Waldshut – Jüngst konnten sich Besucher bei einem Tag der offenen Tür zum letzten Mal einen Überblick über die Baufortschritte in der Waldshuter Stadthalle verschaffen, jetzt hat der Waldshut-Tiengener Gemeinderat über die Gestaltung der Außenanlage abgestimmt. Landschaftsarchitekt Christian Burkhard aus Hohentengen hat die rund 1,16 Millionen Euro teure Anlage im Gemeinderat vorgestellt. Mitte nächsten Jahres soll die Gestaltung abgeschlossen sein.

Der Hauptteil der Anlage besteht aus einem großen Vorplatz, mit Betonplatten, Bäumen, Betonsitzgelegenheiten, drei barrierefreien Parkplätzen (ansonsten sind keine öffentlichen Parkplätze geplant), überdachten Fahrradstellplätzen, Lichtkonzept und Bepflanzung. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 730 000 Euro. Hinzu kommen der Eingangsbereich bei der Realschule, ein Servicegebäude mit überdachter Haltestelle, Innenhof und zwei Atrien. Mehrheitlich haben sich die Stadträte für die vorgestellte Version der Landschaftsarchitekten Burkhard und Sandler aus Hohentengen ausgesprochen. Jedoch wurde über einige Punkte separat entschieden. So gab es jede Menge Diskussionsbedarf beispielsweise zum Thema Wasserspiele, Sitzmöglichkeiten und Baumbepflanzung.

So soll die Außenanlage der Stadthalle in Waldshut Mitte nächsten Jahres aussehen. Jede Menge Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Rechts im Bild ist ein Überdachung für eine Haltestelle, dahinter ist Platz für ein Servicegebäude und Müllcontainer. Bilder: Roland Gerard/Susann Klatt-D'Souza/Visualisierung: Landschaftsarchitekten Burkhard und Sandler
So soll die Außenanlage der Stadthalle in Waldshut Mitte nächsten Jahres aussehen. Jede Menge Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. Rechts im Bild ist ein Überdachung für eine Haltestelle, dahinter ist Platz für ein Servicegebäude und Müllcontainer. Bilder: Roland Gerard/Susann Klatt-D'Souza/Visualisierung: Landschaftsarchitekten Burkhard und Sandler | Bild: Susann Klatt-D'Souza

Mehrheitlich entschieden sich die Stadträte in der Sitzung, auf Wasserspiele zu verzichten. Fraktionsübergreifend waren sich die meisten Stadträte einig, dass diese zwar hübsch seien, aber mit über 100 000 Euro auch deutlich zu teuer. Außerdem zeigten Erfahrungen, dass solche Wasseranlagen in Schulnähe oft abgeschaltet werden müssen. Und diese nur bei Veranstaltung einzusetzen, diesen optischen Luxus will sich der Gemeinderat nicht gönnen.

Gönnen will er sich aber eine Bodenlichtlinie im Zugangsbereich der Stadthalle in Höhe von 25 000 Euro. Und auch an den Sitzgelegenheiten mit Stadtteilbeschriftung aus Beton hält die Mehrheit der Stadträte fest. Bedenken äußerte Peter Kaiser (CDU) im Hinblick auf die Kälte des Betons. Er schlug vor, eine Holzauflage anzubringen. Überlegungen, mobile Holzbänke anstelle der Betonklötze einzusetzen, konnte die meisten Stadträte nicht überzeugen. Beton sei robuster und witterungsbeständig als Holz. Harald Würtenberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler: "Die Leute setzen sich eh nur hin, wenn es warm ist." Rita Mosel (CDU) und Gerhard Vollmer, Fraktionsvorsitzender der SPD, gaben vor der Abstimmung zu bedenken, dass sich hauptsächlich Schüler auf die Klötze setzten. Rita Mosel: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Konzertbesucher sie nutzen."

Diskussionen gab es im Gemeinderat auch über die Bäume, die auf dem Vorplatz der Stadthalle und entlang der Straße angepflanzt werden sollen. So äußerte Harald Würtenberger Bedenken, weil man durch "einen Wald die Stadthalle nicht mehr sieht". Dazu Markus Ebi (CDU): "Ich kann nur vor einer Steinwüste warnen." Landschaftsarchitekt Christian Burkhard verschaffte Lichtblicke: "Es handelt sich nicht um riesige Bäume mit einer vollen Krone, sondern um lichtdurchlässige, mittelkronige Bäume. So können Fußgänger unter der Baumkrone frei auf die Stadthalle blicken."

 

Bauablauf

Nach dem Beschluss des Gemeinderates sollen die Arbeiten zur Außenanlage der Stadthalle ausgeschrieben werden. Die Vergabezeit soll bis Ende des Jahres erfolgen. Nach Auftragserteilung sollen die Arbeiten bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.