Herr Ecke, letztes Jahr war für die Berghexen die erste Fasnacht. Wie war die fünfte Jahreszeit für Sie?

Aufregend. Ich habe den Verein ja erst kurz davor gegründet und dann plötzlich bei Umzügen in Schwerzen und St. Blasien mitzulaufen, war eine ganz besondere Erfahrung. Wir sind ja auch in der Region noch nicht wirklich bekannt.

Wie sieht es jetzt aus?

Wir sind ein bisschen bekannter geworden. Aktuell sind wir fast jedes Wochenende unterwegs auf Hexenbällen und Umzügen.

Wie wurden Sie von anderen Fasnachtsvereinen aufgenommen?

Recht gut. Die Narren waren neugierig auf uns und haben sich über uns erkundigt.

Vor einem Jahr hatte Ihr Verein sieben erwachsene Mitglieder und drei Kinder. Wie viele Mitglieder gibt es heute?

Ich freue mich sehr darüber, dass wir mittlerweile 21 Hexen sind. Zudem sind bei uns sieben Kinder dabei.

Alles Freunde und Bekannte?

Nein. Nach der vergangenen Fasnacht haben wir einige Anfragen von Menschen bekommen, die einfach Lust hatten, sich uns anzuschließen. Als Hexe kann man ja ein bisschen das machen, was man will. Man darf bei den Umzügen frecher sein, die Zuschauer beispielsweise mit Konfetti oder Stroh einreiben oder sie auch mal mitnehmen. Ich glaube, das macht den Reiz aus.

Wie kam es dazu, dass Sie die Berghexen gegründet haben?

Ich war ja schon 15 Jahre Mitglied bei den Hexen in Tuttlingen, wo ich lange gelebt habe. Als ich dann vor sechs Jahren berufsbedingt hierher gezogen bin, hat mir etwas gefehlt. Mit einem Arbeitskollegen haben wir damals nach einem Verein gesucht, aber keinen so passenden gefunden. Also haben wir uns kurzerhand dazu entschlossen, einen eigenen Verein zu gründen.

Warum haben Sie sich für den Namen Berghexen entschieden?

Wegen des Aarbergs. Ich habe nach einer Sage gesucht, die jeder Hexenverein braucht. Und die einzige, auf die ich gestoßen bin, hat etwas mit dem Aarberg zu tun.

Worum geht es in der Sage?

Einer der ersten Hexenprozesse überhaupt im deutschsprachigen Raum soll 1479 in Waldshut stattgefunden haben. Als Inquisitor wurde der kaiserliche Notar Johannes Gremper aus Laufenburg geholt. Durch ihn ist der Fall der Waldshuter Hexe genaustens überliefert. Die Sage besagt, dass in der Stadt Waldshut eine Hexe lebte, die den Einwohnern sehr verhasst war. Weil sie zu einer Hochzeitsfeier, zu der aber alle anderen Bewohner kamen, nicht eingeladen wurde, wurde sie wütend und rief aus Rache einen Dämon. Sie bat ihn um Hagel, der die Hochzeitsgesellschaft treffen sollte. Der Dämon willigte ein, hob sie hoch und führte sie vor den Augen einiger Hirten durch die Luft zu einem Berg nahe der Stadt. Da ihr Wasser für den Hagel fehlte, soll sie in eine Grube uriniert haben und rührte mit ihrem Finger in Gegenwart des Dämons um. Dann warf der Dämon die feuchte Masse in die Luft und schickte einen Hagelschlag mit gewaltigen Hagelkörnern über die Gäste. Diese vermuteten, dass es sich bei der Frau um eine Hexe handeln müsse. Als die Hirten berichteten, was sie gesehen hatten, wuchs der Verdacht gegen die Frau gewaltig. Sie wurde verhaftet und gestand, dass sie die Tat deshalb verübt hätte, weil sie nicht eingeladen worden war. Wegen dieser und vielen anderen Hexentaten, die sie vollbracht hatte, wurde sie eingeäschert.

In der Geschichte spielt ja auch ein Dämon eine Rolle. Gibt es den bei Ihnen auch?

Vergangenes Jahr noch nicht, aber wir werden dieses Jahr einen haben. Der Dämon ist ja Teil der Sage.

Können Sie das Häs der Berghexen beschreiben?

Unsere Farben sind schwarz, lila und grün. Wir tragen eine Holzmaske, die wir in Grafenhausen anfertigen lassen. Dazu haben wir eine Bluse, einen Rock, Pumphose, Socken und Strohschuhe.

Was bedeutet die Fasnacht für Sie?

Spaß haben, Party machen und verkleiden (lacht).

Was stehen als nächstes für Termine an?

Der Nachtumzug in Weilheim nächstes Wochenende und natürlich auch die Hoorige Mess in Tiengen. Darauf freuen wir uns schon sehr. Ansonsten sind wir auch über den Landkreis hinaus viel unterwegs. In dieser Saison haben wir gut zehn Veranstaltungen.

Was haben Sie sich für die kommenden Jahre vorgenommen?

Ich hoffe, dass wir noch sehr viele neue Mitglieder dazugewinnen können. Mein Wunsch wäre es, auf 40 Mitglieder zu kommen, dabei ist es egal, ob Männer, Frauen oder Kinder. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren müssen allerdings die Eltern dabei sein. Egal ist auch, woher die Mitglieder kommen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Wenn wir einen Zuwachs verzeichnen würden, würden wir es auch schaffen, einen eigenen Hexenball auf die Beine zu stellen.

Was wünschen Sie sich für die diesjährige Fasnacht?

Dass wir alle viel Spaß haben und alles friedlich verläuft.

 

Zur Person

Andreas Ecke lebt mit seiner Frau und seiner siebenjährigen Tochter in Waldshut. Der 41-Jährige wurde in Stuttgart geboren und ist in Tuttlingen aufgewachsen. Er ist gelernter Industriemechaniker. Zu seinen Hobbys zählt Andreas Ecke seine Tiere (ein Hund, drei Katzen und zwei Vogelspinnen), Fußball und Snowboard fahren. Zudem ist er Vorsitzender des Fasnachtsvereins Berghexen, die noch auf der Suche nach Mitgliedern sind.

Weitere Informationen unter folgemdem Link:

www.berghexen-waldshut.de