Zum gesundheitspolitischen Dialog haben sich die Bundestagsabgeordneten Gabriele Schmidt und Thomas Dörflinger (CDU) mit den Geschäftsführern der AOK-Bezirksdirektion Hochrhein-Bodensee, Uwe Schreiber und Uwe Daltoe, getroffen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem der Fachkräftemangel in der stationären und häuslichen Pflege.

Alarmiert durch die jüngsten Ereignisse rund um den Personalnotstand beim Seniorenheim in Jestetten hatten die beiden Abgeordneten laut Pressemitteilung "dringenden Gesprächsbedarf". AOK-Chef Uwe Schreiber bestätigte, dass in der gesamten Region Hochrhein eine Vielzahl gut ausgebildeter Pflegekräfte aufgrund der besseren Vergütung und Arbeitsbedingungen zu Arbeitgebern in die Schweiz wechseln. „Das Problem wird aber noch zusätzlich verschärft“, warnte Schreiber. „Mit der Einführung der zweiten Stufe des Pflegestärkungsgesetzes zum 1. Januar werden im Landkreis Waldshut 180 weitere Pflegebedürftige ins System eingeführt.“

Zu berücksichtigen sei außerdem der demografische Wandel einer Gesellschaft des langen Lebens: „Bis 2030 wird der Bedarf an Pflegeplätzen im Landkreis von jetzt 1600 um weitere 800 ansteigen.“ Der stellvertretende AOK-Geschäftsführer Uwe Daltoe schlug vor, den Themenkomplex auf die Tagesordnung der regionalen Gesundheitskonferenz zu setzen. Dörflinger ging noch einen Schritt weiter: „Es besteht Handlungsbedarf. Wir brauchen einen Pflegegipfel, bei dem unter Einbindung der Kommunen alle Beteiligten an einem Tisch sitzen und Lösungen erarbeiten.“

Außerdem schickte der Abgeordnete einen Appell über die Grenze: „In den geeigneten Gremien der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit müssen wir darauf drängen, dass die Gesund­heits­einrichtungen in der Schweiz dafür Sorge tragen, ihren Personalbedarf aus eigenen Kräften zu decken.“