Zum siebten Mal präsentierte die Südwestdeutsche Mozartgesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Waldshut-Tiengen das große Neujahrskonzert der Jungen PhilharmonieLemberg in der kürzlich sanierten StadthalleWaldshut.

Perfekte Inszenierung von fünf Frauenrollen

In ihren fünf Darbietungen sang sich die Solistin des Abends, Sopranistin Luydmyla Ostash, in die Herzen des Publikums. Sie lotete die Frauenrollen gekonnt aus. Mal war sie die betrogene Donna Elvira aus Don Giovanni mit „Mi tradi quell' alma ingrata". Präsent und klangvoll gab sie ihre hoffnungsvolle Arie „Un bel di vedremo“ als Madame Butterfly. Unsterblich verliebt war sie Lauretta aus der Oper „Gianni Schicchi“ mit „O mio babbino caro“.

Jede Figur ein anderer Charakter

Ihr Leben gab sie als dem Tode geweihte Antonia mit der Arie „Elle a fui la tourterelle“ aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ mit gesteigerter Kraft und intensiviertem Klang und Ausdruck. Und das Glanzlicht des Abends präsentierte sie schelmisch und verführerisch als Rosalinde mit dem Csárdás „Klänge der Heimat“ aus der Operette „Die Fledermaus“ mit Dreifachforte und vollem Klang, den man ihrer grazilen Figur nie zugetraut hätte.

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Dirigent Volodymyr Syvokhip ist Direktor der Nationalen Philharmonie der UkraineLemberg und einer der angesehensten Künstler der Ukraine. Der Mitbegründer der Jungen Philharmonie der UkraineLemberg, dessen Ziel die gezielte Förderung junger Musiker ist, hatte leichte Klassik von Mozart über die italienische Oper bis hin zur Strauß-Dynastie ausgewählt. Da Mozarts jüngster Sohn Franz Xaver drei Jahre Musikdirektor in Lemberg war, wird dessen Liedgut in der Mozartstadt gut gepflegt. So konnte das Publikum die erste Liebe des Orchesters mit der Ouvertüre aus dem Singspiel „Der Schauspieldirektor“ und die Arie der Donna Elvira „Mi tradi quell' alma ingrata“ der Wiener Fassung von 1788 der Oper Don Giovanni hören.

Spielfreude der Musiker wird deutlich

Bereits in diesen beiden ersten Stücken wurde die Qualität des Orchesters deutlich mit dem ausgewogenen, einigen Klangkörper der Streicher. Auch die Bläser stachen nicht heraus, sondern fügten sich harmonisch in das Geschehen ein, wie das Hornquartett bei Tschaikowskys Blumenwalzer aus dem Ballett „Der Nussknacker“ eindrucksvoll zeigte. Dafür erhielten diese auch eine zufriedene Geste des Dirigenten. Die zweite Liebe des Orchesters sind die Ungarischen Tänze von Johannes Brahms. Vier davon wurden präsent und hervorragend dargeboten. Hier wurde die Spielfreude der Musiker deutlich. Sowohl dynamische als auch agogische Abstufungen übernahmen sie vom Dirigenten nach leichten Aufforderungen und genossen die vier Stücke spürbar.

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Das Publikum freute sich über jedes dargebotene Stück und zeigte dies mit Applaus, doch nach der Ouvertüre aus der Operette „Leichte Kavallerie“ sowie nach den Arien zeigte es zusätzlich seine Begeisterung durch Jubelrufe.

Waldshut: Mit dem traditionellen Radetzky-Marsch von Johann Strauß verabschiedete sich die Junge Philharmonie der Ukraine Lemberg vom begeisterten Publikum. Dirigent Volodymyr Syvokhip leitete dabei auch den Applaus des Publikums in die richtigen Bahnen. Bild: Yvonne Würth
Mit dem traditionellen Radetzky-Marsch von Johann Strauß verabschiedete sich die Junge Philharmonie der Ukraine Lemberg vom begeisterten Publikum. Dirigent Volodymyr Syvokhip leitete dabei auch den Applaus des Publikums in die richtigen Bahnen. Bild: Yvonne Würth