Spaß machen und zum Nachdenken anregen sollte die Show „Rauchen, Saufen, Sex und Drogen„ von Ingo Vogl kürzlich in der Waldshuter Stadthalle. „Gesundheitskabarett„ nennt der 49-jährige Österreicher sein Programm, das er im Auftrag der AOK Hochrhein-Bodensee und der kommunalen Suchtberatungsstelle vor 420 Schülern der Grund- und Werkrealschule Gurtweil, der Robert-Schuman-Realschule und des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut präsentierte. 

Als studierter Sozialarbeiter und langjähriger Rettungssanitäter in New York und Salzburg konnte er an zahlreichen Beispielen – teils lustig, teils tief tragisch – veranschaulichen, was Rauschmittel und Medikamentenmissbrauch anrichten können. Vogl erzähle von 19-jährigen Jungs, die wegen Herzinfarkt durch Viagra-Konsum oder Nieren-Versagen durch eine Partynacht mit Ecstasy in Spitäler eingeliefert wurden, aber auch von einer tödliche Alkoholvergiftung mit Ersticken durch Erbrochenes, weil sich aus Angst vor der Reaktion der Eltern keiner der Partygäste getraut hat, rechtzeitig einen Rettungswagen zu rufen.

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Gespickt waren die Erzählungen mit Fakten, die die Schüler zum Staunen brachten, und eindrücklichen Demonstrationen: Mit einer Socke an seinem Fuß zeigte Vogl beispielsweise, wie ein Kondom fachmännisch „angezogen“ wird. Sehr bewegt waren die Schüler von einem obdachlosen fünfjährigen Jungen in New York, der bereits eine kaputte Lunge durch eine Crack-Abhängigkeit hatte. „Dieser Junge hatte nie eine Chance – ihr lebt in einem Land, in dem ihr Euch entscheiden könnt, nein zu sagen“, so Vogl. Hart, roh, mitten aus dem Leben waren die Geschichten an diesem Vormittag – ein ständiger Spagat zwischen Humor und puren Emotionen.

Leichter Zugang zu schweren Themen

„Mein Ziel ist es, den Jugendlichen einen leichten Zugang zu diesen schweren Themen zu ermöglichen“, sagt Ingo Vogl im Interview nach der Show. „Sie sollen sich trauen, sich untereinander auszutauschen und lernen, nein zu sagen.“ Seine Tipps an Eltern: „Sprechen Sie offen und authentisch mit Ihren Kindern über Sexualität und Drogenkonsum und seien Sie nicht zu streng! Das Schlimmste was passieren kann, ist es, dass Eltern eine angsterfüllte Atmosphäre schaffen und ihre Kinder sich nicht mehr trauen, um Hilfe zu bitten.“

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