„Es gibt keinen besseren Botschafter für Waldshut als die Stadtmusik.“ Dieser Aussage von Moderator Klaus Danner dürften die rund 350 Besucher des Jahreskonzerts der Stadtmusik Waldshut gemeinschaftlich zustimmen. Sie feierten am Samstagabend ein Orchester, das in der Waldshuter Stadthalle seine Klasse unter Beweis stellte. Begeisterten Beifall bekam auch das Jugendorchester, das ebenso unbekümmert wie leistungsstark den Konzertabend eröffnete.

Die Stadtmusik Waldshut präsentierte sich danach als musikalische Einheit, die auch Stücke mit Höchstschwierigkeit nicht gefährden konnte. Unter der Leitung von Daniel Frank ließen die 46 Stadtmusiker erleben, was gut gespielte Blasmusik kann: In den Bann ziehen, Freude schenken, berühren, Bilder vors innere Auge zaubern und Reisen durch imaginäre Welten ermöglichen. So gut wie alle Stücke waren Premieren. Ebenso neu war die Moderation durch Klaus Danner. Der frühere Waldshut-Tiengener Polizeichef glänzte in seiner Premiere mit schwungvollen Ansagen, die über das informative hinaus gingen, eine angenehm persönliche Note hatten und mit einem Schuss Humor angereichert waren. Er führte das Publikum durch zwei Konzertteile: Im ersten ließ die Stadtmusik Waldshut mit erhabenen Klängen die Weite Amerikas (“Where Eagles Soar“) spüren, nahm mit auf eine spannende Weltreise à la Jules Verne (“Around The World In 80 Days“) und ließ Erinnerungen an bekannte Western (“Moment For Morricone“) und Fernseh-Serien (TV-Kultabend) lebendig werden. Der zweite Konzertteil war weihnachtlichen Kompositionen gewidmet von „Sweet Bells Fantasy“ über „A Home Alone Christmas“ bis zu „A Christmas Festival“. Besonders ergreifend und beeindruckend war „Festival Fanfare For Christmas“, ein sehr schwieriges Stück mit festlichen Klängen, in dem Trompeter der Stadtmusik ihren umjubelten Auftritt hatten. Mit einem als zweite Zugabe gespielten „Stille Nacht, heilige Nacht“, bei dem das Publikum teilweise Handys mit angemachter Taschenlampe schwenkte, klang das Jahreskonzert der stimmungsvoll aus. Dazu passten die Worte von Klaus Danner: „Musik öffnet die Herzen und streichelt die Seele.“

„Ich schätze den Zusammenhalt“

Bernd Kramm (58), Leiter der Stadtgärtnerei Waldshut-Tiengen, spielt seit 25 Jahren in der Stadtmusik Waldshut. Zuvor hat er 15 Jahre in anderen Orchestern, unter anderem in der Stadtmusik Emmendingen, gespielt. Für 40-jähriges Musizieren im Orchester ist er kürzlich vom Blasmusikverband Hochrhein ausgezeichnet worden.

Herr Kramm, das war ihr 25. Jahreskonzert mit der Stadtmusik Waldshut – sind Sie immer noch nervös vor großen Auftritten?

Das hängt davon ab, wie schwierig die Stücke für mich als Tubaspieler sind. Das heutige Konzert ging, deshalb war ich eher entspannt. Aber natürlich ist jedes Jahreskonzert aufs Neue ein besonderes Erlebnis und der Höhepunkt im Vereinsjahr.

Was schätzen Sie in der Stadtmusik Waldshut?

Die Atmosphäre ist sehr angenehm und ich habe nette Kollegen und Kolleginnen. Es spielen Leute in meinem Alter im Orchester, aber auch viele jüngere. Ich schätze die Gemeinschaft und den guten Zusammenhalt. Schön ist auch, dass mein Sohn dabei ist, er spielt Schlagzeug. Von einigen von uns spielen Familienangehörige mit.

Wie viele Dirigenten haben Sie in den 25 Jahren erlebt und ist es schwierig, sich auf neue umzustellen?

Ich hatte mindestens sechs Dirigenten. Jeder bringt seinen eigenen Stil mit, der einem einmal besser, einmal weniger gut liegt. Aber man spielt in einer Gemeinschaft und muss sich arrangieren. Jeder Dirigent bietet die Chance, dass man persönlich und das ganze Orchester weiter kommt.

Fragen: Ursula Freudig