Geselliger Austausch und eine leidenschaftliche Rede waren am Samstagabend in der Grieshaber-Halle im Waldshuter Stadtgebiet Ziegelfeld zu erleben. Anlass war der öffentliche Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Waldshut unter dem Motto "Neuanfang-Zukunft-Aufbruch".

Rund 170 Gäste konnte der Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Felix Schreiner begrüßen. Er sprach von einem spannenden Jahr des Aufbruchs auch für die CDU vor Ort: "Über 400 Kandidaten gehen aus unseren Ortsvereinen bei den kommenden Kommunalwahlen an den Start, es gibt viele Sachen, die wir auf den Weg bringen wollen."

Ziemiak fordert klare Kante

Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede von Paul Ziemiak, der als neuer Generalsekretär der CDU seiner Partei neue Impulse geben will und eine Neuausrichtung der Christdemokraten fordert: "Jetzt beginnt etwas Neues, jetzt beginnt, dass wir sagen, wer wir sind, was wir wollen, wofür wir stehen."

Um in der Zukunft erfolgreich sein zu können, muss für Ziemiak die CDU bei jedem einzelnen Thema "klare Kante" zeigen und eine glaubwürdige, realistische Politik jenseits falscher Versprechungen machen. In Sachen Migration heißt dies für ihn beispielsweise, den Zuwanderern klar zu sagen, was von ihnen erwartet wird, dass sie unsere Gesellschaft bejahen müssen, die deutsche Sprache sprechen müssen. Er hob die besondere Geschichte der CDU hervor.

Aufmerksame Zuhörer: Blick in die Grieshaber-Halle in Waldshut beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Waldshut, auf der Bühne spricht Paul Ziemiak, neuer CDU-Generalsekretär. Ganz rechts Alt-Landrat Bernhard Wütz (CDU), neben ihm Dieter Zauft, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Waldshut-Tiengen.
Aufmerksame Zuhörer: Blick in die Grieshaber-Halle in Waldshut beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbands Waldshut, auf der Bühne spricht Paul Ziemiak, neuer CDU-Generalsekretär. Ganz rechts Alt-Landrat Bernhard Wütz (CDU), neben ihm Dieter Zauft, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Waldshut-Tiengen.

Im Gegensatz zu den anderen Parteien gründe die CDU in keinem ideologischen Gesellschaftsbild, sondern in einem auf christlichen Werten beruhenden Menschenbild, das er so umschrieb: "Jeder Mensch auf dieser Welt hat die gleiche Würde." Paul Ziemiak bekam nicht nur viel Beifall für seine Rede, sondern auch einen Geschenkkorb überreicht, der so groß und schwer war, dass er ihn kaum alleine tragen konnte. Und er hatte die Ehre, im Kreis von Parteikollegen die Neujahrsbrezel anzuschneiden.

Gute Günde die Europäische Union zu verbessern

In einer kurzen Gesprächsrunde standen an dem Abend auch noch die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller und der Europaabgeordnete Andreas Schwab auf der Bühne. Hartmann-Müller versicherte, dass ihr die Arbeit im Landtag viel Freude machen und versprach, weiterhin mit allem, was sie einbringen könne, die Region zu vertreten. Schwab nannte es einen großen Vorteil, dass die kommenden Europawahlen am selben Tag wie die Kommunalwahlen stattfinden. Es gebe für die CDU gute Gründe, auch weiterhin die Europäische Union zu verbessern zu versuchen, anstatt etwas zerschlagen zu wollen. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Hansi Kolz aus Weil am Rhein mit Saxophon und Querflöte.

"Eine schöne Ecke Deutschlands"

Paul Ziemiak (33) ist Anfang Dezember 2018 zum Generalsekretär der CDU Deutschland gewählt worden. Politisch groß geworden ist er in der Jungen Union, ab 2014 war er deren Bundesvorsitzender. Ziemiak ist in Stettin/Polen geboren und kam als kleiner Junge mit seiner Familie als Aussiedler nach Nordrhein-Westfalen. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

Herr Ziemiak, hatten Sie eine weite Anreise nach Waldshut?

Ich bin vom CDU-Parteitag in München mit dem Auto hierher gekommen und habe gerne den Weg auf mich genommen. Felix Schreiner und ich sind freundschaftlich miteinander verbunden. Besonders gefreut hat mich auch, dass ich bei dem Neujahrsempfang Andreas Schwab getroffen habe, er ist ein toller Streiter für die gemeinsame Sache Europa.

Hatten Sie freie Fahrt oder haben Sie die Waldshuter Verkehrsprobleme aus erster Hand erlebt?

Ich kam in einen Stau, aber nicht in Waldshut. Aber ich weiß natürlich von der Verkehrssituation hier, die Probleme mit der Bahn, die fehlende zweite Rheinbrücke, das Thema A 98. Felix Schreiner hat mich über alles informiert und wird mich auch weiterhin auf dem Laufenden halten. Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam etwas bewegen können.

Waldshut wird Sie wiedersehen?

Ganz sicher, auch wenn es eine lange Anreise von Westfalen ist. Der Kreis Waldshut ist eine schöne Ecke Deutschlands, die Leute sind nett, die Landschaft ist toll. Alleine deshalb lohnt es sich, hierher zu kommen.

Fragen: Ursula Freudig