Vor 50 Jahren ging der erste Reaktor des Schweizer Atomkraftwerks Beznau in Betrieb. Für Monika Herrmann-Schiel, Sprecherin der Bürgerinitiative Zukunft ohne Atom (ZoA), ist dieses Jubiläum aber kein Grund für Glückwünsche an den Jubilar.

„Hurra, wir leben noch“

Vielmehr sagt sie: „Wir feiern, dass wir noch leben.“ Und zwar am Samstag, 12. Oktober, vor dem Rathaus in der Waldshuter Innenstadt. Hauptredner ist Bernd Wallaschek, Musik macht Anselm König, Christel Steier und Monika Herrmann-Schiel haben eine Performance vorbereitet. Sprechen wird auch Heini Klauser, der seit 2011 die Mahnwachen vor der Schweizer Atomaufsichtsbehörde Ensi in Brugg organisiert.

Nicht nur mit Instrumenten wollen sie den Betreibern des Kraftwerks dabei den Marsch blasen, wie Monika Herrmann-Schiel ankündigt.

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Ginge es nach Monika Herrmann-Schiel und ihren Mitstreitern von ZoA, dann würde die Aktion vom Samstag unmittelbar in einem Aus für das Atomkraftwerk münden: „Unsere Forderung ist klar: sofort abschalten.“

Bereits im September machte die Initiative „Nie wieder Atomkraftwerke Schweiz“ (NWA) auf den 50. Jahrestag von Beznau I aufmerksam.
Bereits im September machte die Initiative „Nie wieder Atomkraftwerke Schweiz“ (NWA) auf den 50. Jahrestag von Beznau I aufmerksam. | Bild: Nie wieder Atomkraftwerke Schweiz (NWA)

Deshalb nennt sie die „Schweizer Gedankenspiele“, die beiden Reaktoren in Benzau 60 Jahre lang in Betrieb zu lassen, „absurd“. Um zu ergänzen: „Ich kann die Haltung der Schweizer Atomkraft-Befürworter nicht mehr nachvollziehen, weil es ein gefährliches, unverantwortliches Spiel ist.“

„Wir müssen laut und deutlich sagen, die Betreiber und politischen Unterstützer der Schweizer Atomkraftwerke gefährden uns und ihre Heimat.“
Monika Herrmann-Schiel, Sprecherin der Bürgerinitiative Zukunft ohne Atom (ZoA)
Monika Herrmann-Schiel
Monika Herrmann-Schiel | Bild: Marinovic, Laura

Technische Anlagen, wie auch das Atomkraftwerk Beznau, würden spätestens nach 30 Betriebsjahren anfälliger für Pannen und Defekt. Die sogenannte Badewannenkurve, so Herrmann-Schiel, gehe dann immer steiler nach oben. Eine solche Kurve beschreibt die zeitliche Wahrscheinlichkeitsverteilung, mit der Werkstoffe, elektrische Bauelemente oder mechanische Bauteile ausfallen.

Die größte Gefahrenquelle in Beznau sieht die ZoA-Sprecherin im Reaktordruckbehälter. Dieser könne nicht nachgerüstet werden, sei aber permanent hochradioaktiver Strahlung ausgesetzt.

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Die Angst von Monika Herrmann-Schiel: „Wenn der Behälter platzt, ist hier niemand mehr zu retten.“ Der Nachbau des Behälters beruhige sie nicht. 50 Jahre Strahlung könne man aus ihrer Sicht nicht simulieren. Man könne nur von Annahmen ausgehen.

Kundgebung: Die Protestaktion gegen das Schweizer Atomkraftwerk Beznau findet statt am Samstag, 12. Oktober, um 11 Uhr vor dem Rathaus in der Waldshuter Innenstadt.