Zu einem größeren Einsatz der Feuerwehr war es am Mittwochmorgen in der Eschenstraße auf dem Waldshuter Aarberg gekommen. Dort hatte ein Baggerfahrer auf einer privaten Baustelle eine Gasleitung der Badenova durchgerissen. Nur wenige Minuten nach dem Vorfall war ein Fachmann des Energieversorgers vor Ort, um die Leitung abzuklemmen. Eine Gefahr für die Anwohner des Wohngebiets habe nicht bestanden.

Im Einsatz waren 35 Feuerwehrleute der Abteilungen Waldshut, Gurtweil, Tiengen und Kaitle sowie vier Streifenwagen der Polizei. Die Eschenstraße musste für rund eine halbe Stunde gesperrt werden.

Mit einem Gasmessgerät prüfte die Feuerwehr, wie hoch die Explosionsgefahr war. Im Freien sei zwar die Explosions- und auch die Erstickungsgefahr geringer, da sich das Gas schneller mit der Luft vermische, so Einsatzleiter Peter Wolf. Doch: „Eine Explosionsgefahr besteht bei austretendem Gas immer. Heute hatten wir jedoch das Glück, dass der Wind das Gas verblasen hat und so bestand nur in direkter Nähe zur Baugrube eine erhöhte Gefahr“, erklärt Wolf, Gesamtkommandant der Feuerwehr Waldshut-Tiengen.

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Nachdem die Leitung abgeklemmt war, sei die Gefahr gebannt gewesen. Einen Versorgungsausfall für Anwohner habe es durch das Abklemmen nicht gegeben. „Die Leitung liegt in einem Neubaugebiet, und der Schaden trat an einer sogenannten Endkappe auf“, teilt Roland Weis, Pressesprecher der Badenova, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Kein Kunde sei von einem Gasausfall betroffen gewesen.

Eine Baggerschaufel beschädigte in der Eschenstraße auf dem Waldshuter Aarberg eine Gasleitung. Der Vorfall löste ein Großangebot von Feuerwehr und Polizei aus.
Eine Baggerschaufel beschädigte in der Eschenstraße auf dem Waldshuter Aarberg eine Gasleitung. Der Vorfall löste ein Großangebot von Feuerwehr und Polizei aus. | Bild: Verena Wehrle

Rund drei bis vier Mal pro Jahr kommt es laut Roland Weis zu solchen Vorfällen im Verbreitungsgebiet des Energieversorgers. Wird eine Gasleitung wie auf dem Waldshuter Aarberg beschädigt, wird sofort der zuständige Anbieter verständigt, damit ein Experte die Leitung abklemmen kann. „In Waldshut haben wir einen Bereitschaftsdienst, der sehr schnell vor Ort sein kann. In der Regel werden defekte Leitungen binnen eines Tages ausgetauscht.“

Roland Weis weiter: „In ländlichen Gebieten, wo unser Bereitschaftsdienst eine längere Anfahrt hat, arbeiten wir mit Partnern wie den Gemeinden zusammen, um schnellstmöglich am Einsatzort sein zu können.“ Die Mitarbeiter erhalten regelmäßig Schulungen. Die Mitglieder der Feuerwehren werden ebenfalls für solche Einsätze regelmäßig ausgebildet. Auch ohne direkte Außeneinwirkung kommt es vor, dass Gas aus den Leitungen austritt. Deshalb kontrolliere die Badenova laut Weis regelmäßig mit einem Gasspürgerät die Leitungen. „Die Geräte registrieren einen Gasaustritt bereits ab einem Wert von 0,1 Prozent.“

Schon kurz nach dem Einsatz ging die Arbeit für den Bagger weiter.
Schon kurz nach dem Einsatz ging die Arbeit für den Bagger weiter. | Bild: Verena Wehrle

Damit ein Gasaustritt überhaupt bemerkt werden kann, wird das Gas, das eigentlich geruchsfrei ist, odoriert, also mit einem Geruch versetzt. In Deutschland wird dafür meist eine typisch riechende organische Schwefelverbindung verwendet. Das ist besonders in geschlossenen Räumen wie Wohnungen wichtig, damit die Bewohner das Gas riechen können. Weis: „Der Schwefelgeruch erinnert an faule Eier. Wenn Menschen diesen in der Wohnung wahrnehmen, sollten sie sofort die Fenster und Türen öffnen, damit das Gas entweichen kann.“ Um sich in Sicherheit zu bringen, sollten betroffene Personen das Haus oder die Wohnung verlassen und dann umgehend die Feuerwehr alarmieren. Die Feuerwehr verständige dann auch den Bereitschaftsdienst des Versorgers.