Tiengen – Ulrich C. Eipper (1929 bis 1996) hat schon zu Lebzeiten nicht nur in unserer Region künstlerisch viel bewegt. Jetzt – zu seinem 20. Todestag – wurde in den Schwarzenbergsälen im Schloss Tiengen eine Ausstellung mit seinen Werken zum Thema „Gott und Götter“ eröffnet. Rund 100 Kunstinteressierte kamen zur Vernissage, die ihn teils noch persönlich kannten. Auch seine Witwe Erne Eipper und ihr Sohn Christoph, die seine gemeinnützige Ulrich C. Eipper-Stiftung verwalten, waren unter den zahlreichen Gästen.

Trotz der thematischen Begrenzung lernt man das ganze Spektrum seines Könnens kennen, wie Zara Tiefert-Reckermann bei ihrer Einführung feststellte. Sie ist Beirätin für Bildende Kunst des Vereins freundeschlosstiengen und Kuratorin der Ausstellung. Man sieht großformatige Figurenkompositionen zu religiösen Themen und zur griechischen Mythologie, daneben aber auch Portraits, griechische Landschaften als Aquarelle, eine Holzskulptur und verschiedene Druckgrafiken sowie Linoldrucke. Eipper war ein Kenner der griechischen Mythologie und setzt beim Betrachter viel Wissen voraus. Glücklicherweise liegen zu den großen Bildern Saaltexte aus, die auch Nichtkennern bei der Deutung behilflich sind. Der Künstler setzte sein profundes Wissen in eine leidenschaftliche Formsprache um: immer gegenständlich, mit kräftigem Pinselstrich, der auch Unschärfen und Abstraktionen zulässt. „Der Pinselschlag des Malers ist... einmalig, unverwechselbar, als persönlicher Stil“ hat er einmal gesagt. Wir werden über die Ausstellung noch ausführlicher berichten.

Die Ausstellung ist bis 18. September mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Finissage am 18. September gibt der Cellist Martin Jantzen ein Konzert mit Werken von Bach, Ligeti und Penderecki (17 Uhr).

Interview

Wir sprachen mit Erne Eipper, der Gründerin der Eipper-Stiftung, und ihrem Sohn Christoph, dem Vorsitzender der Stiftung, über den Stand der Stiftung, die 2009 gegründet wurde:

Was können Sie über die Stiftung heute sagen?

Erne Eipper: Sie hat sich ja zum Ziel gesetzt, zum einen das künstlerische Werk zu verwalten und zu präsentieren, zum andern Kinder künstlerisch anzuregen und zu fördern. So haben wir in den letzten Jahren sieben Mal einen Förderpreis in Höhe von 1000 Euro vergeben.

SK: Wer bekam diesen Preis?

Erne Eipper: Wir haben ihn ganz im Sinne von Ulrich Eipper für Projekte mit Kindern an Kindergärten, Vorschulen und Schulen vergeben. Dazu gehören die Bereiche Malerei, Musik und Theater. Der Preis ging etwa an die Kindergärten in Wutöschingen, an ein Musical-Projekt der Schule in Oberlauchringen, an die Bläsergruppe der Alemannenschule oder an 10 Kinder der Langensteinschule in Tiengen, die damit kostenfrei an der Kindermalschule teilnehmen konnten.

SK: Wie können Sie das alles bei dem heutigen schlechten Zinssatz finanzieren?

Christoph Eipper: Wir haben glücklicherweise einen sehr guten Zinssatz bei der Volksbank Wutöschingen bis 2020. Wie es dann weitergeht, wissen wir noch nicht.

Sk: Wie viel Werke haben Sie in der Sammlung?

Christoph Eipper: Rund 300 Werke, die Ulrich Eipper schon zu Lebzeiten bestimmt hat. Dazu auch noch viel private Arbeiten, so wie jetzt die meisten in der aktuellen Ausstellung.

Fragen: Rosemarie Tillessen