Eine positive Bilanz zog die Geschäftsleitung der Föfa, Baugenossenschaft Waldshut-Tiengen, bei der Hauptversammlung im evangelischen Gemeindehaus Tiengen. Regie führte der Aufsichtsratsvorsitzende Heinz Rombach, der zahlreiche Gäste begrüßen konnte, unter ihnen Bürgermeister Joachim Baumert. Im Jahr 2017, so berichtete Geschäftsführer Andreas Vogt, wurden fast 4,6 Millionen Euro investiert. Die Schwerpunkte lagen bei der Modernisierung, der Instandsetzung und energetischen Optimierung des genossenschaftlichen Bestandes.

Neue Wohnungen in Tiengen und Lauchringen

Ein weiterer Schwerpunkt lag bei der Errichtung eines neuen Wohngebäudes mit 19 Wohnungen in der Schaffhauser Straße 54 in Tiengen mit Tiefgarage und Nebengebäuden. Gleichzeitig wurden die Weichen für einen weiteren Neubau mit Tiefgaragen am Konrad-Adenauer-Ring in Lauchringen gestellt, mit einer Tagespflege-Station und zwölf seniorengerechten Wohnungen, in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Caritas.

Der Neubau der Baugenossenschaft Föfa in der Schaffhauserstraße 54 bietet 19 Wohnungen. <br />Bild: Föfa/Richter
Der Neubau der Baugenossenschaft Föfa in der Schaffhauserstraße 54 bietet 19 Wohnungen. | Bild: Föfa/Richter

Allein für Modernisierungen und Renovierungen wurden 2,2 Millionen Euro investiert. Hier lagen die Schwerpunkte bei den Gebäuden in der Schaffhauser Straße 60/62, vor allem im Bereich der Strangsanierung. Ferner wurde das Haus Berliner Straße 9, Tiengen, mit 28 Wohnungen teilweise energetisch saniert. Restarbeiten aus dem Vorjahr wurden an den Gebäuden Schlesier Straße 1 und Ostpreußenstraße 2, ebenfalls in Tiengen, durchgeführt. Das Haus Am Eichwald 15, Lauchringen, mit sieben Wohnungen, erhielt einen neuen Fassadenanstrich. An anderen Gebäuden wurden Wohnungseingangstüren und Fensterläden ausgetauscht, Balkone und Treppengeländer überarbeitet und Etagenheizungen durch moderne Gaszentralheizungen ersetzt.

71 Wohnungswechsel in 2017

71 Mal fand ein Wohnungswechsel statt, wobei zehn Totalsanierungen durchgeführt wurden. Die Durchschnittsmiete lag bei 6,94 Euro pro Quadratmeter warm, also inklusive Heiz- und Betriebskosten. Die Bilanzsumme kletterte auf 36 Millionen Euro, davon fast die Hälfte Eigenkapital. "Das heißt", so resümierte Andreas Vogt, "wir sind kerngesund". Auch Aufsichtsrat Klaus-Dieter Ritz bestätigte bei seinem Bericht zur gesetzlichen Prüfung: "Die Vermögenslage der Genossenschaft ist geordnet." Bürgermeister Joachim Baumert erklärte: "Die Föfa leistet einen wichtigen Beitrag auf dem heimischen Wohnungsmarkt."

Für 50-jährige Mitgliedschaft bei der Föfa wurden Eugen Dold (links) und Gerd Rapka geehrt. Bild: Manfred Dinort
Für 50-jährige Mitgliedschaft bei der Föfa wurden Eugen Dold (links) und Gerd Rapka geehrt. | Bild: Manfred Dinort

Beschlossen wurde, den Jahresüberschuss von 20 197 Euro als Dividende in Höhe von 2,0 Prozent an die Mitglieder auszuschütten. Mit herzlichen Worten verabschiedete Heinz Rombach die Aufsichtsräte Karl-Heinz Wehrle und Heinz Jockers, deren Amtszeit ausgelaufen war. Neu gewählt wurden Petra Dorfmeister, Leiterin des Kreisbauamtes, im Amt bestätigt wurde Wilfried Malzner. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Gerd Rapka und Eugen Dold geehrt.

"Rund 80 Wohnungen werden jährlich frei"

Wie erhält man eine Wohnung bei der Baugenossenschaft Waldshut-Tiengen? Geschäftsführer Andreas Vogt gibt eine Einblick.

Herr Vogt, nehmen Sie derzeit neue Mitglieder auf?

Im Regelfall nehmen wir neue Mitglieder nur dann auf, wenn auch eine passende Wohnung zur Verfügung steht. Das trifft in etwa 95 Prozent der Fälle zu. Die restlichen fünf Prozent sind Personen aus der Region, die die genossenschaftliche Idee unterstützen wollen, aber nicht die Absicht haben, bei uns zu wohnen.

Können Sie die Nachfrage decken?

Nein. Rund 80 Wohnungen werden jährlich durch den Mieterwechsel frei, aber bereits im ersten Vierteljahr hatten wir über 100 Anfragen, also hochgerechnet aufs Jahr über 400.

Ist Bauland ein Problem?

Das ist für uns im Moment kein Problem. Sogar in Waldshut konnten wir uns aktuell ein großes Grundstück sichern. Derzeit verfügen wir, und das ist sicher eine glückliche Ausnahme, über genügend Bauland.

Wie sind die heutigen Rahmenbedingungen?

Schwierig. Die Anforderungen haben sich extrem verschärft, vor allem in Sachen Brandschutz, Barrierefreiheit und den energetischen Standards. Es gibt auch zunehmend Widerstand in der Nachbarschaft, wenn nebenan neu gebaut werden soll.

Wie sind Ihre Mieten im Vergleich zum freien Markt?

Die Marktpreise liegen in Waldshut-Tiengen bei gut sieben Euro pro Quadratmeter Kaltmiete. Da liegen wir über zehn Prozent günstiger.