So viele Einwohner wie im Jahr 2016 zählte der Waldshut-Tiengener Stadtteil Breitenfeld noch nie. Mit zwei Geburten und 19 Neubürgern stieg die Zahl der Einwohner auf 187 Einwohner an. Die älteste Breitenfelderin ist 92 Jahre alt. Ortsvorsteher Jürgen Bacher freute sich, dass vor allem auch viele junge Menschen in den Stadtteil gezogen sind. "Zwar leben wir in einem kleinen Dorf mit wenig Infrastruktur, trotzdem fühlen sich die Bürger bei uns wohl." Das liegt laut Bacher an der schönen Landschaft, dem sehr gepflegten Stadtteil, dem kulturellen Dorfleben und der sehr gut funktionierenden Dorfgemeinschaft.

Dass das Miteinander in Breitenfeld großgeschrieben wird – vor allem auch durch das Engagement der Breitenfelder Landfrauen und Ehrenamtlichen wie Jürgen Bacher betonte – bestätigten auch die rund 60 Besucher gestern Morgen, die sich die traditionelle erste Bürgerversammlung der Stadt im Landgasthof Hirschen nicht entgehen lassen wollten. Unter den Gästen waren auch die Stadträte Sylvia Döbele (SPD), Rita Mosel (CDU), Helmut Maier (CDU), Waldemar Werner (CDU), Albert Ebner (CDU) und Bernhard Boll (AfD).

Weil sich die Gesamtausgaben in Breitenfeld im vergangenen Jahr nur auf knapp 5500 Euro beliefen, konnte der Stadtteil fast 18 600 Euro für den Haushalt 2017 gutschreiben. Damit belaufen sich die Haushaltsmittel auf rund 28 900 Euro. "Die können wir gut gebrauchen, weil in diesem Jahr einige Maßnahmen und Projekte anstehen", informierte Bacher. Unter anderem werden die Feldwege saniert. Die Kosten dafür belaufen sich auf 15 000 Euro, wovon Breitenfeld 5000 Euro trägt. Zudem soll es eine Ausstellung mit alten Fotografien aus Breitenfeld geben, die die Ortschaftsräte mit Unterstützung der Bürger zusammengetragen haben. Auch die Streuobstwiesen sollen wieder gefördert werden.

Oberbürgermeister Philipp Frank gab den Breitenfeldern einen Überblick über die Situation der Stadt. Mit der Generalsanierung der Stadthalle Waldshut, der Freibad-Diskussion und der Zukunft der Krankenhäuser in Waldshut und Bad Säckingen habe die Stadt große Herausforderungen, die es zu meistern gilt. "Wir haben begrenzte Möglichkeiten und müssen umsichtig mit den finanziellen Mitteln umgehen." Fest steht für Frank: "Die Stadtentwicklung muss weitergehen."

Zur Zukunft der Spitäler sagte Frank: "Wir können das nur meistern, wenn wir die Umstrukturierungsprozesse umsetzen können. Ich hoffe, dass wir Ende des Jahres gute Fortschritte vermelden können." Wie es mit den beiden Freibädern in Waldshut-Tiengen weitergeht, ist laut Frank noch offen. "Im Frühjahr wollen wir ein Konzept aufstellen, wie wir mit den Bädern in die Zukunft gehen."

Zum Rücktritt von Bürgermeister Martin Gruner sagte Frank: "Ich bedauere es sehr, dass er uns jetzt verlassen hat, wo viele große Bauprojekte anstehen. Die Stelle des Ersten Beigeordneten wird noch im Januar neue ausgeschrieben."

In der Bürgerfragerunde ging es unter anderem um den Ausbau der A 98 und eine zweite Rheinbrücke. Dazu OB Frank: "Die Region ist zunächst gefordert, sich auf eine Trassenführung zu einigen." Zur Rheinbrücke sagte er: "Aktuell laufen Gespräche mit der Schweiz." Auch die medizinische Versorgung war Thema bei der Bürgerversammlung in Breitenfeld. Dazu Ob Frank: "Ideal wäre ein Ärztehaus, allerdings kann das die Stadt nicht umsetzen. Aber wir können beispielsweise Investoren unterstützen." Es haben laut Frank auch schon Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung stattgefunden.

 

Aus demDorfleben

  • Rückblick: 2016 haben zwei Sternsingergruppen alle Haushalte in Breitenfeld besucht. Zudem war laut Ortsvorsteher Jürgen Bacher trotz des widrigen Wetters die Kinderfasnacht ein Erfolg, ebenso wie das Fasnachtsfeuer. Jede Menge los war auch wieder beim Bolzplatzturnier im Juli mit dem traditionellem Dorfhock, bei dem die Zirkus AG Breitenfeld einen Auftritt hatte. Großen Anklang fand auch der Adventsnachmittag für die Senioren. Saniert wurde der Kinderspielplatz. Ein Glasfaserkabel wurde in Breitenfeld verlegt, so dass der Ortsteil gut mit Internet versorgt ist.
  • Ehrungen: Die Blutspende-Ehrennadel in Gold mit Lorbeerkranz für 25-maliges Blutspenden erhielt Andrea Bercher-Domeniconi. Magdalena Weber erhielt die goldene Ehrennadel für zehnmaliges Spenden. Ortsvorsteher Jürgen Bach: „Wer seinen Lebenskraft spendet, schenkt Leben.“
  • Dorfchronist: Seit zehn Jahren ergänzt Markus Jäger die Chronik von Breitenfeld.
  • Verabschiedung: Manfred Spinner war zehn Jahre lang Wegwart in Breitenfeld und will sich nun zurückziehen. Ortsvorsteher Jürgen Bacher lobte: „Er war immer bereit, alles sofort zu erledigen.“
  • Lob: Jürgen Bacher lobte das Engagement der Breitenfelder Dorffrauen, die sich das ganze Jahr über an zahlreichen Veranstaltung beteiligen.

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