Nein, Krimskrams war es wahrlich nicht, was auf dem Tiengener Kunst- und Handwerkermarkt angeboten wurde. In einer Zeitung ihrer Heimatstadt Tettnang wären ihre aufwändig gearbeiteten Nähsachen fälschlicherweise einmal so bezeichnet worden, erzählte eine Standbetreiberin. Sie gehörte zu den rund 50 geschickten und kreativen Handwerkern und Kunsthandwerkern, die in Tiengens Fußgängerzone und auf dem Marktplatz von Freitag bis Sonntag ihre Waren anboten.

Es waren durchweg hochwertige, handgemachte Unikate in großer Vielfalt. Dekoratives und Nützliches gaben sich die Hand. Schönes für die Wohnung, Schmuck, Kleidung von der Socke bis zum Hut, Bürsten, Keramik, Seifen, Gestecke, Körbe und unzähliges mehr lockten. Und alles war aus natürlichen Materialien wie Holz, Wolle, Stoff, Papier, Fell, Leder, Blumen, Glas und Metall.

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Die Veranstalter der Aktionsgemeinschaft Tiengen hatten auch wieder einige neue Stände nach Tiengen geholt. Wie etwa den Korbflechter Andreas Zeberer aus Berchtesgaden, der vom Minikörbchen bis zur riesigen Rückentrage, in Bayern Kraxe genannt, alles mit dabei hatte. Er, einem Bürstenmacher, einem Holzschnitzer und einigen mehr, konnten Besucher beim Herstellen ihrer Produkte zuschauen und bei Seiler Adelbert Mayer sich zusätzlich selbst ein Seil „kurbeln“.

Wie anno dazumal: Der Museumsverein Weilheim zeigt, wie früher Butter gemacht wurde – hier gießt Gerhard Leis Rahm ins Fass, um Butter zu gewinnen.
Wie anno dazumal: Der Museumsverein Weilheim zeigt, wie früher Butter gemacht wurde – hier gießt Gerhard Leis Rahm ins Fass, um Butter zu gewinnen. | Bild: Ursula Freudig

Auf reges Interesse stieß auch dieses Jahr der Museumsverein Weilheim, der mit Zentrifuge und Butterfass zeigte, wie früher Butter hergestellt wurde. Wie immer war der Kunst- und Handwerkermarkt mit einem kleinen Rahmenprogramm und extra Angeboten für Kinder verbunden. Kulinarisch verwöhnte unter anderem der schon legendäre Kuchenstand des Frauenvereins Tiengen, und musikalisch unterhielten die Stammtischler und das Vater-Sohn-Duo Kögel.

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Kinder konnten Filzen, Karussell fahren und einem Zauberer begegnen. Dass dennoch, insgesamt gesehen, beim Besucherzulauf viel Luft war, dürfte den schweißtreibenden Temperaturen geschuldet gewesen sein. Heiß, allzu heiß, schien am Freitag und Samstag die Sonne aus dem wolkenlosen Tiengener Himmel auf das bunte Markttreiben hinab.

Das sagen die Besucher

„Ich bin jedes Jahr auf dem Tiengener Markt, der Holzschnitzer und der Korbflechter interessieren mich am meisten, es macht mir Freude, ihnen zuzuschauen.“ Kurt Jehle aus Aichen.
„Ich bin jedes Jahr auf dem Tiengener Markt, der Holzschnitzer und der Korbflechter interessieren mich am meisten, es macht mir Freude, ihnen zuzuschauen.“ Kurt Jehle aus Aichen. | Bild: Ursula Freudig
„Ich bin schon ein paar Mal hier gewesen, der Tiengener Markt gefällt mir sehr gut, man sieht und kann bewundern, was Leute von Hand alles machen.“ Marianne Hübner aus Klingnau (CH).
„Ich bin schon ein paar Mal hier gewesen, der Tiengener Markt gefällt mir sehr gut, man sieht und kann bewundern, was Leute von Hand alles machen.“ Marianne Hübner aus Klingnau (CH). | Bild: Ursula Freudig
„Ich bin Stammgast beim Tiengener Markt, ich mag seine Atmosphäre und Vielfalt und man trifft nette Leute, die sich wie ich, für altes Handwerk interessieren.“ Silvia Bastianelli-Huber aus Weilheim.
„Ich bin Stammgast beim Tiengener Markt, ich mag seine Atmosphäre und Vielfalt und man trifft nette Leute, die sich wie ich, für altes Handwerk interessieren.“ Silvia Bastianelli-Huber aus Weilheim. | Bild: Ursula Freudig

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