„Aus Tiengen ist noch nie was Gutes gekommen“, wettert der eingefleischte Waldshuter Karlheinz (Christian Ruch), als sein Sohn eine Tiengenerin samt deren Eltern ins Haus bringt. Es kommt zwischen den Familien zu einer Art Generalabrechnung zwischen Waldshut und Tiengen, in deren Verlauf auf verschiedene geschichtliche Ereignisse in den beiden Orten zurückgeblickt wird und am Ende muss sich Karlheinz eines Besseren belehren lassen.

„Waldshut-Tiengen – der Beginn einer großen Liebe“ ist deshalb auch Motto des diesjährigen Heimatabends am 19. August. Dies ist Rahmenhandlung für den kommenden großen Chilbi-Heimatabend. Bei dem Open-Air- Bühnenspektakel mitten in der Kaiserstraße setzen wieder rund 250 Laiendarsteller, größtenteils aus Waldshut-Tiengener Vereinen, und das Team der Theaterwerkstatt Heidelberg sowie Schweizer Gastgruppen, verbürgte Ereignisse aus der hiesigen Geschichte in Szene. Sorgfältig recherchiert hat sie der Historiker Christian Ruch.

<strong>Besprechung für das Bühnenbild:</strong> Margret Teufel, Günter Hermle (Mitte) und Joe Schmidle ("Lok-Führer") mit dem Muster für das beim Heimatabend rund sechs Meter lange Bühnen-Hintergrundbild für die "Eisenbahn-Szenen".
Besprechung für das Bühnenbild: Margret Teufel, Günter Hermle (Mitte) und Joe Schmidle ("Lok-Führer") mit dem Muster für das beim Heimatabend rund sechs Meter lange Bühnen-Hintergrundbild für die "Eisenbahn-Szenen".

Die Proben laufen auf Hochtouren. Wolfgang Schmidt (Regie) und Babette Steinkrüger (Drehbuch) von der Theaterwerkstatt Heidelberg und die Darsteller sind voller Elan bei der Sache. Das Publikum erwartet wieder spannend aufbereitete „Geschichtsstunden“ mit gepfefferten Dialogen, mit Musik, Tanz und natürlich viel Humor. Auf die Bühne kommen die Ereignisse um Bilgeri von Heudorf inklusive eines ausgelassenen Fressgelages im Tiengener Schloss und wilden Fechtszenen sowie die Eröffnung der Eisenbahnlinie Waldshut-Basel und der Eisenbahnbrücke über den Rhein in den 1850er Jahren. Weiterhin gespielt wird die Busfahrt von Tiengener Bürgern nach Stuttgart Anfang der 70er Jahre, mit der gegen die Zusammenlegung mit Waldshut demonstrierte wurde und der Stadtbrand 1726 in Waldshut, bei dem die Tiengener zur Rettung Waldshuts beigetragen haben.

<strong>Probenarbeit mit Leidenschaft:</strong> Regisseur Wolfgang Schmidt (rechts) von der Theaterwerkstatt Heidelberg bringt bei den Proben die Darsteller zur Höchstform.
Probenarbeit mit Leidenschaft: Regisseur Wolfgang Schmidt (rechts) von der Theaterwerkstatt Heidelberg bringt bei den Proben die Darsteller zur Höchstform.

Außerdem wird die von Christian Ruch getextete und von Frank Pohl komponierte Waldshut-Tiengener Hymne zu hören sein. Beim Bühnenbild und den Requisiten ist wie immer unter Regie von Bühnenmeister Günter Hermle ganze Arbeit geleistet worden. „Wer kommt, wird es nicht bereuen“, verspricht Margret Teufel, Sprecherin des Heimatabends, und zeigt sich zuversichtlich, dass nach dem verregneten Heimatabend vergangene Chilbi, jetzt wieder ein trockener an der Reihe ist. Einen Ausweich-Spielort gibt es nicht.

Proben für den Chilbi-Heimatabend: Darsteller singen in der Tiengener Realschule die Waldshut-Tiengener Hymne, die beim Heimatabend in der Waldshuter Kaiserstraße erklingen wird, der Text ist von Christian Ruch, Komponist ist Frank Pohl.
Proben für den Chilbi-Heimatabend: Darsteller singen in der Tiengener Realschule die Waldshut-Tiengener Hymne, die beim Heimatabend in der Waldshuter Kaiserstraße erklingen wird, der Text ist von Christian Ruch, Komponist ist Frank Pohl.

Der Heimatabend

Der Heimatabend unter dem Motto „Waldshut-Tiengen – der Beginn einer großen Liebe“, findet am Samstag, 19. August, 20 Uhr, in der Waldshuter Kaiserstraße statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Der Heimatabend ist Teil der 549. Waldshuter Chilbi (18. bis zum 23. August).