Waldshut – Der dreispurige Ausbau der B 34 in Waldshut zwischen dem Zoll und dem Gewerbepark Hochrhein ist fertig. Bei einem Vor-Ort-Termin sagte Waldshuts Landrat Martin Kistler: "Ich bin froh über die Verbesserung der Verkehrssituation. Den beteiligten Arbeitern zolle ich meinen Respekt, denn sie haben die Arbeiten trotz laufendem Verkehr sehr gut abgewickelt." Auch Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Philipp Frank freut sich über den Ausbau der B 34. "Es ist eine unbeschreibliche Entlastung für den Knotenpunkt. Dennoch wissen wir, dass es keine ultimative Lösung für die Verkehrsbelastung der Stadt Waldshut-Tiengen ist." Dem stimmt auch Felix Schreiner, CDU-Landtagsabgeordneter, zu: "Zwar geht mit dem Ausbau der Straße eine spürbare Entlastung einher, dennoch handelt es sich nur um einen Teilerfolg."

Eine nachhaltige Entlastung versprechen sich die drei Politiker von einer zweiten Rheinbrücke. Landrat, Oberbürgermeister und das Land Baden-Württemberg stehen deshalb bereits in Gesprächen mit dem Kanton Aargau. Felix Schreiner: "Ich stehe auch im Kontakt mit Verkehrsminister Winfried Hermann, denn es ist Aufgabe des Landes, einen Staatsvertrag auszuhandeln." Weitere Hoffnungen für eine Verkehrsentlastung verbinden sich mit dem Ausbau der A 98, der im vordringlichen Bedarf im Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. Das heißt: Sobald die Planung steht, gibt es Geld vom Bund. Allerdings ist der Zeitpunkt der Realisierung bei beiden Projekten offen.

Eine Entlastung der Verkehrssituation ist nicht nur auf der B 34 zu spüren, sondern nach ersten Erfahrungen laut Marina Schlosser, Ortsvorsteherin, auch in Gurtweil. Durch den Ortsteil fahren Verkehrsteilnehmer, um den Staus auf der B 34 auszuweichen. Was sich im Bereich der B 34 noch ändern wird, sind Beschilderungen und Markierungen. Diese sind laut Landratsamt bisher nur provisorisch und sollen Anfang des Jahres angepasst werden.

Rund 1,5 Jahre haben die Bauarbeiten an der B 34 gedauert. Die Kosten für das Projekt, die der Bund trägt, wurden vor dem Ausbau auf 4,4 Millionen Euro geschätzt. Aktuelle Aussagen konnte das Regierungspräsidium Freiburg gestern nicht treffen.
 

So sah die B 34 noch im Februar diesen Jahres aus. Bild: Archiv/Benjamin Brumm
So sah die B 34 noch im Februar diesen Jahres aus. Bild: Archiv/Benjamin Brumm | Bild: Brumm

Der Ausbau der dritten Spur vom Gewerbepark Hochrhein bis zum Waldshuter Grenzübergang soll vor allem dem Lastwagenverkehr dienen, der nach der Abfertigung auf dem Zollhof Richtung Schweiz bislang zurückfloss. Bislang staute sich der Verkehr, weil die Linksabbiegespur zum Grenzübergang Waldshut/Koblenz nicht lang genug war. Ursprünglich sollte der Straßenausbau zeitgleich mit der Eröffnung des Zollhofs im August 2011 abgeschlossen sein. Doch das vom Regierungspräsidium Freiburg geplante Projekt wurde durch Einsprüche und Klagen verzögert. Geklagt gegen das Land Baden-Württemberg als Projektträger hatten unter anderem die Gewerbepark Hochrhein GmbH sowie Hermann Mößner, ehemaliger Inhaber des Hotels und Restaurants Fährhaus am Zoll. Mößner befürchtete Nachteile, weil die Grundstückszufahrt künftig erschwert ist. Nach dem Verkauf des Anwesens hatte er allerdings seine Klage zurückgezogen.

 

Verkehrsführung

Mit dem Ausbau der B 34 kann Verkehr aus dem Westen in Richtung Gewerbegebiet Kaitle oder Gurtweil nicht mehr die Abkürzung über die Kupferschmidstraße nehmen, sondern muss geradeaus über die B 34. Verkehrsteilnehmer aus der Kupferschmidstraße dürfen nur noch nach rechts Richtung Grenzübergang oder Innenstadt abbiegen. Fahrzeuge aus Richtung Tiengen können wie bisher nach rechts in die Kupferschmidstraße einbiegen.