Mit 1,2 Millionen Euro Gewinn gehen die Stadtwerke Waldshut-Tiengen aus dem Jahr 2016. Geschäftsführer Horst Schmidle stellte die Bilanz im Gemeinderat vor. Ein besonderes Wachstumsfeld ist die Wärmeversorgung, die die Stadtwerke vor allem in Tiengen bereits stark etabliert haben. Die einzelnen Geschäftsbereiche des Betriebs mit Verwaltungssitz und Kundencenter im Tiengen im Überblick:

  • Stromversorgung: Mit 26,4 Millionen Euro Umsatz bleibt der Bereich mit weitem Abstand die größte Einnahmequelle. Das sind 640 000 Euro mehr als 2015. Allerdings haben die Stadtwerke weniger Strom an Endverbraucher abgeben können. Aufgefangen wird das durch mehr Erlöse beim Stromhandel. "Wir spekulieren da aber nicht", stellt Schmidle klar. Viel mehr sei das eine Dienstleistung für die Gemeinden Klettgau, Hohentengen, Jestetten und Lotstetten. Diese sind nur an das Schweizer Netz angeschlossen. Deswegen würde der Verkauf des dort produzierten Stroms aus erneuerbarer Energie nicht vom deutschen Staat gefördert werden. Dadurch, dass die Stadtwerke den Strom vermarkten, geht das doch.
  • Wasserversorgung: In der Stadt wurde etwas weniger Wasser verbraucht, also sank der Umsatz um 2,9 Prozent auf rund 3,1 Millionen. "80 bis 85 Prozent unserer Kosten in diesem Bereich fallen an, egal wie viel verbraucht wird", erklärt Schmidle.
    Und: "Wenn weniger verbraucht wird, steigen unsere Kosten sogar, da wir Leitungen durchspülen müssen, damit sie nicht verkeimen." Man denkt bei den Stadtwerken deswegen über ein neues Preismodell nach. Die Grundgebühr, die jeder Wasserabnehmer unabhängig vom Verbrauch bezahlt und eigentlich die Fixkosten decken sollte, deckt laut Stadtwerken den Netzunterhalt nur in Bruchteilen. Wie genau sich die Preise ändern, kann Schmidle aber noch nicht sagen.
  • Wärmeversorgung: Sie ist ein Wachstumsbereich der Stadtwerke. Rund eine Million nahm man damit letztes Jahr ein. "Wir haben kräftig investiert und haben auch in Zukunft noch einiges geplant", so Schmidle. Es geht hier vor allem um Blockheizkraftwerke, die Strom und nutzbare Wärme erzeugen. Um die Klein-Kraftwerke herum lässt sich ein Nahwärmenetz aufbauen. Größere Anlagen stehen unter anderem im Schulzentrum Tiengen und Bahnhof Tiengen, vom den aus ein ganzes Quartier mit Wärme versorgt wird. Ein weiteres Blockheizkraftwerk befindet sich in Tiengen im Asylbewerberheim in der Badstraße. "Es gibt in Waldshut-Tiengen noch einige Stellen, bei denen hierfür Potenzial besteht", sagt Schmidle.
  • Rheinschifffahrt: "Wenn man die kostenneutral betreiben wollte, müsste eine Überfahrt nach Full sechs Euro kosten", erklärt Schmidle. Zu solchen Preisen wird es aber natürlich nie kommen, derzeit kostet eine Fahrt 1,80 Euro. Die Fähre werde nicht betrieben, um Gewinn zu machen: "Der touristische und geschichtliche Wert ist nicht zu beziffern", sagt Schmidle.
    Trotz 10 928 Rundfahrtgästen und 16 471 Fährgästen bringt die Schifffahrt deswegen unter dem Strich wie jedes Jahr einen kräftigen Verlust in die Bilanz.
  • Bäder: Auch sie gehören zu den "verlustgeborenen Betrieben", wie Schmidle sagt. Doch es sei "immer gut", den Bürgern ein Freibad anbieten zu können. Ins Freibad Waldshut kamen 2016 30 939 Besucher, nach Tiengen 27 511. 2015 waren es 36 643 und 31 710 Menschen. "2016 war ein normaler Sommer mit normalem Besuch", so Schmidle. Wegen Sanierung geschlossen waren schon 2016 Hallenbad und Sauna.
  • Lastwagen-Parkplatz: Mit dem Lastwagen-Vorstauraum vor dem Zoll im Gewerbepark Hochrhein verdienen die Stadtwerke ebenfalls Geld, 2016 kamen durch Parkgebühren 301 000 Euro Umsatz zusammen.
  • Investitionen und Verbindlichkeiten: Rund 5,8 Millionen Euro haben die Stadtwerke 2016 investiert, der Großteil von knapp 3 Millionen floss in Anlagen in Bau, also die Hallenbad- und Saunasanierung. Auch dadurch stiegen die Verbindlichkeiten der Stadtwerke 2016 um 3,6 Millionen auf rund 22,4 Millionen Euro.

Kundencenter

Die Anlaufstelle für Kunden der Stadtwerke befindet sich im Tiengener Bahnhof. Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 12 Uhr informieren die Stadtwerke hier. Im Bahnhof betreiben die Stadtwerke zudem ein Blockheizkraftwerk, das nicht nur das Gebäude, sondern auch die Häuser in der Umgebung mit Wärme versorgt. (dod)