Waldshut-Tiengen Beeindruckender Streifzug durch städtische Kunstsammlung in Tiengen

In der Ausstellung "Lustrum – Sammelsurium" sind erworbene Kunstwerke der Stadt Waldshut-Tiengen zu sehen. Rund 50 Werke von 35 Künstlern können in den Schwarzenbergsälen und im Schlosskeller des Tiengener Schlosses betrachtet werden.

Immer wenn die Stadt Waldshut-Tiengen eine Ausstellung organisiert, kauft sie von den ausstellenden Künstlern ein Bild. Im fünfjährigen Rhythmus zeigt sie dann ihre erworbenen Kunstschätze, so wie jetzt in der neuen Ausstellung „Lustrum“ – Sammelsurium, die Dritte! In den Schwarzenbergsälen und im Schlosskeller des Tiengener Schlosses kann man jetzt von 35 Künstlern rund 50 unterschiedlichste Werke betrachten: Das reicht von Malerei, Grafik und Zeichnungen bis hin zu Skulpturen. „Jedes Kunstwerk öffnet ein Fenster in eine andere Welt,“ sagte jetzt Kulturamtsleiter Hartmut Schölch bei der Ausstellungseröffnung.

"Verhältnisse" nennt Peter Schütz sein Bild in der Ausstellung "Lustrum".
"Verhältnisse" nennt Peter Schütz sein Bild in der Ausstellung "Lustrum". | Bild: Rosemarie Tillessen

Ein Streifzug durch die Räume ist ein großes Vergnügen. Oft trifft man bei den Einzelwerken auf Bekanntes von früheren Ausstellungen. Oder man erkennt die typische „Handschrift“ eines Künstlers: So etwa die anrührenden kleinen Skulpturen von Lieselotte Voellner-Gallus („Miteinander“) oder zwei Köpfe von Paul Klahn, einmal reizvoll mit Tusche und Feder gezeichnet, einmal sehr befremdlich mit bunter Wachskreide. Man entdeckt die zauberhaft leichten Traumbilder von Peter Schütz, die 2013 für die Märchentage entstanden („Verhältnisse“) oder die malerischen Capricho-Radierungen, die Bernd Salfner mit Tusche, Wasser und Feder in nachtblaue Flächen zauberte (köstlich ironisch „der Experte“). Man findet kraftvoll aus dem Holz heraus gearbeitete Rosen von Josef Briechle, einen prallen, knalligen Torso von Santhori in seinen typischen Grundfarben oder das ausdrucksstarke Frauengesicht „Identity“ von Sandra Labaronne aus der Partnerstadt Blois.

"Der nächtliche Güterwagen" nennt Rudolf Schütz sein Bild in der Ausstellung "Lustrum".
"Der nächtliche Güterwagen" nennt Rudolf Schütz sein Bild in der Ausstellung "Lustrum". | Bild: Rosemarie Tillessen

Aber da gibt es auch ganz leise Arbeiten: die schwindelerregenden Kreisformen mit Tusche auf MDF von Dora Freiermuth, den kleinen Brief von Eva Warnke („Für Sie“), den unlesbaren Anra-Codex der Anra-Zwillinge oder die abstrakten Farbspiele von Doratio. Oder die wunderbar verwischte „Fohlenjagd“ von Simone Litschka sowie den dramatisch beschleunigten „nächtlichen Güterwagen“ von Rudolf Schütz. Nur einige Werke können hier erwähnt werden. Dazu sollte aber unbedingt auch die filigrane Malerei von Peter Messer aus der Partnerstadt Lewes gehören: Was er wohl mit dem Titel „Sünderfresser Gebet“ meinte?

"Sündenfresser Gebet" nennt Peter Messer aus Lewes sein Bild in der Ausstellung "Lustrum".
"Sündenfresser Gebet" nennt Peter Messer aus Lewes sein Bild in der Ausstellung "Lustrum". | Bild: Rosemarie Tillessen

Die Ausstellung „Lustrum“ ist noch bis zum 6. Mai dienstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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