Waldshut-Tiengen Biotop statt Fußballplatz: Was passiert mit dem alten Langensteinstadion?

Seit der FC Tiengen 08 seine Spiele auf dem Kunstrasenplatz austrägt, liegt das Langensteinstadion brach und gleicht einem großen Biotop. Wie es mit dem Grundstück weitergeht, ist derzeit unklar. Das Stadtplanungsamt hat mehrere Nutzungskonzepte erarbeitet, die möglicherweise im Herbst in den Gremien beraten werden sollen.

Unkraut wuchert, Blumen blühen, die alte Tribüne, einst das Prunkstück des FC Tiengen 08, ragt noch aus dem Gestrüpp. Der uralte Menhir, der sagenumwobene Lange Stein, ist einsam. Was mal als Rasenplatz diente, sieht nun aus wie ein Biotop. Die guten, alten Fußballzeiten des FC schwelgen nur noch in Erinnerungen. Seit zwei Jahren, seit der Inbetriebnahme des neuen Kunstrasenplatzes hinter dem neuen Langensteinstadion, rollt am alten Langenstein kein Ball mehr, stürmt kein Fußballer mehr über das Grün. Das alte Stadion erinnert kaum noch an die glorreichen Zeiten des Vereins mit legendären Fußballspielen. Es dümpelt im Schatten des Bürgerwalds vor sich hin. Was mit dem Areal an der Wutach passiert, ist noch nicht klar.

Das kleine Schild am Eingang des alten Sportplatzes beim Langenstein mit der Aufschrift "Rasenplatz gesperrt" ist Makulatur. Irgendwie sieht es so aus, als hätten Sportler den Platz fluchtartig verlassen – ohne einen Blick zurück zu riskieren. Seit die Kicker auf den Kunstrasen umgezogen sind, spricht fast niemand mehr vom "alten Langenstein". Lediglich Geschichten, die sich die alten FCler erzählen, ranken sich um die vergessene Spielstätte.

Das Gelände gehört wie die neuen Sportplätze der Stadt Waldshut-Tiengen. Einst war der alte Langenstein Eigentum des FC Tiengen 08. Bis das neue Stadion gebaut und eröffnet wurde. "Seinerzeit hat der Verein das Gelände an die Stadt übergeben", sagt Armin Leichenauer, Präsident des FC 08. Den alten Hartplatz neben dem alten Rasen gibt es längst nicht mehr. Er dient als Ausgleichsfläche für den Hochwasserschutz. Leichenauer weiß nicht, was mit dem Gelände jenseits der Wutach passiert. "Seit der Kunstrasen steht, benutzen wir das alte Stadion nicht mehr", sagt er.

Man habe das Thema im Verein bereits diskutiert. Leichenauer: "Das Gelände zu pflegen, würde zu viel kosten und bringt einen zusätzlichen Arbeitsaufwand." Für eine Sanierung sei kein Geld da. Natürlich blickt er ein bisschen wehmütig auf den alten Langenstein zurück: "Damit sind viele alte Erinnerungen verbunden."

Irgendetwas passiert mit dem Gelände. Beim Stadtplanungsamt sind bereits einige Konzepte erarbeitet worden. Konkretes gibt es noch nicht. "Wir haben kleinere und größere Varianten, unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten ausgearbeitet", sagt Margit Ulrich, Leiterin des Stadtplanungsamts. Es habe auch schon Anfragen bei der Stadt gegeben. Konzepte liegen vor, sie werden vielleicht im Herbst in den Gremien beraten. Vielleicht werden im Haushalt 2018 schon Mittel dafür bereitgestellt. Bis es so weit ist wird der Platz ein, zwei Mal im Jahr gemäht.

1908 begann der Spielbetrieb auf der damaligen Langensteinwiese beim sechs Meter hohen Nagelfluh, dem Menhir, wo im Mittelalter das Gericht der Landgrafschaft Klettgau tagte. Nach dem Umzug 1993 ins neue Stadion diente der alte Langenstein nur noch als Ausweichplatz. Jetzt ist es dort ruhig geworden.

Zum Verein

Der FC Tiengen 08 besteht aus 800 Mitgliedern, davon spielen rund 220 Kinder und Jugendliche in 13 Mannschaften im Verein Fußball. Zwei Aktivmannschaften nehmen zudem am Spielbetrieb teil. Die "Erste" als Aushängeschild spielt in der Landesliga. Spielstätten sind das Langenstadion und der Kunstrasen. Der FC pflegt seit über 50 Jahren eine Freundschaft mit dem französischen Club L'Avenir de Courtenay. Präsident ist Armin Leichenauer, Jugendleiter Bernd Glasstetter. Vereinsgaststätte FC-Heim, Telefon 07741/660 00, per E-Mail (info@fctiengen08.de). Internet: www.fctiengen08.de

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