie kamen Sie zur Musik?

Da es damals nur wenig Vereine gab und mein Vater aktiv beim Musikverein Gaiß-Waldkirch Tenorhorn spielte und auch in der Vorstandschaft tätig war, war es selbstverständlich, dass ich und meine Brüder auch ein Musikinstrument erlernten und im Verein mitspielten.

Wie lief das damals mit der Ausbildung? Konnten Sie Ihr Instrument selbst bestimmen?

Mit elf Jahren bekam ich bei einem aktiven Musiker erst Theorie- und dann Tenorhornunterricht. Mit mir wurden weitere sieben Jungen ausgebildet. Mädchen gab es damals im Verein noch nicht. Das Instrument musste man nicht kaufen, wir bekamen es vom Musikverein. Wir durften uns von den zur Verfügung stehenden Instrumenten eines auswählen.

Gab es damals mehr als nur Polka und Marsch? Welche waren die Höhepunkte im Jahr?

Ja, das Repertoire war ein anderes. Früher übernahmen aktive Musiker die Ausbildung. Es wäre für die Eltern, die meistens noch kein Auto besaßen, nicht möglich gewesen, uns zur Musikschule zu fahren, sofern es überhaupt schon eine gab. Wir spielten überwiegend Polkas und Märsche, aber auch Potpourris und Walzer zum Mitschunkeln.

Wo wurde geprobt und wo wurde gespielt? Seit wann gab es eigene Uniformen?

Die Proben waren im Gasthaus „Storchen“, später im Schulhaus Waldkirch und schließlich im eigenen Probelokal neben dem Schulhaus. Die Musiker kamen aus den Ortsteilen der damaligen Gemeinde Waldkirch, also aus Gaiß, Waldkirch und Schmitzingen. Am Neujahrstag fand traditionell unser Neujahrskonzert mit Tombola und Theater im Gasthaus „Storchen“ in Waldkirch statt und im Sommer das Tannhölzlefest in Waldkirch. Außerdem war es üblich, dass die Musikvereine des Bezirks im Rahmen eines Musikfestes das Festprogramm gestalteten. Meine erste Uniform hatte noch einen militärischen Schnitt, jetzt habe ich die vierte Uniform.

Wie kam es, dass Sie Dirigent wurden?

Als unser Dirigent krank wurde, sprang der damalige Ehrendirigent für ein halbes Jahr ein. Da ich bereits eine Dirigentenausbildung gemacht hatte, übernahm ich anschließend das Dirigentenamt. Nebenher absolvierte ich mehrere Fortbildungskurse. Zugleich war ich auch für die Zöglingsausbildung verantwortlich.

Seit einigen Jahren dirigieren Sie auch die Florianskapelle Waldshut. Wie kam es dazu?

Als der Musikzug St. Florian vor zwölf Jahren einen Dirigenten suchte, wurde ich von den Musikern vorgeschlagen. Bald darauf bekam ich zu meiner Überraschung einen Anruf vom damaligen Vorsitzenden. Nach einer Bedenkzeit und ein paar Probenbesuchen sagte ich zu.

Bei welchen Anlässen tritt die Florianskapelle auf?

Der Musikzug spielt zu Feuerwehranlässen und bestreitet am Chilbi Sonntag das Wunschkonzert im Festzelt. Am ersten Advent umrahmen wir die Messe in Waldkirch oder Waldshut und wir treten auch immer wieder im Betreuten Wohnen in Waldshut auf.

Gleichzeitig spielen Sie auch noch aktiv in Gaiß-Waldkirch mit. Unter­scheiden sich die beiden Orchester im Stil?

Ja. Die Florianer spielen überwiegend traditionelle Musik, also Polkas und Märsche, während sich der Musikverein Gaiß-Waldkirch auf moderne Blasmusik im sinfonischen Stil ausgerichtet hat.

Welche Instrumente spielen Sie?

Ich spiele Tenorhorn, Bariton, Euphonium und Alphorn. Mein Lieblingsinstrument ist das Alphorn, das ich als Überraschung zu meinem 50. Geburtstag geschenkt bekam.

Sie sind ja auch sonst noch musikalisch aktiv.

Seit ich in Rente bin, spiele ich auch beim Alphornquartett „Felsenbuck“ und bei der Gruppe „Noochschlag“ mit.

Was machen Sie beruflich, haben Sie Familie?

Ich war 50 Jahre im Kfz-Handwerk tätig, bis zu meinem Ruhestand. Seit drei Jahren bin ich Rentner. Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter und vier Enkelkinder. Meine Frau und meine beiden Töchter haben auch ein Instrument erlernt. Während meine Frau vor der Geburt der Kinder beim Musikverein Gaiß-Waldkirch aktiv war, spielten unsere Töchter in der Stadtmusik Waldshut mit, da wir unseren Wohnsitz in Dogern haben.

Bleibt Ihnen auch noch Zeit für ein anderes Hobby?

Ja, Boulen und Radfahren, das sind meine Hobbys.

Was kostet mehr Kraft, das Dirigieren oder das Mitspielen?

Als Dirigent muss ich mich gut auf das Programm vorbereiten und als Musiker muss ich regelmäßig üben.

Können Sie sich vorstellen, musikalisch in den Ruhestand zu wechseln?

Als Vollblutmusiker würde es mir bestimmt schwerfallen, mit dem Musizieren ganz aufzuhören.