Wann hat eigentlich der letzte Hahn in Waldshut gekräht? Vielleicht ließe sich bei einer der historischen Führungen in Erfahrung bringen, bis zu welcher Epoche zwischen den Toren oder draußen vor der Stadt Rinder, Schweine und eben auch Federvieh gehalten wurden. Landwirtschaft im kleinen Maßstab kehrt nun aber zurück.

Die Stoll-Vita-Stiftung, die sich dankenswerterweise der Förderung gesunder Lebensweise verschrieben hat, hält in ihrem Garten jetzt auch Hühner. Passend zum Konzept der Nachhaltigkeit und Wertigkeit handelt es sich laut Mitteilung der Vorstandsvorsitzenden Adelheid Kummle um Vertreter seltener Rassen.

Hühner picken und gackern jetzt auf dem ehemaligen Sedus-Fabrikgelände in Waldshut.
Hühner picken und gackern jetzt auf dem ehemaligen Sedus-Fabrikgelände in Waldshut. | Bild: Stoll-Vita-Stiftung

Bei einem Teil der Tiere machen sich die Vorzüge auch an Ostern bemerkbar: In diesem Fall erübrigt sich nämlich das aufwändige Färben der Eier, weil die zur Fortpflanzung gelegten Rundlinge von Natur aus blau sind. Nur eines fehlt den gackernden Neubürgern noch: jeweils ein Name, mit dem sie, begleitend zum obligatorischen „putt, putt, putt“ zum Füttern herbeigerufen werden.

Bei einem Wettbewerb, der am 15. Juli im Rahmen der Aktion Offene Gartentür stattfindet, sind Anregungen willkommen. Ein Kikeriki wird auf dem Gelände übrigens nicht zu hören sein. Adelheid Kummle: „Aus Rücksicht auf die Nachbarschaft und eine mögliche Lärmbelästigung wurde bewusst darauf verzichtet, einen Hahn anzuschaffen.“ Anwohner des einstigen Stoll-Fabrik-Geländes, das sich heute als Öko-Oase präsentiert, müssen also auch künftig ihren Wecker stellen.