Beim ersten Festival der Vielfalt zeigte sich die Stadt Waldshut-Tiengen von ihrer Regenbogenseite. Gut 100 Interessierte kamen auf den Tiengener Marktplatz, wo das Kinder- und Jugendreferat der Stadt gemeinsam mit vielen Jugendlichen eine kleine bunte Zeltstadt errichtet hatte.

Mit starkem Statement: Zahlreiche Jugendliche nahmen an dem Festival der Vielfalt in Tiengen teil.
Mit starkem Statement: Zahlreiche Jugendliche nahmen an dem Festival der Vielfalt in Tiengen teil. | Bild: Peter Rosa

Bei dem Festival wurde auf Themen wie sexuelle Vielfalt und Orientierung, Diskriminierung, Sexismus, Homo- und Transfeindlichkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Respekt, Toleranz, Akzeptanz und gleiche Rechte aufmerksam gemacht. „Toleranz und Akzeptanz sind wichtige Pfeiler unserer Gesellschaft“, sagte Bürgermeister Joachim Baumert in seiner Eröffnungsrede.

Was ist LSBTTIQ? Die Abkürzung LSBTTIQ drückt die geschlechtliche und körperliche Vielfalt aus. Was hinter den einzelnen Buchstaben steckt, erfahren Sie hier

Als Ehrengast konnte Veuve Noire aus Hamburg gewonnen werden. Sie identifiziert sich als heterosexuelle Frau im Körper eines Mannes und gehört als Mitglied der Hamburger Olivia-Jones-Familie zu den Botschaftern der LSBTTIQ-Bewegung. In einem Vortrag schilderte sie ihren schwierigen Lebensweg vor einem gut 50-köpfigen Publikum im großen Saal des Ali-Theaters.

Mit starker Stimme: Veuve Noire spricht über ihren bunten Werdegang. Die Hamburgerin war eigens für das Festival angereist.
Mit starker Stimme: Veuve Noire spricht über ihren bunten Werdegang. Die Hamburgerin war eigens für das Festival angereist. | Bild: Peter Rosa

Anschließend diskutierte sie über verschiedene Fragen, wie zum Beispiel geschlechterspezifische Vorurteile bei Männern und Frauen. Applaus gab es für ihre Feststellung: „Es gibt nichts Selbstverständlicheres als die eigene Sexualität.“ Es gehe dabei immer nur um Vertrauen, Zuneigung und Liebe, egal zu wem.

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Entstanden ist das Festival auf Initiative von Jugendlichen. Während der Rainbow-Fridays im Tiengener Jugendzentrum JUZ kamen bereits Themen wie Toleranz, Akzeptanz und der Mensch an sich zur Sprache. Mittlerweile ist die Gruppe auf rund 20 Jugendliche angewachsen. Mit dem Festival sollte jeder willkommen geheißen und Berührungsängste mit den Themen abgebaut werden. Das Projekt wurde mit 5000 Euro vom Landesministerium für Soziales und Integration gefördert.

Mit Regenbogenfarben: Im AlI-Theater gingen bunte Buttons, Turnbeutel, Schlüsselanhänger und Stirnbänder über die Theke.
Mit Regenbogenfarben: Im AlI-Theater gingen bunte Buttons, Turnbeutel, Schlüsselanhänger und Stirnbänder über die Theke. | Bild: Peter Rosa

An den Ständen konnten Besucher sich über verschiedene Themen informieren. So waren zum Beispiel die Queerdenker, eine queere Gruppe aus Stuttgart, der Verein Fluss, welcher sich mit Bildungsarbeit zu Geschlecht und sexueller Orientierung beschäftigt, Amnesty International und ein Infostand des Christopher Street Day aus Freiburg vor Ort.

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Für Herzhaftes sorgten die Zarte Säu Tiengen und für Süßes die Pfadfinder St. Georg aus Dogern. Im Ali-Theater gingen bunte Buttons, Turnbeutel, Schlüsselanhänger und Stirnbänder des Rainbow-Fashion Verkaufsstands über die Theke. Zum Abschluss feierten Ausrichter und Gäste eine Gender-Disko im Ali-Theater.